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Tunnel in Rangsdorf eröffnet

Bauwerk nach zwei Jahren fertiggestellt Tunnel in Rangsdorf eröffnet

Mit einem Festumzug und einer großen Feier wurde am Sonnabend in Rangsdorf der Eisenbahntunnel eröffnet. Zwei Jahre dauerten die Arbeiten an dem rund 13 Millionen Euro teuren Bauwerk. Bis Ende des Jahres sollen die Restarbeiten abgeschlossen sein.

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Bürgermeister Klaus Rocher (M.) und Vertreter aus der Politik beseitigen die Barrieren.

Rangsdorf. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Zuspätkommer können sich künftig nicht mehr damit retten, dass sie an der Schranke warten mussten. Generationen von Rangsdorfern diente die Schranke als Entschuldigung für unpreußische Unpünktlichkeit, doch dieses Argument zieht nicht mehr, denn am Sonnabend wurde der Tunnel eröffnet.

Mehrere hundert Rangsdorfer und Gäste wollten bei dem Jahrhundertereignis dabei sein, denn jeder von ihnen hat eine eigene Erinnerung an die Schranken. Für die einen waren sie Hassobjekte, die den engen Zeitplan auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit mit einem Ding-Dong zunichte machen konnten, andere nutzten die Wartezeit zur Entschleunigung vom Alltag.

Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) gab zu, dass er auf dem Rückweg von Terminen gern sein Fahrtenbuch ausfüllte. Vermissen wird die Schranken wohl kaum jemand. „Die besten Bauwerke sind die, die man nicht bemerkt“, sagte Michael Bung, der Projektleiter der Deutschen Bahn. Schnell würden sich die Rangsdorfer daran gewöhnen, dass sie nur noch ein paar Sekunden brauchen, um von einem Teil des Ortes in den anderen zu gelangen.

Schon bald werde das Nadelöhr Bahnübergang auch aus den Köpf verschwunden sein, ist sich der Ingenieur sicher. Er wird Rangsdorf stets in guter Erinnerung behalten. „Es hat mir hier Spaß gemacht“, sagt er. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei stets partnerschaftlich gewesen. Selbst wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gegeben hat, hätten beide Seiten nie das gemeinsame Ziel aus den Augen verloren, betont der Ingenieur bei der Übergabe.

Peter Höflich ist mit seiner Frau und zwei Freunden zur Eröffnung gekommen. Ein letztes Mal haben sie den Schlenker zu der Schranke gemacht, die nun für immer geschlossen ist, ihren Schrecken aber verloren hat. Aus einer Schranke will die Gedok ein Kunstwerk machen, die andere wird zur Attraktion auf Manfred Arndts Gartenbahn. Nie wieder müssen Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge wichtige Minuten vergeuden. „Ein schöner Tag für Rangsdorf. Ich habe viel Zeit mit Warten verbracht“, sagt Peter Höflich. Endlich müsse man sein Leben nicht mehr an den Schließzeiten der Schranke ausrichten. Er geht davon aus, dass der Westen des Ortes nun noch attraktiver für Neu-Rangsdorfer wird.

Bürgermeister Rocher sprach von einem Quantensprung für seinen Ort. Besonders stolz sei er, dass es gelungen sei, den Kostenrahmen von rund 13 Millionen Euro zu halten. Rangsdorf steuert 4,6 Millionen Euro aus seinem Haushalt bei. Ein großer Teil kam aus dem Haushalt von In-frastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos), die die Rangsdorfer für ihren Mut lobte, trotz der Mehrkosten einen Tunnel gebaut zu haben. „Städtebaulich war das die beste Entscheidung.“

Die Ministerin erinnerte auch daran, dass noch viel zu tun ist beim Bau der Bahnverbindung zwischen Berlin und Dresden. Von den 100 Minuten Fahrzeit aus den 1930er Jahren sei man nach wie vor weit entfernt. Die Arbeiten in Rangsdorf gehen weiter. Bis Ende des Jahres sollen das zweite Gleis sowie der Bahnsteig auf der Westseite fertig sein. Auch die Aufzüge sollen dann fahren.

Von Christian Zielke

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