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Tunnelbaustelle neigt sich dem Ende

Dahlewitz Tunnelbaustelle neigt sich dem Ende

Am 9. Juni werden die letzten Bauarbeiter aus Dahlewitz abziehen. Mit dem neuen Tunnel hat das Ortszentrum ein völlig neues Gesicht bekommen. Für viele Gewerbetreibende rund um den Bahnhof bedeuteten die drei Jahre andauernden Bauarbeiten heftige Umsatzeinbußen. Sie hoffen, dass die Stammkunden zurück kommen.

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Mit dem neuen Tunnel hat das Dahlewitzer Zentrum ein völlig neues Gesicht bekommen. Mitte Juni sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (2)

Dahlewitz. Fast im Minutentakt klingelt das Handy von Martin Schillweit. Für den zuständigen Bauüberwacher der Dahlewitzer Tunnelbaustelle bedeuten die letzten Wochen alles andere als Ruhe. Bald wird der 57-Jährige eine Eisenbahnbrücke bei Potsdam auf Vordermann bringen. Bis dahin muss er die letzten Arbeiten in Dahlewitz koordinieren. Es geht um Zäune und Straßenmarkierungen. „Wir machen das jetzt so“, ist ein Satz, der immer wieder fällt.

Verspätete Sperrung und Frost führten zu Verzögerungen

Am 9. Juni wird der letzte Bauarbeiter seine Sachen packen – ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Zur Eröffnung des Tunnels Anfang September hieß es, dass bis Jahresende alles fertig sein soll. „Wir sind auf den letzten Metern ein bisschen ins Straucheln gekommen“, sagt Martin Schillweit. Grund war ausgerechnet sein Arbeitgeber, die Deutsche Bahn. Diese hatte die für September geplante Sperrung der Strecke, um den ehemaligen Bahnübergang abzureißen, nach hinten verlegt. Sechs Wochen Verzug bedeutete das. Erst Ende Oktober schlossen die Schranken zum letzten Mal. Der frostige Januar brachte neue Verzögerungen. „Bei Minusgraden konnten wir nicht pflastern und asphaltieren“, sagt der Bauingenieur.

Vor allem bei den Gewerbetreibenden rund um den Bahnhof sorgte das für Frust. Seit drei Jahren leben sie mit Umwegen, Dreck, Lärm und fehlenden Parkplätzen. Mit jedem Tag, den die Bauarbeiten länger dauerten, stiegen die Umsatzeinbußen. Ingo Wittig, Inhaber der Kneipe „Giftbude“, berichtet von einem Rückgang um bis zu 80 Prozent. „Mit einer solchen Durststrecke haben wir nicht gerechnet“, sagt er. Viel mehr noch ärgert ihn die schlechte Kommunikation mit den Baufirmen, der Bahn und der Gemeinde. „Am Anfang hat man uns zugesichert, dass wir jederzeit einen Zugang haben“, sagt der Gastwirt. In der Realität mussten die Lieferanten die Bierfässer oft meterweit durch Schlamm und Staub von Hand bringen. Petra Kattner, die Wirtin der Giftbude, erinnert sich mit Schrecken daran, wie sie wochenlang die schweren Getränkekisten mit dem Fahrrad schleppen musste. Immer wieder hatte sie bei Gemeinde und Bauleitung vorgesprochen. „Irgendwann kannten die schon meinen Namen“, sagt sie. Genützt hat es nichts. Bis heute wissen beide nicht, ob und wie sie die Verluste geltend machen können.

Stammkunden kommen nur langsam zurück

Ein paar Meter weiter im Blumenladen von Kerstin Gansekow kommen die ersten Stammkunden allmählich zurück, seit die kleine Zufahrtstraße und die Parkplätze fertig sind. „Es war eine schwere Zeit“, sagt die Inhaberin. Mit Annoncen und Wurfzetteln habe sie immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass es ihr Geschäft noch gibt. Trotz aller Strapazen ist sie froh, dass der Tunnel da ist. „Der Verkehr verteilt sich besser als vorher“, sagt Kerstin Gansekow. Für den Dahlewitzer Ortsvorsteher Claus Treffkorn (Linke) ist der neue Tunnel „ein Loch, an das man sich gewöhnen muss“, sagt er. Ihn ärgert, dass die Graffiti-Sprayer dort bereits ihr Unwesen getrieben haben.

Treffkorn appelliert an die Dahlewitzer, die Läden im Zentrum zu unterstützen, damit nicht das gleiche passiert, wie mit dem geschlossenen Netto-Markt. „Wenn die Leute nicht vor Ort einkaufen gehen, muss sich niemand wundern, wenn irgendwann alles zu ist.“

Von Christian Zielke

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