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Teltow-Fläming Trommeln für die S-Bahn-Verlängerung
Lokales Teltow-Fläming Trommeln für die S-Bahn-Verlängerung
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04:25 21.09.2016
Mit einem selbst entworfenen Banner setzt sich Clemens Wudel dafür ein, dass die S-Bahn eines Tages wieder bis Rangsdorf fährt. Quelle: Christian Zielke
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Rangsdorf

Dort, wo einst die S-Bahn im 20-Minuten-Takt aus Berlin eintraf, wächst mittlerweile das Gras. Nur mit Mühe lassen sich am neuen Rangsdorfer Bahnhof die Relikte dieser Zeit finden. Nur das fast verschüttetes Gleis und ein rostiger Prellbock erinnern an die Rangsdorfer S-Bahn-Geschichte.

Land überarbeitet Mobilitätsstrategie

Clemens Wudel möchte diesen Zustand nicht hinnehmen. Der Rangsdorfer will, dass die S-Bahn eines Tages wieder bis Rangsdorf fährt und für dieses Ziel hofft er, viele Unterstützer zu bekommen. „Es ist an der Zeit, dass Bewegung in die Sache kommt“, sagt er. Das Land Brandenburg will Ende des Jahres die Mobilitätsstrategie bis 2030 und das Nahverkehrskonzept für die kommenden Jahre vorstellen. Eine S-Bahn bis Rangsdorf ist nur ein Wunsch unter vielen. Auch in Falkensee, Velten und Kleinmachnow hofft man auf den Anschluss.
„Ich habe Angst, dass wir nicht berücksichtigt werden“, sagt Wudel. Deshalb möchte er möglichst viele Menschen dazu bewegen, sich für eine S-Bahn-Verlängerung einzusetzen. „Die Bürger sollen auf die Straße gehen und die S-Bahn von der Politik einfordern“, sagt der 55-Jährige. Eine Unterschriftensammlung ist ebenso geplant wie eine Demonstration in Potsdam. Die Anmeldung dazu ist bereits verschickt, in der kommenden Woche hat er ein Gespräch mit der Polizei. Allein für Banner, T-Shirts und Aufkleber hat der selbstständige Internetunternehmer mehr als 500 Euro ausgegeben.

Rolls Royce braucht Anbindung

Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von ihm bereits Post bekommen. In einem Brief hat Clemens Wudel das Bundeskanzleramt um eine Kopie des Protokolls zum deutschen Einigungsvertrag gebeten. Dort soll explizit von einem Wiederaufbau der S-Bahn-Strecke nach Rangsdorf die Rede gewesen sein. Doch für Wudel, der auch sachkundiger Einwohner im Rangsdorfer Bauausschuss ist, sprechen nicht nur historische Gründe für die S-Bahn. „Wir sind eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Brandenburg“, sagt er. Allein Rolls Royce in Dahlewitz mit seinen mehr als 2000 Beschäftigten und das künftige Gewerbegebiet Am Spitzberg mit bis zu 700 neuen Jobs bräuchten eine zuverlässige Anbindung nach Berlin.

Unterstützung aus den Rathäusern

Unterstützung für sein Anliegen erhält Wudel aus dem Rathaus. Die Gemeinden Rangsdorf und Blankenfelde-Mahlow lassen derzeit von Planern ein Gutachten über ihre Entwicklungspotenziale erstellen. Dieses soll demnächst fertig sein und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) als Entscheidungshilfe vorgelegt werden. „Es geht vor allem um die wirtschaftliche Entwicklung mit Rolls Royce als Ankergewerbe“, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). Er ist überzeugt, dass auch viele Bürger von einer S-Bahn profitieren. Um das Vorhaben nicht zu gefährden, müssten die Pläne zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeld teilweise gestoppt werden. Sie sehen vor, einen Teil der für ein S-Bahn-Gleis frei gehaltenen Fläche zum Park-and-Ride-Platz zu machen.

Hintergrund

Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 endete der S-Bahn-Verkehr zwischen Berlin und Rangsdorf.

Seit 2002 kämpft der Verein Bisar für einen Wiederaufbau der Strecke.

Die Autobahnbrücke bei Rangsdorf bietet Platz für ein S-Bahn-Gleis.

An dem Tunnel in Dahlewitz, der am 5. September eröffnet wurde, sind keine zusätzlichen Vorkehrungen für ein weiteres Gleis vorgesehen. Er müsste umgebaut werden.

Von Christian Zielke

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