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US Car Classics in Diedersdorf

Diedersdorf US Car Classics in Diedersdorf

Fans edler Karossen sind bei den US Car Classics auf Schloss Diedersdorf am Wochenende voll auf ihre Kosten gekommen. Vor allem die Straßenkreuzer aus den 1950er- und 60er-Jahren begeisterten die Besucher aus ganz Deutschland.

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Der Amerikaner Elan Fleisher konnte sich beim Umzug nach Berlin nicht von seinem 51 Jahre alten Mustang trennen. Es hat noch seinen TÜV-Aufkleber aus Texas.

Quelle: Stephan Laude

Diedersdorf. Wieder einmal ließen die US Car Classics die Herzen der Fans alter amerikanischer Autos und Motorräder höher schlagen. Vor allem die Straßenkreuzer aus den 1950er- und 60er-Jahren wussten am Wochenende in Diedersdorf zu begeistern.

Straßenkreuzer

Als typisch amerikanische Autos gelten die sogenannten Straßenkreuzer. Der Begriff vergleicht die Wagen mit großen Kriegsschiffen (Kreuzern).

Merkmale der Autos sind eine Länge von oft deutlich über fünf Meter. In den 1950er-Jahren waren auch riesige Heckflossen verbreitet.

Die Fahrzeuge verfügten über sehr großvolumige Motoren.

Mit der Ölkrise 1973 verloren die Autos wegen des hohen Spritverbrauchs an Bedeutung. Um nicht weiter Marktanteile auf dem Heimatmarkt einzubüßen, boten die US-Hersteller kleinere Modelle an.

Mit ihren Straßenkreuzern begeisterten die USA auch die Sowjetunion. Die ab 1959 gebaute Staatskarosse Tschaika folgte der Linie des Packard Patrician des Modelljahres 1955.

Daneben fanden sich auch ältere und kleinere Modelle. Eine echte Rarität hatte Jörg Weller aus Sachsen nach Diedersdorf gebracht: einen Rockne De Luxe Roadster von 1933. Nach Angaben seines Besitzers existieren davon weltweit nur noch zwei Exemplare. Der 3,2-Liter-Motor leistet 70 PS. Einen TÜV hat das Auto noch nicht, aber es soll ihn bald bekommen.

Cornelia und Klaus Schröder dagegen haben längst ein normales Kennzeichen an ihrem Ford Modell T. 15 Millionen Stück wurden davon hergestellt, dank Fließbandfertigung. „100 000 davon gibt es noch“, sagte Klaus Schröder. Aber längst nicht alle werden noch regelmäßig gefahren. Schröders sind von einem Campingplatz in Werder nach Diedersdorf gekommen. „Der Fahrspaß ist nicht zu übertreffen“, schwärmte Klaus Schröder. Weil man recht hoch sitze und nur mit Tempo 50 unterwegs ist, sehe man viel mehr als aus einem normalen Pkw, zum Beispiel die Blumen in den Gärten rechts und links der Straßen. Das Auto sei zuverlässig, der Spritverbrauch liege mit 10,5 Liter nicht zu hoch und Ersatzteile gebe es auch.

Die Originalersatzteile für die Oldtimer werden aus Lagern in den USA bezogen. Es werden aber auch neue hergestellt und zwar in China und Indien. Deren Qualität sei gut, versicherte Malte Virbohm-Ehlert, Geschäftsführer des Berliner Oldiwerks. Die Firma restauriert und repariert alte Autos. Die amerikanischen Modelle waren für ihre Zeit technisch sehr weit; viele hatten schon Servolenkung. Da das US-Territorium nicht vom Krieg betroffen war, sei die Weiterentwicklung nicht zum Erliegen gekommen, berichtet Virbohm-Ehlert.

Mode zur Autoshow

Mode gab es auch auf der Autoshow. Die Berliner Designerin Tatjana Masuhr freute sich, auf dem Schlossgelände viele Kleider gesehen zu haben, die aus ihrem Atelier stammen. Kunststück: Sie ist auf Petticoats und die dazugehörigen Kleider spezialisiert.

Das passendste Kleid auf der Show trug Denise Hunold aus Sachsen-Anhalt: Es hat genau das Rot wie die Familienkutsche, ein prächtiger 57-er Ford Fairlane mit 268 PS. Denise und Reiner Hunold waren zum fünften Mal in Diedersdorf. „Wir suchen hier nur den Spaß“, sagte Reiner Hunold.

Elan Fleisher gehört zu denen, die mit ihrem Hobby auch mal ein paar Euro verdienen wollen. Sein 65er Mustang steht in der Kartei des Filmstudios Babelsberg. Fleisher fährt nicht nur ein amerikanisches Auto, er ist selbst Amerikaner. Beim Umzug von Texas nach Berlin konnte er sich von dem Wagen nicht trennen. „Das Auto ist mein Freund“, sagte Fleisher.

Von Stephan Laude

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