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Teltow-Fläming Traumkleid in Blau aus Taft und Tüll
Lokales Teltow-Fläming Traumkleid in Blau aus Taft und Tüll
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05:47 12.02.2018
Ein tolles Versteck, der Reifrock, findet die fünfjährige Felicitas. Vater Frank hilft Prinzessin Stefanie II. beim Anziehen des Traumkleides.  Quelle: Jutta Abromeit (3)
Ludwigsfelde

Wo sie erscheint, da zieht sie die Blicke auf sich: Prinzessin Stefanie II. Sie gibt im 50. Jahr des Ludwigsfelder Karnevalclubs Blau-Weiß ’68 gemeinsam mit Frank I. genau das richtige Jubiläumsbild ab, finden die Karnevalisten der Autobauerstadt. Auch beim allerersten Auftritt des diesjährigen Prinzenpaares am 11.11. klang ein „Aahhhh“ und „Oohh“ über den Rathausplatz, kleine Mädchen lagen ihren Müttern in den Ohren: „So ein Kleid will ich auch mal anziehen.“

Auch deshalb ist dieses Traumkleid mit fünf Rock-Stofflagen und Reifrock darunter so teuer – wegen der fantastischen Perlen-Stickerei.  Quelle: Jutta Abromeit

Diese Bewunderung hat zum einen mit Stefanie Osterwald zu tun, die für jeden Spaß zu haben ist und als gelernte Kosmetikerin mit Fashion-Week-Erfahrung weiß, wie man öffentlich auftreten muss. Und zum anderen hat die Bewunderung mit ihrem Kleid zu tun – einem Traum in Blau. Die Ehefrau erzählt: „Als klar war, dass ich dieses Jahr KC-Prinzessin werde, hat mir der Verein das Diadem und das hellblaue Kleid gebracht, das jedes Jahr an die neue Prinzessin weitergegeben wird.“ Dieses Universalkleid sei zwar schon mit den Schnüren im Rücken ziemlich variabel. „Aber es ist für kleine Frauen, es passte mir überhaupt nicht“, sagt Stefanie II. Weniger problematisch war die Kleiderordnung für ihren Mann, Prinz Frank I.: Ihm passten der KC-Frack und Hut.

Das Ludwigsfelder Prinzenpaar im 50.Jahr des KC Blau-Weiß '68: Stefanie II. und Frank I., auch im richtigen Leben verheiratet als Ehepaar Osterwald. Quelle: Jutta Abromeit

Stefanie Osterwald ging auf Kleidersuche. Letztlich landete auch sie in der virtuellen Welt, im Internet. Und fand ein Kleid – in Köln. „Es muss dort beim Karneval mal eine Prinzessin getragen haben“, vermutet sie. Und sagt, sie hätten beide lange überlegt, es zu kaufen. „Schließlich war es teurer als mein Hochzeitskleid. Und bei drei Kindern...“ Doch dann war klar: Dieses Kleid soll’s sein. Als es kam und sie es anprobiert hatte, waren auch die Kinder begeistert. Und: Alle drei konnten sich darunter verstecken, ohne dass man sie sah.

Acht Kilogramm schweres Kleid

Auch sonst stellt dieses Kleid im Leben von Stefanie Osterwald einige Rekorde auf: Es wiegt mit seinen Perlenstickereien auf Dekolleté und Taille, mit seinen fünf Lagen an Röcken und dem Reifrock-Gestell insgesamt acht Kilogramm. Außerdem braucht die Prinzessin zum Anziehen und Herrichten insgesamt drei Stunden. Ehemann und Prinz Frank muss dabei helfen; „zumindest in der ersten halben Stunde, bis das Oberteil im Rücken geschnürt ist“, sagt der Gatte und lacht. Denn mit dem Anziehen sind die Herausforderungen dieses Kleides noch nicht vorbei: Wo sitzt heutzutage jemand, der einen Reifrock mit knapp zwei Metern Durchmesser trägt? „Wir machen im Familienauto mit den sieben Sitzen immer die Rückbank frei, das geht dann einigermaßen“, erzählt der selbstständige Unternehmer und DJ. Und auf welche Toilette geht eine Prinzessin in diesem Kleid? „Nur auf die Behindertentoilette, woanders ist tatsächlich kein Platz“, sagt Stefanie Osterwald. Für diese Toilettengänge hat die Prinzessin ein Extra-Utensil dabei: einen Überrock mit Ärmellöchern, damit dem guten Stück nichts passiert.

Mehrere Veranstaltungen in laufender Woche

Und noch etwas ist in diesem Ornat bei den bevorstehenden Karneval-Veranstaltungen eine Herausforderung: stundenlang Haltung zu bewahren. Diese Woche ist viel Gelegenheit, das zu üben: Am Sonntag im Lindenpark Potsdam, am Montag ist eine 16-köpfige KC-Blau-Weiß-Abordnung aus Ludwigsfelde Gast beim Rosenmontagsball in Teltow, am Dienstag ist Generalprobe. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag folgen die Haupt-Auftritte, die drei Jubiläumsveranstaltungen des KC Blau-Weiß. „Das Laufen und Sitzen klappt ja ganz gut“, so die Prinzessin, nur das Tanzen werde schwierig. „Aber Walzer, das geht und macht Spaß“, sagt sie. Da ist es wohl die größere Herausforderung für ihren Prinz-Gemahl, nicht auf einen der vielen Meter Stoff zu treten. Selbst beim Ausziehen dieses Kleidungsstücks zu Hause haben die beiden noch Spaß: „Das Kleid nimmt alles mit, was am Boden liegt, nicht nur jede Menge Konfetti.“

Wo das gute Stück nach dieser närrischen Saison landet, das weiß Stefanie Osterwald noch nicht. „Allzu oft kann man ja so etwas nicht tragen. Aber zum Im-Schrank-Hängen war es zu teuer und ist es zu schade“, sagt sie. Eines überlegen sie und ihr Mann inzwischen: Nach dem Karneval 2018 selbst Mitglied im KC Blau-Weiß zu werden. „Das ist so eine tolle Truppe, diesen Spaß können wir gern noch länger haben“, erklären Stefanie II. und Frank I. Zumal die zehnjährige Tochter in diesem Jahr Kinderprinzessin ist als Charlyn I. mit dem Prinzen Theo I. Andrea Kallmeyer vom KC-Vorstand ahnt, dass auch dieses Paar im Verein „hängenbleibt“: „Sie wären nicht die Ersten – ein Ex-Prinz tanzt im Männerballett, einer moderiert, eine Ex-Prinzessin tanzt bei unseren ,Cellulitas’. Wir würden uns jedenfalls freuen!“

Zusatzkarten für die Klubhaus-Lounge

Dem Prinzessinnen- und Prinzenpaar-Stress gewinnt Stefanie Osterwald neben dem Spaß am Verkleiden und der Aufmerksamkeit noch einen Vorteil ab: „Dass wir verheiratet sind hat einen großen Vorteil: Wir können uns küssen, wann und wie oft wir wollen.“

Wer miterleben will, was sich die Ludwigsfelder Karnevalisten für ihre Jubiläumsgala ausgedacht haben und was Bürgermeister Andreas Igel machen muss, weil er seine Wette beim Neujahrsfest verloren hat, der bekommt noch Karten beim Ticketsystem Reservix oder im Bürgeramt. Der KC hat die Klubhaus-Lounge zusätzlich gemietet, das Programm kann vom Rang aus verfolgt werden.

Von Jutta Abromeit

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