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Trebbiner Soldaten-Tagebuch verfilmt

Zweiter Weltkrieg Trebbiner Soldaten-Tagebuch verfilmt

Udo Pörschke hat die Kriegserfahrungen seines Großvaters aus Trebbin in einen Film umgesetzt. Dieser war im Zweiten Weltkrieg in sowjetische Gefangenschaft geraten und wollte nach seiner Rückkehr zeitlebens nicht über die Kriegserlebnisse reden. Aber er hinterließ ein Tagebuch.

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Filmvorführung im Parkhotel Trebbin.

Quelle: Katja Schubert

Trebbin. Der Raum ist abgedunkelt, die Stühle besetzt. Mit Spannung erwartet das Publikum im Parkhotel Trebbin am Sonntagnachmittag den Film von Udo Pörschke. In „Zeilen aus der Vergangenheit“ zeigt er die ganz persönliche Geschichte eines Mannes, der wissen möchte, was sein Großvater in Zeiten des Zweiten Weltkrieges erlitten hat. Diese Aufarbeitungsreise führt ihn dabei über eine 3000 Kilometer weite Strecke durch Deutschland und Polen entlang der Anhaltspunkte im Tagebuch seines Großvaters Martin Welz.

So machte sich Pörschke, der immer ein sehr inniges Verhältnis zu seinem Großvater hatte und heute in Ungarn als Schriftsteller und Lehrer lebt, nach dem Fund der bis dahin unbekannten Unterlagen persönlich auf die Spurensuche. Das Tagebuch entpuppte sich als kleiner Schatz. Es enthielt genaue Aufzeichnungen darüber, wie Martin Welz als deutscher Soldat zuerst als Funker in Alt Madlitz einsetzt wurde, nicht weit weg von seiner Familie. Später musste er fliehen, wurde aber in Gut Kummersdorf von der Sowjet-Armee gefangen genommen. Er musste im sogenannten Höllenmarsch vom Trebbiner Gefangenenlager über Lübben über Neuhammer bis ins polnische Dorf Zabrze laufen, wo er als Kohlegruben-Zwangsarbeiter eingesetzt wurde. Nach vielen Jahren der Gefangenschaft kehrte Martin Walz 1949 zu seiner Familie zurück. Er sprach nie auch nur ein Wort über die Kriegszeit.

Schicksal berührt die Zuschauer

„Diese Geschichte war sehr ergreifend, ich war den Tränen nahe. Durch dieses persönliche Schicksal kann man das Ganze viel besser begreifen und verarbeiten.“ meint Waltraud Prosch (72) vom Trebbiner Heimatverein. Auch Burkhard Heinrich (61) erinnert sich: „Mein Vater war damals sechs Jahre im Krieg, danach mussten alle unterschreiben, dass sie nichts erzählen.“

„Die Intention meines Filmes ist ausschließlich die exemplarische Darstellung des Leidensweges meines Großvaters; es soll vor den Schrecken des Krieges warnen“, sagt Udo Pörschke. Eine generelle „deutsche Opferhaltung“ sei damit nicht gemeint.

Von Katja Schubert

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