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Teltow-Fläming „Tschick“-Darsteller bald wieder im Kino
Lokales Teltow-Fläming „Tschick“-Darsteller bald wieder im Kino
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00:18 08.07.2017
Der auf einem Bauernhof bei Zossen aufgewachsene Tristan Göbel ist bald in „Helle Nächte“ in den Kinos zu sehen. Quelle: Fotos: Schramm Film/M. Krüger, K. Grunow
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Zossen

Der Film „Helle Nächte“ mit dem bei Zossen lebenden Schauspieler Tristan Göbel startet am 10. August bundesweit in den Kinos. Die große Premiere war bereits im Februar im Wettbewerb der Berlinale. Regisseur und Drehbuchautor Thomas Arslan schildert hier die behutsame Annäherung von Vater und Sohn. Lange haben sich die beiden nicht gesehen, nun aber nimmt der von Georg Friedrich gespielte Bauingenieur Michael seinen 14-jährigen Sohn Luis mit nach Norwegen, um dort den Großvater des Jungen zu beerdigen. Auch dieser hielt wenig Kontakt zu seiner Familie. Nun lernen beide etwas über diesen Mann und vor allem über sich selbst. Tristan Göbel erweist sich wie schon in „Tschick“ als hochtalentierter jugendlicher Darsteller.

„Frei von Manierismen“

„Die Arbeit mit ihm war eine große Freude. Er hat eine erstaunliche Offenheit vor der Kamera und ist frei von Manierismen“, erzählt Regisseur Arslan. Kennengelernt habe er Tristan Göbel erst beim Casting. Dass der Jugendliche zuvor schon einige Filme gedreht hatte, wusste Arslan zwar, aber er hatte ihn noch nicht auf der Leinwand gesehen. Als die Vorbereitungen für „Helle Nächte“ liefen, war Fatih Akins fulminante Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ auch noch gar nicht in den Kinos, erst im September vergangenen Jahres lief der Film an und begeisterte sofort ein großes Publikum. Mittlerweile ist auch die DVD zum Film erschienen.

Das Road-Movie „Tschick“ ist kürzlich auf DVD erschienen. Quelle: Studiocanal GmbH/MathiasBothor

Vor wenigen Tagen erst wurden Tristan Göbel und Anand Batbileg für ihre Rollen in „Tschick“ als beste Nachwuchsdarsteller beim Filmfest München mit dem Kindermedienpreis „Der weiße Elefant“ ausgezeichnet. Bereits im Alter von vier Jahren stand der 2002 geborene Tristan zum ersten Mal vor einer Filmkamera, auch in Philipp Stölzls „Goethe!“ wirkte er mit, seine erste Hauptrolle folgte dann 2013 in Christian Schwochows „Westen“, wo er den Sohn der aus der DDR geflohenen Nelly spielte, die von Jördis Triebel verkörpert wurde. Auch in den populären Kinderfilmen „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ war Tristan dabei. In „Winnetous Sohn“ hilft er einem pummeligen Jungen, bei den Karl-May-Festspielen die Rolle des Indianer-Sohnes zu ergattern.

Schauspielern liegt in der Familie

Auch drei seiner Geschwister schauspielern, zu viert waren die Göbels bei „Goethe!“ dabei. Nebenbei ist die Familie auch als Band unterwegs. „The Landeggs“ treten mit Country und Irish Folk auf und sind ab und an auch in der Region zu hören. Sie sind zum Beispiel am 12. August beim Strandfest in Wünsdorf dabei.

„,Tschick’ war mehr Action und der Film war mehr so ein bisschen traurig und Drama“, sagt Tristan Göbel über „Helle Nächte“. Für ihn nach seinen bisherigen Dreherfahrungen ein sehr spezieller Film. Häufiger, erinnert er sich, musste das Team Pausen einlegen, weil es in Norwegen so kalt war. „Sie sind fast die ganze Zeit einander ausgeliefert“, kommentiert Thomas Arslan die in der einsamen Landschaft herumreisenden Hauptfiguren. „Zwischen den beiden hat sich ja in keiner Weise vorher eine Form von Alltag etabliert“, erklärt er das „Tasten und Suchen nach einem möglichen Umgang miteinander“.

Pubertär verschlossen, trotzig, enttäuscht

Die Kritiken nach Berlinale-Premiere waren zwiespältig, manche fanden das Thema eines dialogarmen Vater-Sohn-Dramas zu eintönig, zu verbraucht. Wie genau es ist, wie tief und wie ehrlich der Konflikt begleitet wird, ehrte die Jury des Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele Berlin mit einem Silbernen Bären. Georg Friedrich erhielt diesen Preis als bester Darsteller, sehr zu recht. Beide Figuren sind auf ihre Art unnahbar, Luis ist pubertär verschlossen, wirkt aber auch trotzig und enttäuscht. Michael aber hat sich über die Jahre in eine große Einsamkeit hineinmanövriert, was schon am Anfang deutlich wird, wo die Freundin ihm vorhält, dass er ihr keine Chance lasse, ihn zu verstehen. Georg Friedrich spielt diesen Michael sehr nuanciert, an seinem Gesicht und dem von Tristan Göbel lassen sich ganz zart die Emotionen erahnen, beide tragen den so leisen wie schweren Film in jeder Minute.

Eine kleine Szene übrigens ist am Flughafen Schönefeld entstanden. Ganz am Ende von „Helle Nächte“ ist das zu sehen. Da sei Luis sich nicht hundertprozentig sicher, „ob sie sich richtig gut mögen oder wieder so’n Abstand herrscht“, sagt Tristan Göbel über diesen Moment. Georg Friedrich ist für seinen Michael zuversichtlicher: „Ich denke schon, dass eine Nähe wieder entstehen wird – und entstanden ist.“ Tristan Göbel habe die Geschichte gleich verstanden, erinnert sich Thomas Arslan an die erste Begegnung mit dem Jungen, für den seine schulterlangen Haare sehr charakteristisch sind. „Tristan war beim Casting einfach der Beste, außerdem konnte ich ihn mir gut in der Konstellation mit Georg Friedrich vorstellen.“

Von Karen Grunow

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