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Teltow-Fläming Trauriges Weihnachten ohne Lena
Lokales Teltow-Fläming Trauriges Weihnachten ohne Lena
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09:39 15.12.2015
Diana Parllaki mit ihren beiden jüngsten Söhnen Florian (l.) und Julian. Quelle: Frank Pechhold
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Ludwigsfelde

Weihnachtlich ist Diana Parllaki wahrlich nicht zumute. Wie gerne hätte die Ludwigsfelderin das Fest der Liebe mit all ihren vier Kindern gefeiert. Doch vor zwei Monaten starb Töchterchen Lena kurz nach der Geburt. Die Trauer über den schmerzlichen Verlust lässt sich die allein erziehende Mutter nicht anmerken. Schließlich, sagt die 32-Jährige, habe sie ja noch ihre Söhne Adrian (13), Florian (4) und Julian (1). „Und für sie muss ich funktionieren.“

Wie durch eine schützende Wand gesprochen klingen diese Worte. Zurückhaltend freundlich lächelt die junge Frau mit den großen blauen Augen. Warm flimmert der helle Schein der Adventskranz-Kerzen in der Plattenbauwohnung. Während Diana Parllaki den Fernseher leise stellt, wuselt Julian barfuß im Wohnzimmer herum. Als ihn seine Mama auf den Schoß nimmt, buhlt sein Bruder Florian bei ihr um Aufmerksamkeit. Mit schokoladeverschmiertem Mund zeigt der kleine Frechdachs ein selbst gemaltes Bild. Was die kaum sichtbaren Buntstiftstriche bedeuten, behält er übermütig lachend und wild gestikulierend für sich.

MAZ-Sterntaler-Aktion

Die Weihnachtsaktion, die die MAZ in Kooperation mit dem DRK durchführt, soll Familien, die unverschuldet in Not geraten sind, ein unvergessliches Weihnachtsfest ermöglichen. Zudem sollen damit in diesem Jahr Frauenhäuser, Behindertenverbände, Tafeln und der Schulsanitätsdienst des DRK unterstützt werden.

Das Spendenkonto wird vom DRK- Kreisverband Fläming-Spreewald verwaltet, der auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellt.

Kontoinhaber: DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald e.V., IBAN: DE30 1605 0000 3633 0275 39, Verwendungszweck: Sterntaler.

Die MAZ möchte die Namen der Spender veröffentlichen. Ist dies nicht gewünscht, kann das beim Verwendungszweck vermerkt werden.

„Mein Mittlerer spricht noch nicht richtig“, sagt Diana Parllaki. Erst seit große Polypen operativ aus Florians Ohren entfernt worden sind, hört er, was man ihm sagt. Nun lernt der Vierjährige viel später als gleichaltrige Kinder in der Ludwigsfelder DRK-Integrationskita „Regenbogen“, sich mit Worten zu verständigen.

Die Sterntaler-Aktionen der MAZ

„Adrian ist nicht da“, sagt Diana Parllaki so, als sei ihr ältester Sohn mal eben zu Freunden oder ins Kino gegangen. Gut möglich, denn es ist Sonntagnachmittag. Doch der Förderschüler ist vorübergehend nur gelegentlich zu Hause, er wird in einer psychologischen Einrichtung betreut, weil er den Tod und die Beerdigung seiner Schwester nicht verkraftet hat.

Dramatische Kaiserschnittgeburt von Lena

Lena wurde am 14. Oktober geboren. Die Ärzte mussten sie im Krankenhaus mit einem Kaiserschnitt auf die Welt holen, weil Lunge, Herz und Nieren zu versagen drohten. Zwei Mal wurde die Kleine wiederbelebt und schließlich an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen. Nach vier Tagen wollte und musste Diana Parllaki unbedingt nach Hause, weil ihre beiden jüngsten Söhne an Lungenentzündung erkrankt waren. Am Tag darauf wurde sie ins Krankenhaus gerufen. „Da hat man mir Lena in den Arm gelegt und die Geräte abgeschaltet.“

