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Übergangslösung für 26 Monate

Besuchertag im Asylbewerberheim Übergangslösung für 26 Monate

Zu einem Besuchertag hatte der Betreiber der neuen Jüterboger Asylbewerber-Unterkunft, Mario Felgentreu, eingeladen. Viele Bürger ließen sich von ihm über den aktuellen Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes informieren, das bis Ende 2017 als Flüchtlingsheim genutzt werden soll.

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Mario Felgentreu (l.) informierte Besucher über das Heim.

Quelle: Victoria Barnack

Jüterbog. In Zeiten der Not muss alles ein wenig schneller gehen. Unzählige Menschen fliehen seit über einem Jahr aus ihren Heimatländern. Eine neue, vorübergehende Heimat sollen knapp 70 von ihnen künftig in der Großen Straße in Jüterbog finden. Ebenso blitzartig wie ihre Flucht vollzog sich der Umbau des Geländes. Nur drei Wochen dauerte die Umgestaltung des Großraumbüros in Wohnungen von 16,5 bis 24 Quadratmeter Größe. „Wir haben beispielsweise Leitungen fürs Abwasser verlegt, Kernbohrungen durchgeführt und die Wände mussten gemacht werden“, berichtet Eigentümer Mario Felgentreu. Ab Montag sollen Möbel und Ausstattung geliefert werden. Das ist Aufgabe des Landkreises. „Die Zusammenarbeit klappt wunderbar“, sagt Felgentreu. Er wird gleichzeitig Betreiber sein und hat bereits Personal eingestellt, das Erfahrungen aus anderen Flüchtlingsunterkünften mitbringt.

Zu einer Art Tag der offenen Tür öffnete der Vermieter am Sonntagvormittag das neue, dritte Asylbewerberheim in Jüterbog. Das Interesse war groß. Erst am Donnerstagabend war das Projekt in einer Einwohnerversammlung vorgestellt worden. Am 12. November – etwas früher als geplant – sollen die ersten Bewohner in der Großen Straße ankommen. Maximal ist für 72 Personen Platz. „50 bis 70 Prozent davon sollen Familien sein“, erklärte Felgentreu den Besuchern. Die Zimmergrößen seien dafür vorgesehen. Nur vier bis sechs Quadratmeter stünden einem einzelnen Asylbewerber zu. Der Mietvertrag mit dem Landkreis läuft vorerst bis Ende 2017. Danach soll das Gelände wie bisher geplant für die Umstrukturierung der benachbarten Supermärkte genutzt werden. „Es ist also eine Zwischennutzung zur Überbrückung der Planungsphase“, so Mario Felgentreu, „Massenunterkünfte sind keine Dauerlösung.“ Der Betreiber zeigte beim Rundgang am Sonntag nicht nur viel Verständnis für die Situation der Flüchtlinge und diskutierte mit Besuchern zum Beispiel über Vergleiche zur Nachkriegszeit. Er kritisiert auch Äußerungen des Jüterboger Bürgermeisters Arne Raue (parteilos) – etwa dessen Forderung nach mehr Polizeipräsenz oder die Warnung vor einer angeblichen Ansteckungsgefahr durch Flüchtlinge. „Eine derartige Forcierung halte ich für unverantwortlich. Das wirkt wie eine Vorverurteilung“, sagt er.

Von Victoria Barnack

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