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Teltow-Fläming Trebbiner Notunterkunft steht weiterhin leer
Lokales Teltow-Fläming Trebbiner Notunterkunft steht weiterhin leer
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04:38 18.05.2016
Wie eine riesige gesteppte Daunendecke wölbt sich die Traglufthalle am Rande des Flugplatzes Schönhagen über das Gelände. Quelle: Hartmut F. Reck
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Schönhagen

Wer ins Zelt hinein will, muss eine Schleuse passieren. Von wegen „Tag der offenen Tür“ – der könnte schnell zum Tag des zusammengefallenen Zeltes werden. Also darf bei der Traglufthalle am Flugplatz Schönhagen immer nur eine Tür geöffnet werden wegen des drohenden Druckabfalls.

Erstmal 42 freie Plätze gemeldet

Das ist das erste, was die künftigen Bewohner lernen müssen. Doch noch sind keine da, erfuhren die Besucher neulich am Tag der offenen Tür. Und es werden auch keine erwartet, obwohl inzwischen 42 Plätze an die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt freigemeldet wurden. Platz böte die Halle sogar für 300 Flüchtlinge.

Landrätin Kornelia Wehlan (Mitte) erläutert die Umstände, die zur Anmietung der Traglufthalle führten. Quelle: Hartmut F. Reck

„Wir wollen die Hallen schrittweise freimelden“, erklärte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) die Pläne des Kreises für die beiden Hallen in Schönhagen und Luckenwalde, als sie sowohl die Aufnahmeeinrichtung als auch die Stadtverordnetenversammlung in Trebbin besuchte, „wir wollen nicht, dass beispielsweise an einem Tag zehn Busse kommen.“ Aber danach sieht es derzeit nicht aus, denn bisher sind weder Flüchtlinge angekommen noch aktuell welche angekündigt.

Erst waren es 1187 Flüchtlinge in vier Monaten, dann nur noch 249

Wozu also das Ganze, zumal die Flüchtlingswelle derzeit abgeebbt ist? Die Landrätin nannte Zahlen: Von Januar bis April 2016 wurden dem Kreis 249 Flüchtlinge zugewiesen. Von September bis Dezember 2015 waren es 1187. Die Prognose für dieses Jahr lautet nach wie vor: 2413. Aber niemand weiß, wie es weitergeht.

Sechsbett-Kabuff mit sechs Spinden, einem Tisch und zwei Stühlen. Mehr passt nicht rein. Quelle: Hartmut F. Reck

In Schönhagen ist man auf alles vorbereitet. Den Eindruck gewinnt man jedenfalls beim Gespräch mit den Vertretern der Awo, die Halle und Bewohner betreuen werden. Dies wird auch nötig sein, denn es handelt sich hierbei um Notunterkünfte, deren Standards noch unter denen der Übergangswohnheime liegen. Dort stehen jedem Flüchtling mindestens sechs Quadratmeter zu, in den Hallen sind es lediglich 3,41 Quadratmeter. Die kleinen Kabuffs können bis zu sechs Bewohner beherbergen. „Wir wollen sie mit maximal 200 Flüchtlingen belegen“, sagt Guido Kohl vom Sozialamt des Kreise, damit nur bis zu vier Leute in einem Raum leben.“

Schönhagener wollen Flüchtlingen helfen

Wie viele Flüchtlinge auch immer kommen werden, für Schönhagen mit seinen 285 Einwohnern ist es eine große Herausforderung. „Die Menschen, die Hilfe brauchen, sollen sie auch bekommen“, sagt Ortsvorsteher Dieter Kotras. Darüber sei man sich im Dorf einig. Die anfänglichen Befürchtungen seien weitgehend beseitigt. Wichtig sei es, so Kotras, den Flüchtlingen mit Respekt zu begegnen und ihnen in dieser Abgeschiedenheit zu helfen beim Einkaufen, Transport und Zeitvertreib. „Vielleicht kann man ja gemeinsam den Dorfputz vornehmen und den Spielplatz erweitern“, so Kotras. „Arbeit verbindet“, weiß er aus seiner beruflichen Erfahrung.

Von Hartmut F. Reck

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