Diese schlimme Zeit erlebte der älteste Sohn Adrian hautnah mit. „Er hat Lena nach der Geburt im Krankenhaus gesehen und alles mitbekommen“, sagt Diana Parllaki: Die Freude seiner Mutter über die Geburt des winzigen Wesens, ihre Hoffnung, dass sich Lena mit ärztlicher Hilfe ins Leben kämpft. Die Verzweiflung darüber, dass der Tod am Ende doch stärker war. „Adrian wollte unbedingt mit zur Beerdigung seines Schwesterchens“, sagt die Mutter. Auf dem Friedhof wurde der puppengroße Körper zu Grabe getragen. „Dabei hätte ich Lena viel lieber nächstes Jahr zu Weihnachten ihre erste Puppe geschenkt.“

Als Erinnerung an Lena bleibt nur ihr Grab

Was der Mutter und ihren Söhnen bleibt, sind die Erinnerung an ein Mädchen, das nur sechs Tage auf der Erde zu Gast war, und ihr Grab. Dorthin könne der Große jederzeit mit dem Rad fahren, sagt die leidgeprüfte Mutter. Später könnten auch die beiden Kleinen ihre Schwester besuchen. „Lena hat ja gelebt. Ich habe sie in meinen Armen gehalten und geküsst.“ Schon der Gedanke daran zerreißt ihr fast das Herz. Abends, wenn die beiden Kleinen schlafen, lässt sie ihren Gefühlen freien Lauf und weint. „Wenn die Kinder wach sind, reiße ich mich zusammen“.

Gerne schaut sich Diana Parllaki in der Adventszeit gemeinsam mit Julian und Florian alte Märchenfilme wie „Schneeweißchen und Rosenrot“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Fernsehen an. „Diese Filme erinnern mich an meine Kindheit“, sagt sie. Was damals ihr Plan vom Leben, ihr Traum vom Glück gewesen sei? „Auf jeden Fall nicht, mit 19 Jahren Mama zu werden.“

Die Familie lebt von Hartz IV – große Geschenke sind nicht drinnen

Eigentlich wollte Diana Parllaki erst eine Lehre machen und dann Kinder kriegen. Aber alles kam anders. Erst wurde Adrian geboren. Vier Jahre später begann die damals 23-Jährige eine Ausbildung zur Fachlageristin. Gearbeitet hat sie in ihrem erlernten Beruf noch nicht. „Wenn man allein ist und niemanden hat, der sich um das Kind kümmert, kann man nicht einfach sagen, ich mache mal Früh- und mal Spätschicht“, sagt sie. Nächstes Jahr, wenn Julian in den Kindergarten komme, wolle sie sich wieder um einen Job bemühen.

Bei der Kinderbetreuung und beim Kauf von Weihnachtsgeschenken kann Diana Parllaki nicht auf Unterstützung der biologischen Väter ihrer Söhne hoffen. Weil die Familie von Hartz IV lebt, sind große Gaben zu Weihnachten nicht drin. Deshalb hat Nicole Böttner, Leiterin der Kita „Regenbogen“, die Parllakis für die Sterntaler-Aktion vorgeschlagen.

Ein Sohn liebt Star Wars, der andere Sirenen, einer Dreiräder

Dass es da jemand gut mit ihr, mit Adrian, Florian und Julian meint, ahnt Diana Parllaki. Nach kurzem Zögern sagt sie, worüber sich ihre Söhne ganz bestimmt freuen würden. Adrian steht auf „Star Wars“. Florian findet alles, „was tatütata macht“, toll und wäre über ein Feuerwehr- oder Polizeiauto froh. Julian könnte ein Dreirad gut gebrauchen. „Und für uns alle wünsche ich mir einen echten Weihnachtsbaum“, sagt die junge Mutter. Der dufte anders als der vor Jahren gekaufte künstliche Baum „so schön nach Weihnachten“.

Von Frank Pechhold

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