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Traglufthalle für 300 Flüchtlinge

Landkreis plant Unterbringung ab Januar auf dem Gelände des Luckenwalder Biotechnologieparkes Traglufthalle für 300 Flüchtlinge

Ab Januar sollen 300 Flüchtlinge in einer Traglufthalle am Luckenwalder Biotechnologiepark untergebracht werden. Der Landkreis sieht keine andere Alternative, die Bürgermeisterin befürchtet sozialen Zündstoff.

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Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide.

Quelle: Foto: Hahn

Luckenwalde. Auf dem Gelände des Luckenwalder Biotechnologieparkes soll eine Thermohalle für 300 Flüchtlinge errichtet werden. Darüber informierte Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) am Dienstagabend die Stadtverordneten. Wenige Tage zuvor hatte sie von Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) die Mitteilung erhalten, dass sich der Landkreis zu dieser Maßnahme gezwungen sieht, um die Flüchtlinge „menschenwürdig, schnell und winterfest“ unterbringen zu können. Die Plätze dienen dazu, die Überbelegung im Heim in der Grabenstraße um rund 50 Plätze abzubauen. Außerdem soll die Traglufthalle Flüchtlinge aufnehmen, die bislang im Pega-suspark Hennickendorf untergebracht sind. Dort endet der Mietvertrag für die Flüchtlingsunterbringung am 28. Februar 2016.

„Ich bin über diese Entscheidung nicht glücklich“, gab Herzog-von der Heide in der Stadtverordnetensitzung zu, „und habe meine Bedenken im Vorfeld der Landrätin mitgeteilt, die sie auch nachvollziehen konnte.“ Jedoch habe der Landkreis keine Alternativstandorte finden können, die schnell verfügbar wären und relativ unproblematisch mit Medien versorgt werden können.

„Wir haben alles versucht, diese Halle in einer Kommune aufzustellen, die erst wenige oder keine Flüchtlinge beherbergt“, sagte Kirsten Gurske (Linke), Sozialdezernentin des Landkreises. „Leider hat die Recherche ergeben, dass in diesen Kommunen ein solches geeignetes Grundstück nicht zur Verfügung steht“, so Gurske weiter. Die Traglufthalle soll voraussichtlich ab Mitte Januar bezugsfertig sein. Sie wird auf einer Fläche von 36 mal 72 Metern in-stalliert und mit Erdverankerungen stabilisiert. „Mit diesen Platzkapazitäten hoffen wir, keine weitere Sporthallen im Stadtgebiet für Flüchtlinge in Anspruch nehmen zu müssen“, so Kirsten Gurske.

Aus ihrer Befürchtung um sozialen Zündstoff macht die Bürgermeisterin dennoch keinen Hehl. „Die Kasernierung von 300 Menschen auf engstem Raum im Winter am Rand der Stadt, mit wenigen Möglichkeiten der Beschäftigung und des ,Dampfablassens’, beschwört die Gefahr eines Lagerkollers geradezu herauf“, sagte Herzog-von der Heide. Flüchtlinge in Sammelquartieren, die zum Nichtstun verdammt seien, müssten Möglichkeiten einer strukturierten Beschäftigung erhalten, wie Deutschunterricht oder Sportangebote. „Die Stadt muss nicht befürchten, dass aus der Notunterkunft eine ständige Einrichtung wird“, versicherte Gurske, „der Landkreis mietet die Halle für ein Jahr mit der Option für ein weiteres Jahr.“ Gleichzeitig versichert der Landkreis, den bisherigen Betreuungsschlüssel „Sozialarbeiter zu Flüchtling“ von 1:120 auf 1:70 zu optimieren.

Anfang Dezember beabsichtigt Wehlan eine öffentliche Informationsveranstaltung. Die Stadtverordneten beauftragten unabhängig davon die Bürgermeisterin, eine Info-Veranstaltung durchzuführen, bei der auch Landkreis und Polizeiinspektion vertreten sind.

Von Elinor Wenke

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