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Tunnel soll beidseitigen Geh- und Radweg haben

Blankenfelde Tunnel soll beidseitigen Geh- und Radweg haben

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Wochen so kontrovers diskutiert, nun herrscht Klarheit im Blankenfelder Tunnelstreit. Mit knapper Mehrheit hat sich die Gemeindevertretung für einen beidseitigen Geh- und Radweg entschieden. Die Bahn schließt nicht aus, dass sie an der bisherigen Variante festhält.

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Der Bahnübergang in Blankenfelde soll durch einen Tunnel ersetzt werden.

Quelle: Zielk)

Blankenfelde. Im künftigen Tunnel am Blankenfelder Bahnhof soll es auf beiden Seiten der Karl-Marx-Straße einen Geh- und Radweg von mindestens 4,55 Metern Breite geben. Das hat die Gemeindevertretung am Donnerstag mit einer Stimme Mehrheit beschlossen.

Votum aus dem Juli bekräftigt

Damit hat die Gemeindevertretung ihr Votum vom Juli bekräftigt, als sie einen Beschluss vom April kippte, in dem ein einseitiger Geh- und Radweg auf der Südseite vorgesehen war. Beantragt hat den nun gefassten Beschluss die Fraktion BB/FDP. Deren Vorsitzende Andrea Hollstein hält einen beidseitigen Geh- und Radweg für die sicherere Variante, da Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Moselstraße nicht gezwungen würden die Karl-Marx-Straße zweimal zu überqueren, wie es derzeit der Fall ist und bei einem Weg nur auf der Südseite auch in Zukunft wäre. „Ein solches Bauwerk muss zukunftsweisend sein“, sagte Andrea Hollstein. Aus Sicht von Gerrit Schrader (BVBB-WG) sei eine Aufweitung des Tunnels nach Norden durch einen zweiten Geh- und Radweg kein Problem, da das dort geplante Rathaus mit der derzeitigen Baugenehmigung ohnehin nicht mehr errichtet werde. „In einem neuen Genehmigungsverfahren kann man die Planung an den Tunnel anpassen“, sagte er.

Vera Hellberg (SPD): einseitiger Gehweg wäre sicherer

Aus Sicht von Vera Hellberg (SPD) wäre der einseitige Geh- und Radweg die sicherere Wahl gewesen. Mit mehr als sieben Metern Breite hätten dort Radfahrer, die in beiden Richtungen unterwegs sind und Fußgänger, die zwischen S- und Regionalbahn umsteigen, ausreichend Platz gehabt. Größtes Manko der zweiseitigen Lösung seien die zu erwartenden Geister-Radfahrer vom Osten, die aus Bequemlichkeit nicht auf der Nordseite durch den Tunnel fahren, um Höhe Mozartweg die Straßenseite zu wechseln und erneut in den Tunnel fahren. „Idealerweise müsste man einen breiten Weg auf der Südseite und einen schmaleren auf der Nordseite bauen“, sagte Vera Hellberg. Doch diese „Luxusvariante“ würde einen Zeitverzug um mehrere Jahre bedeuten, da die Bahn komplett neu planen müsste. Dietlind Biesterfeld (SPD) befürchtet, dass mit der nun beschlossenen Variante „chaotische Zustände ausbrechen“. „Der Hauptverkehrsbedarf wird auf der Südseite sein, wenn dort der S-Bahnhof ist“, sagte sie. Auf dem schmaleren Weg drohten Konflikte zwischen Fußgängern, Umsteigern und Radlern.

Eisenbahnbundesamt entscheidet letztlich

Ob der beidseitige Geh- und Radweg tatsächlich gebaut wird, entscheidet am Ende das Eisenbahnbundesamt (EBA). Bei der Deutschen Bahn geht man derzeit noch von der einseitigen Variante aus. „Wir warten ab, was die Gemeinde uns nun als Stellungnahme zukommen lässt“, kommentierte Unternehmenssprecher Michael Baufeld die Entscheidung. Es sei auch möglich, dass die Bahn an den bisherigen Planungen festhält. Welche Variante sich dann durchsetzt, werde dann im Planfeststellungsverfahren abgewogen. Sollte sich die Gemeinde durchsetzen, müsse sie für die Änderungen auch zahlen, sagte Baufeld: „Extrawünsche kosten extra.“

Von Christian Zielke

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