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Türkei als Reiseziel wieder beliebter

Dahmeland-Fläming Türkei als Reiseziel wieder beliebter

Die Reisebüros in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming verkaufen dieser Tage schon Urlaubsreisen für den Sommer – und dabei stehen Länder ganz oben auf den Wunschlisten der Kunden, die in den vergangenen Jahren sowohl touristisch als auch politisch kriselten.

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Die Nachfrage nach Reisen in die Türkei ist in der Region Dahmeland-Fläming wieder erstarkt. „Der Preis stimmt“, sagt der Zeuthener Reisebüro-Leiter Thomas Steinhöfel.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Die Erwartungen der Menschen an das Januar-Wetter sind allgemein nicht hoch. Schnee, Wintersonne, mehr muss es gar nicht sein. Aber selbst diese Erwartungen wurden zuletzt enttäuscht. Der Januar war lauwarm, grau und trüb – kein Wunder also, wenn sich Menschen jetzt zunehmend Gedanken über ihre Urlaube machen.

Tatsächlich haben die Reisebüros der Region alle Hände voll zu tun, Reisen zu organisieren. Kurzfristige Trips in die Winterferien sind freilich kaum darunter. Klar: Lange Flugreisen lohnen sich für sieben Tage nicht, und die klassischen Wintertourismusziele in Deutschland leiden unter akutem Schneemangel. „Der Bayerische Wald und der Harz haben in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren, es gibt keine Schnee-Garantie“, sagt Helmut Ertelt vom Reisecenter Jüterbog. Was dafür im Winter gebucht wird – zumindest in seinem Betrieb – ist die Ostsee. Die Hotels dort seien gut, es gebe zahlreiche Spa-Angebote und das alles zu Preisen, die im Vergleich zur Hauptsaison durchaus bezahlbar sind.

Aber die Ostsee im Januar, das muss man natürlich wollen, sagt Helmut Ertelt. Wer es dann doch wärmer mag, der muss schon ein Flugzeug besteigen und ein paar tausend Kilometer fliegen. Drunter wird es nicht zu machen sein, denn selbst in Südeuropa steigen die Temperaturen derzeit kaum über 20 Grad. „Wer wirklich Sonne möchte, der fliegt auf die Kanaren“, sagt Helmut Ertelt. Weil alles Gute aber nie beisammen ist, gibt es auch auf den Kanaren ein Problem – und das ist der Preis. „Im Winter ist es dort teurer, weil alle dorthin wollen“, sagt Kristin Driefert vom Luckenwalder Reisebüro Pelikan-Reisen. Helmut Ertelt hat deshalb noch einen Tipp, den er auch seinen Kunden dieser Tage mit auf den Weg gibt: Kreuzfahrten. Die werden rund um die Kanaren angeboten. „Auf den Schiffen sind auch immer noch Kabinen frei.“ Die seien im Angebot mit Vier-Sterne-Hotels vergleichbar, aber günstiger. „Wir empfehlen eine Kanarentour mit der Aida und für den Landgang Badeausflüge. Dabei kommt man deutlich besser weg als mit einem Hotel.“

Die meisten Gäste, die sich jetzt in Reisebüros informieren, haben den Winter aber längst abgehakt, sie interessieren sich für den Sommer. Und da erlebt ein Land offenbar einen Beliebtheitsaufschwung, das man nach Anschlägen und Putschversuch eigentlich schon abgeschrieben hatte: die Türkei. Zwar meldet der deutsche Reiseverband immer noch Buchungszahlen, die rund 50 Prozent unter denen von 2015 liegen, aber von einer reservierten Haltung merkt Daniela Hüppmeier in Dahme bei ihren Kunden nichts. Sie bucht derzeit viele Reisen in die Türkei. „Die Leute sind offenbar nicht so ängstlich“, sagt sie.

Ähnliche Erfahrungen macht auch Thomas Steinhöfel, der ein Reisebüro in Zeuthen betreibt. „Die Nachfrage ist sehr stark, und das liegt daran, dass der Preis in der Türkei stimmt“, sagt er. Andere Lieblings-Reiseziele der vergangen Jahre – allen voran Mallorca – haben dagegen im Preis so stark zugelegt, dass sich Kunden zweimal überlegen, ob sie sich das in der Hauptsaison noch leisten können. „Zum Teil ist Mallorca inzwischen so teuer, dass Kunden lieber gleich Thailand oder Kenia buchen. Das nimmt sich dann auch nicht mehr viel“, sagt Birgit Schulze vom Reisebüro Intertours in Luckenwalde.

Bei Intertours wiederum ist ein Land ganz vorne mit dabei, dass sich nach kurzer Krise erneut in die Herzen der deutschen Reisenden schleicht: Griechenland. Nachdem in den vergangenen Jahren erst die Euro- und dann die Flüchtlingskrise den Griechen ins touristische Kontor schlug, gewinnen die Urlauber inzwischen offenbar wieder vertrauen. „Griechenland ist gar nicht so viel günstiger, aber es ist eben etwas anderes als die bekannten Touristenziele in Spanien“, sagt Cornelia Leng vom Ludwigsfelder Reisebüro Holiday Land.

Ein Vorteil am Reiseziel Griechenland seien auch die Flugverbindungen. „Von Berlin aus hatten wir zuletzt ganz gute Verbindungen, während nach Mallorca die Flüge oft nur mitten in der Nacht gingen. Auch so etwas kann den Ausschlag geben“, sagt Cornelia Leng. Sie beobachtet daneben auch preisbewussteren Tourismus an die bulgarische Schwarzmeerküste, gleichzeitig aber auch eine Nachfrage nach höherwertigen Reisezielen, etwa Sardinien.

Flüge waren in den vergangenen Thema nicht nur bei den Reisenden ein Thema, sondern auch in den Reisebüros. Die Air-Berlin-Pleite hat viele Touristen stranden lassen, was, wie Birgit Schulze von Intertours Luckenwalde sagt, Kunden auch wieder zurück in die Reisebüros treibt. „Wer bei uns nur den Flug gebucht hat, den konnten wir zwar auch nicht retten. Aber wir empfehlen unseren Kunden immer Pauschalreisen zu buchen, da steht der Reiseveranstalter bei solchen Zwischenfällen in der Verantwortung“, sagt sie.

Wem das alles zu anstrengend oder zu teuer ist, der hat in der kommenden Ferienwoche aber durchaus auch Optionen in der Region, die sich leicht ohne Flugzeug erreichen lassen, und die trotzdem Urlaubslaune machen. Allen voran die Thermen, von denen es in der Region gleich drei gibt. Oder natürlich das Tropical Islands. Die 26 Grad Lufttemperatur, die dort in der großen Halle herrschen, hat man draußen nur in Thailand oder Südafrika. Und 32 Grad Wassertemperatur wie in der künstlichen Lagune gibt es nicht einmal auf den Fidschi-Inseln.

Von Oliver Fischer

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