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Trebbin Die Flugtechnik der Zukunft soll in Teltow-Fläming entstehen
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Die Flugtechnik der Zukunft soll in Teltow-Fläming entstehen
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16:36 12.04.2019
Im Zentrum für emissionsarme Flugantriebe sollen die erster Hybridflugzeuge der Welt getestet werden. Quelle: IBEFA
Schönhagen

Flugzeuge, die weder Lärm noch Schadstoffe erzeugen – dieser Traum soll in Teltow-Fläming Realität werden. In dieser Woche wurden erstmals die Pläne für das neue Zentrum für emissionsarme Flugantriebe (ZEFA) vorgestellt.

Bis 2023 soll es auf dem Flugplatz Schönhagen bei Trebbin erbaut werden, der aktuell unter anderem als Ausweich-Landeplatz für den Schönefelder Großflughafen und später auch für den BER dient.

Auf dem Flugplatz Schönhagen sollen alternative Energien getestet werden. Dafür soll es auch eine Test-Tankstelle geben. Quelle: Hartmut F. Reck

„Im Bereich der Mobilität tut sich momentan viel. Diese Entwicklung macht auch vor der Flugbranche nicht Halt“, sagt Klaus-Jürgen Schwahn. Den Geschäftsführer des Flugplatzes in Schönhagen treibt wie seine Kollegen die Klimafrage um. Schon heute würden die Triebwerke von Flugzeugen zwar verbessert. Dennoch nimmt die Umweltbelastung durch Emissionen – auch wegen steigender Flug- und Gästezahlen – immer weiter zu. „Alternative Antriebsformen sind keine Zukunftsvision mehr, sondern eine zwingende Notwendigkeit“, erklärt Schwahn.

Klaus-Jürgen Schwahn (u.) ist Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Schönhagen und Pilot aus Leidenschaft. Quelle: Elinor Wenke

Das große Ziel der Branche: Riesige Airbus-Maschinen sollen in Zukunft mit elektrischen oder Hybrid-Antrieben fliegen. Neben den positiven Auswirkungen auf das Klima gibt es dafür auch wirtschaftliche Anreize: So würden beispielsweise Nachtflugverbote unnötig und Flugrouten auch nahe über den Innenstädten möglich.

„Mit den neuen Antrieben wird sich ein Multi-Milliarden-Geschäft entwickeln“, sagt Klaus-Jürgen Schwahn, „viele der dafür nötigen Prozesse starten in der Kleinluftfahrt.“ Die ersten Schritte dafür könnten künftig in Schönhagen gemacht werden.

Rolls Royce, Siemens und Co. sind Teil des Projektes

Deshalb existiert bereits ein „Innovationsbündnis für die Entwicklung emissionsarmer Flugantriebe“ (IBEFA) in der Metropolregion rund um Schönefeld. Darin haben sich Experten und namhafte Unternehmen wie Rolls Royce, Siemens und Aquila zusammengetan. Gemeinsam wollen sie aus der Vision von einer umweltfreundlichen Flugbranche Realität machen.

„Bei dem Projekt, hybridelektrische Flieger in die Luft zu bringen, stehen wir noch ganz am Anfang“, berichtet der IBEFA-Chef Andreas Timmermann.

Andreas Timmermann leitet die Planungen für das neue Zentrum auf dem Flugplatz in Schönhagen. Quelle: Oliver Fischer

Um die notwendigen Technologien zu etablieren, seien umfangreiche und aufwendige Zulassungs- und Testverfahren nötig – und genau die sollen bald in Schönhagen durchgeführt werden.

Auch an anderen Orten sind solche Tests und Analysen zwar schon heute möglich. „Doch die Wartezeiten sind lang“, sagt Timmermann, „in ganz Europa gibt es deshalb den Wunsch nach einem neuen Zentrum.“

Eckdaten zum ZEFA

Der Name„Zentrum für emissionsarme Flugantriebe“ (ZEFA) ist vorerst nur ein Arbeitstitel. Auch der Begriff Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) Schönefeld wird in der Planung verwendet.

Das Gelände des ZEFAsoll insgesamt 4000 biss 5000 Quadratmeter groß werden. Bis zu 3500 Quadratmeter davon könnte das Hauptgebäude umfassen.

Auf dem Gelände sollen neben Büros und Gemeinschaftsräumen auch verschiedene Testeinrichtungen und eine Hallenfläche zur Montage und Umrüstung von Luftfahrzeugen entstehen.

Der Standort des ZEFA ist derzeit im nördlichen Bereich des Flugplatzes geplant. Langfristig soll dafür eine alte Start- und Landebahn deaktiviert werden.

25 Millionen Euro müssen wohl investiert werden, bis das ZEFA eröffnen kann. Wer sich an dieser Summe beteiligen wird und welche Rolle Fördergelder dabei spielen können, ist noch unklar.

Timmermann stellte bei der Vorstellung des Vorhabens im Wirtschaftsausschuss des Landkreises auch in Aussicht, dass sich das Projekt für Schönhagen lohnen werde. Zuletzt gab es immer wieder Diskussionen im Kreistag, weil für den Betrieb des Flugplatzes unplanmäßig Geld zugeschossen werden muss.

Einen Business-Plan für das ZEFA gibt es zwar noch nicht. Doch das System ist klar: „Firmen werden sich in den Testeinrichtungen in Schönhagen einmieten“, erläutert Timmermann, „dieses System muss sich selbstverständlich rentieren.“

Ein erster Entwurf: So könnte das Technologie- und Gründerzentrum aussehen. Quelle: Screenshot / Mola Architekten GmbH BDA + Solidar Planungswerkstatt

In das Technologie- und Gründerzentrum sollen sich zudem Start Ups oder bereits etablierte Unternehmen einmieten können. Auch die Hochschulen Wildau und Cottbus wollen sich an dem Projekt beteiligen.

Konzept fürs ZEFA soll im Herbst kommen

Bis zum Herbst 2019 soll nun ein Konzept erstellt werden, das wichtige Details klärt, zum Beispiel: Wird es eine eigene Betreibergesellschaft für das ZEFA geben? Welche Förderungen von Land, Bund und EU können in Anspruch genommen werden? Und wie kann sich der Landkreis an dem Zentrum beteiligen? Denn am Ende soll das Konzept dem Kreistag vorgelegt werden.

Der Standort ist schon gefunden: Das ZEFA soll im nördlichen Bereich des Flugplatzes entstehen. Quelle: Screenshot / FGS

Die ersten Reaktionen der Abgeordneten sind verhalten positiv. Der Vorsitzende des Ausschusses für Regionalentwicklung und Bauplanung, Winand Jansen (parteilos), sieht im Projekt ZEFA vor allem eine Chance für Teltow-Fläming. „Hier könnten nicht nur moderne Technik, sondern auch Arbeitsplätze in der Region entstehen“, sagt er.

Landrätin: „Ambitioniertes Ziel“

Auch die Landrätin begrüßt das Vorhaben. „Mit der geplanten Fertigstellung Ende 2022 ist das zwar ein ambitioniertes Ziel“, sagt Kornelia Wehlan (Linke). „Doch inhaltlich passt das Projekt sehr gut zum Leitbild des Landkreises, was die Klimaentwicklung betrifft.“

Von Victoria Barnack

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