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01:15 14.02.2019
In Schönhagen werden Flüge aufgenommen, für die die Kapazitäten an den Berliner Großflughäfen nicht ausreichen. Quelle: foto: Hartmut F. Reck
Schönhagen

Fast 600.000 Euro muss der Kreis 2019 zuschießen, damit der Flugplatz Schönhagen nicht in den roten Zahlen versinkt. Denn unter der Kostenaufstellung des kleinen Airports steht ein dickes Minus. Weil der Kreis aber schon seit Jahren immer wieder Zuschüsse liefert, wollen die Abgeordneten nun die Landesregierung in die Pflicht nehmen. Das Argument: Vom Betrieb des Schönhagener Flugplatzes profitiert vor allem das Land – und weniger der Landkreis und seine Kommunen selbst.

Schönhagen entlastet Berliner Großflughäfen

Beteiligen soll sich das Land aber nicht an den allgemeinen Kosten für den Betrieb. Bei der Bitte um Mitfinanzierung geht es um die Kosten, die mit den Aufgaben der Daseinsvorsorge zusammenhängen.

Denn nicht nur Hobbypiloten und Vereine nutzen die Anlage in Schönhagen. Der Flugplatz entlastet als größter Verkehrslandeplatz in den neuen Bundesländern auch die beiden Berliner Flughäfen in Tegel und Schönefeld.

Klaus-Jürgen Schwahn (u.) ist Pilot mit jahrelanger Erfahrung und Geschäftsführer der Flughafengesellschaft. Quelle: Elinor Wenke

In Schönhagen werden immer wieder Flüge aufgenommen, für die an den Großflughäfen die Kapazitäten fehlen, unter anderen aus den Bereichen des Geschäftsreiseverkehrs, der Arbeitsluftfahrt, des privaten Individualverkehrs, aber auch für Forschungs- und Entwicklungszwecke.

Hohe Kosten und viele Schulungen für Flugsicherung

Einen Zuschuss durch die öffentliche Hand soll es hauptsächlich für die Kosten für Flugsicherungsdienste geben. Hier sei der bürokratische Umfang und der Arbeitsaufwand für die Schulungen zuletzt permanent angestiegen, berichtete der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Klaus-Jürgen Schwahn.

231.000 Euro für spezielles Personal

Kosten, an denen sich das Land beteiligt, sollen unter anderem Aufwendungen für Flugsicherungsdienste sein. Auf internationalen Großflughäfen trägt sie der Bund, auf kleineren Flugplätzen der Betreiber.

Auch Personalkosten schlagen sich im Budget nieder. Für die jeweils fünf Flugleiter und Beauftragten für Luftaufsicht in Schönhagen, also örtliche Vertreter der Luftfahrtbehörde, fallen jährlich 231.000 Euro an.

Zeit und Geld kosten auch jährliche Mitarbeiterschulungen. Die öffentlich bestellten Flugleiter nehmen Aufgaben der Luftsicherheit, des Brandschutzes und der Grenzabfertigung wahr. Dafür müssen sie sich bei Bundespolizei oder Feuerwehr schulen lassen.

„So mussten zum Beispiel im Dezember alle Flugleiter außerhalb der regelmäßigen, jährlichen Schulungen an einer ,Waffenschulung’ der Bundespolizei teilnehmen, da Kontrollen legal mitgeführter Waffen zum Pflichtprogramm bei der Grenzabfertigung gehören“, heißt es in der von der Kreisverwaltung erarbeiteten Argumentation.

Der Flugplatz Schönhagen ist der einzige seiner Art in Brandenburg, der eine Grenz- und Zollabfertigung hat und aufgrund moderner Technik wetterunabhängig erreichbar ist.

Seit Oktober 2018 können in Schönhagen Flugzeuge mittels satellitengestütztem Nichtpräzisions-Anflugverfahren nach GPS landen. Quelle: Margrit Hahn

Ebendiese Besonderheit nutzt der Kreis nun für seine Argumentation. Der Schönhagener Flugplatz entlaste dadurch nämlich die Berliner Flughäfen in besonderem Maße. „Schönhagen hat fast alle Flugzeuge aufgenommen, die nach dem Baubeginn aus Schönefeld umgesiedelt werden mussten“, argumentiert der Kreis, „und hat die entsprechenden Strukturen hierfür seit 2007 vollständig aus eigener Kraft geschaffen.“

Kreistag soll Vorschlag Ende Februar bewilligen

Der erste Ausschuss des Kreises, jener für Regionalentwicklung und Bauplanung, hat den Beschluss bereits empfohlen. Fast zwei Stunden lang hatte der Geschäftsführer des Flugplatzes den Mitgliedern die Lage in Schönhagen geschildert. Der Ausschuss hatte daraufhin die Intention an die Kreisverwaltung herangetragen, das Land zur Mitfinanzierung aufzufordern.

Wenige Wochen später liegt nun der Beschluss vor. In dieser Woche folgt die Beratung im Wirtschaftsausschuss. Ende Februar könnte der Kreistag den Vorschlag absegnen.

Im Dezember kritisierten einzelne Kreistagsmitglieder zu niedrige Mieten für Stellplätze am Flugplatz Schönhagen. Quelle: Hartmut F. Reck

Im obersten Gremium des Landkreises war die Debatte um das Zuschussgeschäft bereits im Dezember geführt worden. Die Abgeordneten befürworteten die Übernahme des Defizites von knapp 590.000 Euro durch den Kreis (die MAZ berichtete). Gleichzeitig kam harsche Kritik am Gesamtkonzept auf. Einige Kreistagsmitglieder hatten gefordert, den Flugplatz gänzlich auf den Prüfstand zu stellen. Andere kritisierten, dass die Einnahmen aus den zahlreichen Stellplätzen zu gering seien.

Die Flughafengesellschaft steuert, unter anderen aus diesen Mieteinnahmen, im Jahr 2019 das letzte Drittel des Defizites bei. „Dabei müsste sie die erwirtschafteten Einnahmen eigentlich als Rücklagen nehmen“, sagt der Vorsitzende Regionalentwicklungsausschusses, Winand Jansen (SPD), der den Vorschlag nicht zuletzt aus diesem Grund befürwortete.

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