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Trauerhalle soll barrierefrei zugänglich werden

Luckenwalde Trauerhalle soll barrierefrei zugänglich werden

Zwei Stufen vor der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof sind für Rollstuhl- und Rollator-Nutzer im wahrsten Sinne eine hohe Hürde. Nun soll der Zugang barrierefrei gestaltet werden. Allerdings ist die geplante mobile Rampe umstritten.

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Ausschussmitglieder, Verwaltung und Vertreter der Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“ beim Vor-Ort-Termin auf dem Luckenwalder Waldfriedhof.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Die kleine Trauerhalle auf dem Luckenwalder Waldfriedhof wird als würdevoll empfunden – allerdings mit einem Makel: Der Zugang ist nicht barrierefrei. Zwei Stufen vor dem Haupteingang erweisen sich für Rollstuhl- und Rollator-Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes als Hürde. Bislang wurden mobilitätseingeschränkte Trauergäste durch den seitlichen Diensteingang geleitet, der über eine kleine Betonrampe verfügt. Das soll sich künftig ändern.

Die Trauerhalle mit zwei Stufen am Eingang

Die Trauerhalle mit zwei Stufen am Eingang.

Quelle: Elinor Wenke

Im Auftrag der Stadt soll ein behindertengerechter Zugang ermöglicht werden. Nur über das Wie gingen die Meinungen im Sozialausschuss auseinander. Dessen Sitzung am Montagabend wurde als Vor-Ort-Termin auf dem Waldfriedhof anberaumt, an der auch Mitglieder der städtischen Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit“ teilnahmen.

„Der unscheinbare Seiteneingang ist den Stadtbediensteten und Bestattern vorbehalten“, sagte Abteilungsleiterin Michaela Hoffmann vom Grünflächenamt, „die Nutzung durch Trauergäste sollte der Vergangenheit angehören.“ Darüber herrscht inzwischen bei Verwaltung, Stadtverordneten und der AG „Barrierefreiheit“ Einigkeit. Gehbehinderte sollen den Haupteingang nutzen können, doch die geplante Rampe bot Diskussionsstoff.

Hintergrund zum Waldfriedhof

Mit zwölf Hektar Fläche ist der städtische Waldfriedhof der größte Friedhof in der Stadt. Er wurde im Jahr 1922 eröffnet.

94 Beisetzungen fanden im Jahr 2016 dort statt. Bis Ende August dieses Jahres waren es 49.

Die Bestattungen können in verschiedenen Erdgrabstätten sowie in Urnengrabstätten, der Urnenwand und Urnengemeinschaftsanlage erfolgen.

Felix Hochmuth, Leiter technische Gebäudeverwaltung, stellte die Pläne für eine mobile Rampe vor. Sie besteht aus Aluminium, böte die geforderte sanfte Schräge von sechs Prozent und ist zusammenrollbar, sodass sie auch an anderen Standorten einsetzbar ist. Wegen der gebotenen Neigung müsste sie sechs Meter lang sein. Die Kosten liegen bei 5000 Euro. Technisch ist die Rampe simpel aufgebaut; defekte Teile könnten problemlos ausgetauscht werden. „Allerdings dauert der Aufbau 30 Minuten und dafür sind zwei Personen notwendig“, räumte Felix Hochmuth ein.

„Das ist jetzt wohl nicht Ihr Ernst“, empörte sich Rollstuhlfahrer Hartmut Schulze. „Man müsste sich als Gehandicapter vorher anmelden und so eine Alu-Rampe macht doch unzumutbaren Krach“, sagte er. Rückendeckung erhielt er von Rollstuhlfahrer Lutz Mikolaschek. „So eine Zirkusrampe wackelt und ist doch eine Schande. Wir wollen einen festen Zugang“, sagte er.

Ideen für eine langfristige Lösung

Christoph Guhlke (CDU) schlug einen Kompromiss vor. „Die mobile Rampe wäre eine kurzfristige Lösung. Aber die Bitumen-Asphalt-Fläche vor dem Eingang ist nicht mehr schön. Langfristig sollten wir deshalb über eine Neugestaltung mit einem festen, barrierefreien Zugang nachdenken“, sagte er. Da der Waldfriedhof als Gartendenkmal gilt, müsse es eine ordentliche Vorplanung durch einen Architekten geben, um eine denkmalrechtliche Erlaubnis zu erhalten. Guhlke hält den personellen und Zeitaufwand zum Auf- und Abbau der mobilen Rampe für unangemessen.

Eine erste Anfrage zum Umbau des Eingangs sei von der Unteren Denkmalbehörde abgelehnt worden, erklärte Michaela Hoffmann. Evelin Kierschk (SPD), Vorsitzende der AG „Barrierefreiheit“, will aber nochmals Kontakt mit den Denkmalschützern aufnehmen. Zunächst beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, die finanzielle Beschaffung der mobilen Rampe zu prüfen, denn das Geld ist im aktuellen Haushalt nicht eingeplant.

Von Elinor Wenke

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