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Teltow-Fläming UIrich Behr möbelt Kariedeljungs auf
Lokales Teltow-Fläming UIrich Behr möbelt Kariedeljungs auf
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06:15 22.08.2017
Ulrich Behr hat die Kariedeljungs derzeit in seiner Obhut und in seiner Werkstatt gereinigt und aufpoliert. Bald sollen sie auf den Boulevard zurück. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Wer die beiden Kariedeljungs – die bronzenen Figuren vom Kariedelbrunnen auf dem Luckenwalder Boulevard – vermisst, dem sei versichert: Sie sind in guten Händen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Luckenwalder Ulrich Behr hat sie im vorigen Jahr in seine Werkstatt geholt, weil sie im Zuge der Sanierung der Fußgängerzone ihren angestammten Platz eh verlassen mussten.

Ulrich Behr mit eigens angefertigten Brezeln für die Kariedeljungen. Quelle: Elinor Wenke

Ulrich Behr, studierter Gießereitechniker, hat die beiden frechen Gesellen aufgemöbelt und aufgepeppt. 36 Jahre lang zierten sie den Kariedelbrunnen als Symbol der Kariedeltradition, bei der Kinder von Haus zu Haus und von Geschäft zu Geschäft ziehen, um sich süße oder deftige Leckereien zu erbitten.

„Die Figuren sind Wind und Wetter ausgesetzt, da hatte sich schon die typische Patina gebildet“, erzählt Ulrich Behr. Er und sein Kollege haben die Jungen zunächst mit dem Kärcher gereinigt. Dann wurden sie per Hand mit der Metallbürste schonend aufpoliert.

Ein Foto aus den 80-er Jahren: Ulrich Behr kletterte auf den Kariedelbrunnen am Boulevard, um die Figuren zu reparieren. Quelle: privat

Für Ulrich Behr sind die Kariedeljungs nicht einfach metallene Gebilde. „Da steckt mein Herzblut drin, ich liebe sie“, gibt der 70-Jährige zu und streicht über ihre Köpfe. Denn was nur wenige wissen dürften: Ulrich Behr hat die beiden Kariedeljungs selbst gegossen und 1980 auf dem Brunnen des neu entstandenen Luckenwalder Boulevards aufgestellt.

Die ursprünglichen Kariedeljungen stammten aus den 1920er Jahren und thronten auf dem Original-Kariedelbrunnen im Haag, Höhe Poststraße. „Sie waren nur halb so hoch und sind in den Kriegsjahren verschwunden“, so Behr. „Angeblich wurden sie eingeschmolzen, aber ganz sicher weiß man das nicht“, sagt er. Seither war der Brunnen ohne sein Wahrzeichen.

Als kapitalistische Allüre abgetan

Schon 1972 hatte der selbstständige Betriebschef Ulrich Behr die Idee, neue Kariedeljungs anzufertigen, und bot diese Leistung dem Rat der Stadt an. „Doch das wurde als kapitalistische Allüre abgetan und war nicht gewollt“, erinnert sich der gebürtige Luckenwalder. Erst als 1979 die Pläne zur Errichtung des Boulevards und eines neuen Kariedelbrunnens auf dem Tisch lagen, kam man auf Behrs Angebot zurück. Er erhielt den Auftrag, das Gipsmodell des Künstlers Rohde in Bronze zu gießen. Das hochwertige Metall war in der DDR limitiert und wurde zur Verfügung gestellt; seine Arbeitsleistung hat Ulrich Behr gesponsert.

„Es war eine anspruchsvolle und aufwendige Aufgabe“, rekapituliert der Fachmann, „das sogenannte Wachs-Ausschmelzverfahren ist schon die hohe Schule der Gießereitechnik.“ Das Modell musste geteilt und mehrfach in einer zweiteiligen Form bearbeitet werden. Mit Ton, einem gummiähnlichen Material und Wachs wurde akribisch gewerkelt, bis schließlich die Bronze bei 1500 Grad Celsius in die Form gegossen werden konnte.

Spießchen und Brezeln neu gefertigt

Der große Kariedeljunge bringt es auf 1,10 Meter Höhe, der kleine immerhin auf 90 Zentimeter. Mit ihren beiden Spießchen misst die Figur 1,70 Meter. Die Spieße und dazugehörigen Brezeln waren vom Boulevard gestohlen worden und wurden jetzt von Ulrich Behr neu gefertigt – die Zweige aus Kupfer, die Brezeln aus Aluminium. So sind die Kariedeljungs wieder komplett.

Im Herbst soll der zentnerschwere Hohlkörper wieder zurück auf den restaurierten Kariedelbrunnen gehievt werden. „Die Figuren existieren nun länger als die ursprünglichen Kariedeljungs“, sagt Ulrich Behr. Seine Frau Jutta wünscht sich, dass die Stadt künftig mit einer Hinweistafel die Besucher über die Kariedeljungen und deren Geschichte informiert.

Von Elinor Wenke

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