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Teltow-Fläming Trend geht zum Ferienhäuschen im Grünen
Lokales Teltow-Fläming Trend geht zum Ferienhäuschen im Grünen
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00:32 21.06.2015
Gerd Krüger bewirtschaftet zwei Bungalows in Senzig. Pro Nacht zahlen Urlauber rund 40 Euro. Quelle: Luise Fröhlich
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Dahmeland-Fläming

Gerd Krüger betreibt eine kleine Bungalow-Anlage in Senzig bei Königs Wusterhausen. Als privater Vermieter sorgt er für alles selbst, egal ob reparieren, renovieren oder reinigen. Eines seiner Häuser ist bis Oktober ausgebucht. „Das wird eine gute Saison für mich“, sagt er. Nicht nur für ihn, denn in der ganzen Region Dahmeland-Fläming steigt die Nachfrage im Bereich des Ferienhaus-Tourismus an. Eine aktuelle Studie des Deutschen Ferienhausverbandes hat ergeben, dass die Ferienhaus-Branche größer ist als bisher angenommen.

Bisherige Untersuchungen zum Stellenwert des Ferienhausmarktes bezogen sich nur auf gewerbliche Anbieter. Private Vermieter, die unter zehn Betten stellen, sind beim statistischen Bundesamt nicht meldepflichtig. Der Deutsche Ferienhausverband hat in Zusammenarbeit mit dem Portal FeWo-direkt bundesweit flächendeckend Stichproben genommen und den Anteil des privaten Ferienhausmarktes hochgerechnet. Ergebnis: Rund 21 Prozent aller Buchungen entfallen demnach auf Ferienhäuser. Bisher war man von einem Durchschnitt von 6,8 Prozent ausgegangen. Statt jeder 15. Übernachtung findet demnach jede fünfte in einem Ferienhaus statt.

Run auf Ferienhäuser

Gerd Krüger ist zwar privater Vermieter, hat seine Bungalowanlage aber als Gewerbe angemeldet. Die meisten seiner Urlauber sind Stammgäste, noch aus Zeiten, als seine Mutter die beiden Bungalows neben Krügers eigenem Haus bewirtschaftete. Dennoch erreichen ihn auch viele Anfragen neuer Gäste, die vor allem übers Internet auf die Bungalows stoßen. „Im Sommer muss ich viele Absagen erteilen, weil meist alles ausgebucht ist“, sagt er. Seit Kurzem bietet er nicht nur Übernachtungen an, sondern richtet auch Geburtstags- und Hochzeitsfeiern für seine Gäste aus.

Birgit Kunkel, Sprecherin des Tourismus-Marketing Brandenburg bezeichnet den Ferienhaustourismus als „grauen Beherbergungsmarkt“, weil es vor allem im Land Brandenburg von privaten Anbietern wimmelt, die von der Statistik nicht erfasst werden. Landesweit ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren angestiegen. 2009 gab es 807 000 Übernachtungen in Ferienhäusern. Im Jahr 2014 zählte man schon 1,4 Millionen, wobei von einer höheren Zahl auszugehen ist. „Bei unserer eigenen Marktforschung haben 24 Prozent der Befragten angegeben, in einer Ferienhausimmobilie übernachtet zu haben“, sagt Kunkel.

Diese Tendenz zeigt sich auch in der Region, wie Juliane Frank, Marketingleiterin des Tourismusverbands Dahme-Seen, bestätigt. „Es gibt wenig große Hotels und dafür viele private Vermieter auf dem Land“, sagt sie. Dass keine konkreten Zahlen über den Anteil des privaten Ferienhausmarktes vorliegen, ist problematisch. Der Verband kennt nur die Anbieter, die mit ihm in Kontakt stehen und an Kunden vermittelt werden. Weil Privatleute ihre Angebote leicht im Internet inserieren können, gehe dem Verband einiges verloren. „In den Ferien, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, könnten wir mit allen Privatanbietern das drei- bis fünffache Angebot machen.“ Frank erklärt, dass im Dahmeland eine deutliche Differenz zwischen Nord und Süd besteht. Während der Tourismus in Schönefeld fast zu 100 Prozent von Hotels lebt, gebe es rund um Heidesee und das Schenkenländchen mehr Ferienhausgäste.

Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbands Fläming, berichtet, dass in den vergangenen Jahren deutlich mehr Ferienhäuser entstanden sind. Besonders in den Bereichen rund um die Fläming-Skate und im Hohen Fläming haben sich immer mehr Privatanbieter angesiedelt. „Die Erfahrungen aus Abfragen freier Kapazitäten lassen vermuten, dass die privaten Anbieter gut gebucht sind“, sagt Menzel. Dass Urlauber vermehrt Ferienwohnungen buchen, liege nicht nur daran, dass sie günstiger als Hotels sind. „Die Gäste mögen die Individualität und den Freiraum, vor allem Familien mit Kindern“, sagt Menzel. Ein unschlagbares Argument sei die S-Bahn-Anbindung nach Berlin in Kombination mit einem Häuschen im Grünen, sagt auch Juliane Frank.

Von Luise Fröhlich

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