Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Trommeln mit Parkinson

Neue Bewegungsform Trommeln mit Parkinson

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe in Ludwigsfelde hat eine neue Bewegungsform für sich entdeckt: Das Trommeln. Nun trafen sie sich zum dritten Mal dazu am Waldhaus.

Voriger Artikel
Rege Beteiligung am Maerker
Nächster Artikel
Transporter prallt gegen Baum

Viel Spaß beim Trommeln: die „Parkis“ am Waldhaus.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde . Sie treffen sich im Garten am „Waldhaus“ Ludwigsfelde, um etwas zu tun, was bisher deutschlandweit keine andere Gruppe Parkinsonkranker tut: gemeinsam trommeln. Gruppensprecher Michael Pioch, selbst nicht betroffen von der manchmal noch als Schüttellähme bezeichneten Krankheit, hatte zur dritten Übungsstunde dieser Art eingeladen. Jeder wird begrüßt, jeder freut sich, dass es nicht mehr regnet und die großen Gummibälle in den Garten rollen können.

Dort wartet Kaushik Gosai auf die Gruppe, der Kenianer aus Thyrow, in der Region Inbegriff für Drums Alive, das Trommeln auf großen Gummibällen mit Aerobic-Elementen, Tanzschritten und viel Spaß. „Man muss sich konzentrieren und bekommt den Kopf frei“, sagt der 43-Jährige. Für die Parkinson-Kranken ist es viel mehr als Spaß und Kopf-frei. „Es ist sehr wichtig für das Erlebnis als Gruppe“, erklärt Michael Pioch, „es traut den Kranken ja kaum jemand zu. Und 50 Prozent unserer Therapie ist Bewegung.“ Der Gruppensprecher ist Initiator für die neue Bewegungsform. Bis voriges Jahr haben die „Parkis“, wie sie sich selbst nennen, getanzt. Und dann sah Pioch dieses Trommeln. „Zuerst habe ich die Gruppe gefragt, ob sie sich das zutraut. Dann die AOK und einen Sponsor. Und nun haben wir diesen Kurs für ein Jahr mit Option auf Verlängerung.“

Kaushik Gosai trommelt vor, zählt laut, bis die Gruppe Takt und Rhythmus drauf hat. Dann legt er solistisch los, im Hintergrund der Rhythmus der Gruppe. Ob 48 oder 91 Jahre – es klingt gemeinsam, wie ein Orchester. Zu dem gehört Torsten Römer (48) aus Trebbin. Der ehemalige Bauleiter wollte wie so viele anfangs nicht wahrhaben, was mit ihm passierte: „Meine Schrift wurde immer kleiner, ich zog mich immer mehr zurück, das Autofahren war ein Risiko.“ Heute ist er Rentner, lebt mit Medikamenten und Gehirnschrittmacher. „Ohne meine tolle Frau hätte ich das nicht geschafft“, sagt er. Und findet das Trommeln „toll, aber schwierig. Heute schaff ich’s zum ersten Mal, selbst zu zählen.“

Von Jutta Abromeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg