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Teltow-Fläming Trommelwirbel für Toleranz
Lokales Teltow-Fläming Trommelwirbel für Toleranz
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00:35 27.09.2015
Gofefo aus Burkina Faso (M.) brachte den Trebbiner Schülern in seinem Workshop das Einmaleins des Trommelns bei. Quelle: Elinor Wenke
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Trebbin

Die Goethe-Oberschule in Trebbin verwandelte sich am Mittwoch in eine riesige interkulturelle Bühne. Der Verein „Interkunst“ mit Sitz in Berlin veranstaltete mit den 160 Schülern der Klassen 7 bis 10 das Projekt „Instant Acts“ – eine Initiative für Toleranz und gegen Gewalt und Rassismus.

„Wir haben heute alle Spätschicht“, scherzte Schulleiter Bernd Schill und meinte damit die Unterrichtsverlagerung. Die Schüler hatten den Vormittag frei und trafen sich am Mittag zu ihren Workshops. Der künstlerische Leiter Til Dellers stellte die zwölf verschiedenen Kurse vor, in denen Künstler aus aller Welt mit den Schülern kleine Stücke einstudierten, mit ihnen tanzten, musizierten, Artistik probten oder sich sportlich betätigten.

Hintergrund

„Instant Acts“ ist ein interkulturelles Projekt für Toleranz und gegen Rassismus. Einzelne Künstler aus verschiedenen Ländern bereiten Workshops vor, in denen anschließend mit Schülern geübt wird.

Der Verein „Interkunst“ gestaltet das Projekt seit 22 Jahren zieht damit jährlich durch ganz Deutschland.

In diesem Jahr findet die Tour im September und Oktober statt. Eine Woche lang wurde unter Leitung von Regisseur Arkadiusz Zietek geprobt.

Der Projekttag in Trebbin wurde unter anderem vom Lokalen Aktionsplan (LAP) des Kreises Teltow-Fläming gefördert. Die Schule gestaltet jedes Jahr ein Toleranz-Projekt.

Marko aus Kroatien sorgte mit seinen Hula-Hoop-Künsten für Stimmung, Idara und Matthew aus Nigeria führten afrikanische Tänze vor. Tiny aus der Tschechischen Republik war der Geräusche-Spezialist; Emiria aus Japan die Zirkusakrobatin und Henk aus Deutschland der Rapper. Gofefo aus Burkina Faso begeisterte mit seinen Trommelrhythmen, Igor aus Polen mit Zauberei. Jonglage präsentierte Orniga aus Spanien. Weitere Akteure kamen aus Moldawien, Frankreich oder dem Iran.

„Sprecht mit den Künstlern englisch, französisch oder was ihr gerade könnt“, ermunterte Til Dellers die Zwölf- bis 15-Jährigen, „habt keine Hemmungen und keine Angst.“ Mit jungen Künstlern und jungem Publikum könne man viel bewegen und mögliche Vorurteile über Bord werfen, sagte Dellers. „Es geht um Spaß, aber auch um Disziplin und um die Herausforderung, sich durchzubeißen und auch mal Fehler zu machen“, sagte Dellers.

Die Schüler durften sich selbst für die Workshops einteilen. „Ich bin sehr gespannt, ob das klappt“, sagte Lehrerin und Mitorganisatorin Simone Pickert. Doch ihre Skepsis war unbegründet, den jeder fand seinen Favoriten. Stephan Bicht aus der 9. Klasse hatte sich für Basketball entschieden. „Ich mag Sport“, sagte der 15-Jährige. Ruben Bräucker aus der 8. Klasse stiefelte zum Trommel-Workshop in die Aula. „Ich glaube, was anderes kriege ich nicht hin“, witzelte er. Sandra Hübner aus der 10. Klasse befand: „Trommeln ist cool und bestimmt leicht zu erlernen.“ Und alle stimmten ihrer Mitschülerin Melina Thiem zu: „So ein Projekttag ist viel besser als Unterricht.“ Am Abend präsentierten die Schüler das Gelernte vor großem Publikum – ihren Eltern.

Von Elinor Wenke

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