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Trebbin Elektriker setzen Storchennest um
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18:52 27.02.2019
Torsten Schulert (l.) und Patrick Knospe bestücken das Metallrad in elf Metern Höhe mit Nistmaterial. Quelle: Elinor Wenke
Trebbin

Als Umzugs-Unternehmen für Familie Storch fungiert die Elektro-Firma Gerigk aus Lüdersdorf nicht alle Tage; ganz unerfahren sind die Fachleute dennoch nicht. In der Trebbiner Bahnhofstraße haben sie am Mittwoch im Auftrag des Energieversorgers Edis und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ein Storchennest umgesetzt.

An den Resten des alten Storchennestes: Frank Schulze Daniel Jonelat, Katharina Schulze mit Sohn Erwin und Heiko Rüdiger (v.l.). Quelle: Elinor Wenke

„Das Storchenpaar hatte im vergangenen Jahr seinen Horst auf einem noch aktiven Schornstein eines Privatgrundstücks gebaut“, sagte Daniel Jonelat von der Naturschutzbehörde. Die beiden Zugvögel hatten zwar keinen Bruterfolg, dennoch handelt es sich laut Jonelat nicht um ein sogenanntes Spielnest, sondern um eine geschützte Niststätte.

Doch auf dem Schornstein konnte die Behausung nicht bleiben. Der Eigentümer ist verpflichtet, für Abhilfe zu sorgen. „Es ist eine ganzjährig geschützte Brutstätte“, erläuterte der Artenschützer, „wenn man das Nest abreißt, muss man einen angemessenen Ersatz schaffen.“

Patrick Knospe holt altes Nistmaterial aus dem Sack. Quelle: Elinor Wenke

Auf dem selben Grundstück fand sich kein passender Standort, doch bei den Nachbarn stieß Jonelat auf offene Ohren. Frank und Katharina Schulze stellten an der östlichen Seite ihres Grundstück einen Platz zur Verfügung, um dort einen Mast zu errichten.

„Wir freuen uns über die Störche und unsere Kinder Erwin und Heinrich freuen sich natürlich auch“, sagt Katharina Schulze. Die Familie beobachtete am Mittwoch zeitweise das Umzugsgeschehen. „Auch unsere Pensionsgäste sind ganz begeistert“, sagte der Familienvater.

Edis übernimmt die Kosten

Edis musste in der Vergangenheit hin und wieder eingreifen, wenn die Vögel Oberleitungen oder anderen elektrischen Anlagen zu nahe gekommen waren. Diesmal hätte das regionale Energieunternehmen nicht tätig werden müssen, erklärte sich aber trotzdem bereit, die Kosten des Nestumbaus einschließlich eines elf Meter hohen Mastes zu übernehmen. Die Naturschutzbehörde des Landkreises stellte das „Wagenrad“ aus Metall mit einem Durchmesser von 1,10 Meter als Nestgrundlage zur Verfügung.

„Den Mast haben wir heute früh in die Erde gebracht“, berichtete Heiko Rüdiger, Vorarbeiter in der Firma Gerigk, die als Vertragspartner von Eon-Edis fungiert und auch schon öfter Vogelnester umgesetzt hat. Torsten Schulert und Patrick Knospe fuhren dann mit einer Hebebühne in luftige Höhe, um das Metall einzeln wieder mit Grünzeug zu bestücken.

Torsten Schulert (r.) und Patrick Knospe fahren in luftige Höhe. Quelle: Elinor Wenke

„Zunächst kommt Weide als Deckschicht drauf“, sagte Jonelat. Doch dann werden die gebrauchten Äste, Zweige und das Erdreich aus dem alten Nest verwendet, um für Ehepaar Adebar einen Wiedererkennungseffekt zu schaffen. „Das Nest darf auch nicht zu weit weg vom alten Standort sein“, sagt Jonelat, die 40 Meter bis zum Ur-Schornstein sind gerade noch vertretbar.

„Schöne Abwechslung“

In einem großen Transportsack war ein halber Kubikmeter altes Nistmaterial zusammengeschichtet worden, aus dem sich Torsten Schu­lert und Patrick Knospe bedienten. „Uns macht die Höhe nichts aus und ein Storchennest zu bauen, ist doch mal eine schöne Abwechslung“, sagte Patrick Knospe. Am Nachmittag wurde an der alten Dorfschule in Jütchendorf noch ein weiterer Horst umgesetzt. „Jetzt müssen nur noch die Störche kommen“, wünscht sich Katharina Schulze.

Von Elinor Wenke

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