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Wie ein Überfallopfer um ihr Recht kämpft

Bürokratie Wie ein Überfallopfer um ihr Recht kämpft

Steffi Hitze ist 2012 in Trebbin (Teltow-Fläming) Opfer eines Überfalls geworden. Seitdem kann sie nicht mehr arbeiten. Dieser Text erzählt davon, wie sie seit drei Jahren um eine Entschädigung kämpft und mit welchen bürokratischen Hürden Verbrechensopfer wie Steffi Hitze immer wieder zu kämpfen haben.

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Quelle: Bernd Geske

Trebbin. Steffi Hitze (32) wurde im April 2012 als Verkäuferin Opfer eines Raubüberfalls in der Trebbiner Postagentur am Markt und leidet unter den Folgen. Weil sie nach dem traumatischen Erlebnis ihren Job nicht mehr ausüben konnte, muss sie nun mit einer bescheidenen Erwerbsunfähigkeitsrente auskommen. Ihr Kampf um eine Opferentschädigung blieb bislang erfolglos.

Noch heute läuft es der Trebbinerin kalt über den Rücken, wenn sie an den Überfall denkt. Einer der beiden Räuber hatte sie gewürgt und bedroht. In der MAZ wurde damals per Phantombild nach einem der Räuber gefahndet – mit Erfolg. „Die beiden Täter sind verurteilt und in Haft“, sagt Steffi Hitze.

Antrag auf Opferentschädigung wurde abgelehnt

Doch sie selbst ist auf der Strecke geblieben. „Ich hab noch ein Dreivierteljahr lang versucht zu arbeiten, doch es ging nicht mehr“, erzählt die junge Frau, damals schon zu 30 Prozent schwerbeschädigt, „durch das traumatische Erlebnis wurde ich frühverrentet.“ Steffi Hitze muss mit weniger als 1000 Euro im Monat auskommen. Ihren Antrag auf Opferentschädigung hat das Landesamt für Soziales und Versorgung Cottbus abgelehnt. Das Widerspruchsverfahren zieht sich in die Länge.

Angriff gilt auch als Arbeitsunfall

„Die Bearbeitung dauert noch an. Die Ermittlung erstreckt sich auf die Beiziehung weiterer medizinischer Befunde“, erklärte Vize-Präsident Andreas Diettrich auf MAZ-Anfrage. Da die Schädigung in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit eingetreten ist, gelte der tätliche Angriff auch als Arbeitsunfall. Daher stünden Ansprüche aus der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) und dem Opferentschädigungsgesetz (Versorgungsverwaltung) nebeneinander. Die Berufsgenossenschaft hatte ihren Antrag abgelehnt. Laut Diettrich ist eine weitere Sachaufklärung notwendig, für die ein Gutachten aus dem Streitverfahren mit der Berufsgenossenschaft abgewartet werden soll. „Danach erfolgt eine nochmalige versorgungsärztliche und rechtliche Kausalitätsbeurteilung zur Entscheidung über den Widerspruch“, sagte Diettrich.

Steffi Hitzes Geduld ist am Ende. Sie beschreitet nun den Klageweg.

Von Elinor Wenke

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