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Teltow-Fläming Tunnel-Beschluss könnte aufgehoben werden
Lokales Teltow-Fläming Tunnel-Beschluss könnte aufgehoben werden
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04:40 13.07.2016
Der vom Ortsbeirat geforderte Geh- und Radweg auf der Nordseite der Karl-Marx-Straße ist im derzeitigen Beschluss nicht vorgesehen. Quelle: Christian Zielke
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Blankenfelde

Der im April gefasste Beschluss zum Tunnel in der Blankenfelder Karl-Marx-Straße soll aufgehoben werden. Das fordert die Fraktion BB/FDP, die zur Sitzung am Donnerstag einen Antrag eingebracht hat, den bisherigen Beschluss zurückzunehmen.

Andrea Hollstein, die BB/FDP-Fraktionsvorsitzende, sieht die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer bei einem einseitigen Geh- und Radweg gefährdet. Diese müssen – wie jetzt schon – zweimal die Karl-Marx-Straße überqueren. „Wir sollten eine Entscheidung für die Zukunft treffen und dazu gehört eine vernünftige Verbindung“, sagte sie der MAZ.

Blankenfelder Ortsvorsteherin fühlt sich übergangen

Die Verwaltung hatte einen einseitigen Geh- und Radweg auf der Tunnel-Südseite befürwortet, weil sich dort künftig S- und Regionalbahnhof befinden und ein Großteil des Verkehrs konzentriere. Bei einer zweiseitigen Variante müssten Radfahrer, die von östlich der Bahn kommen, erst durch den Tunnel fahren, am Mozartweg die Straße überqueren und zurückfahren. „Experten haben uns versichert, dass die einseitige Variante am sichersten ist“, sagt Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos). Hannelore Pappschik, die Blankenfelder Ortsvorsteherin, fühlt sich von Verwaltung und Gemeindevertretung übergangen. „Wir kämpfen seit Jahren für einen zweiten Weg“, sagte sie. Einstimmig hatte der Ortsbeirat diesen gefordert, vor Jahren wurden Unterschriften gesammelt.

Hintergrund

Die Deutsche Bahn kommentiert den Brief von Andrea Hollstein knapp: „Wir haben die Information zur Kenntnis genommen“, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Im April hatte sich die Gemeindevertretung in einer Stellungnahme an die Bahn dazu positioniert, einen einseitigen, 7,50 Meter breiten Geh- und Radweg auf der Südseite des künftigen Tunnels in Karl-Marx-Straße zu bauen.

Der Ortsbeirat Blankenfelde hat am 11. April dieses Jahres in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss einstimmig für eine beidseitige Variante gestimmt. Die Mitglieder fordern einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg auf der Nordseite.

Andrea Hollstein vermutet einen anderen Grund dafür, dass der Gehweg auf der Nordseite kurzfristig aus den Planungen verschwunden ist: Ein breiterer Tunnel könnte dem geplanten Rathaus im Wege stehen. Dieses, da ist sich Bürgermeister Ortwin Baier sicher, ließe sich ohne weiteres um ein paar Meter verschieben. Als viel schwerwiegender schätzt er die zu erwartenden Mehrkosten ein, die ein breiterer Tunnel von der Planung bis zum Bau verursachen würde. „Die Bahn hat uns signalisiert, dass wir das als Gemeinde alleine bezahlen müssten“, sagte Baier. Andrea Hollstein hält Mehrkosten für die Gemeinde für vertretbar. „Es geht um die Sicherheit. Das kann man mit Geld nicht bewerten“, sagte sie der MAZ. Leider habe die Verwaltung keine Zahlen genannt, wie viel teurer es werden könnte, kritisiert sie. Da auch der Beschluss im April keine Kosten enthielt, haben mehrere Fraktionen diesen durch die Kommunalaufsicht prüfen lassen.

Andrea Hollstein hat die Bahn über ausstehende Prüfungen informiert

In einem Schreiben an die Deutsche Bahn hat Andrea Hollstein die Bahn über die noch ausstehende Prüfung informiert und gebeten, die Planungen vorerst auszusetzen – für einige Gemeindevertreter ein Affront. „Das ist undemokratisch“, findet Sabine Plettner (Grüne), die Bauausschussvorsitzende. Allein der Bürgermeister vertrete die Gemeinde nach außen. Anke Scholz, die Fraktionsvorsitzende der Linken, sieht darin einen Eingriff in einen demokratisch gefassten Beschluss. „Wir machen uns gegenüber der Bahn unglaubwürdig“, sagte sie. Bürgermeister Ortwin Baier wollte die Initiative der BB/FDP-Fraktionsvorsitzenden nicht weiter kommentieren. „Frau Hollstein hat ohne Auftrag der Gemeinde gehandelt. Die Gemeindevertretung muss klären, wie sie damit umgeht.“

Info: Die Gemeindevertretung berät am Donnerstag, 14. Juli, im Vereinshaus Mahlow.

Von Christian Zielke

Hinter Knabbermischungen der Firma „Eichkater“ steckt das Eine-Frau-Unternehmen von Elke Schmidt in Ludwigsfelde. Weil sie in Bio- und Supermärkten nicht fand, was sie suchte, machte sie sich selbst in die Spur. Heute beliefert sie Hofläden wie die des Königlichen Forsthauses Bestensee oder der Späthschen Baumschulen Berlin.

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