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Teltow-Fläming Uferschwalben nisten in illegalem Hügel
Lokales Teltow-Fläming Uferschwalben nisten in illegalem Hügel
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09:41 17.08.2017
In diesem Baugruben-Aushub haben sich im Frühjahr Uferschwalben ihr neues Zuhause gebaut. Das ist seit wenigen Tagen als geschützter Nistplatz ausgewiesen. Quelle: Foto: Abromeit (2)
Ludwigsfelde

Kleine Tierchen im Stadtgebiet von Ludwigsfelde stellen Behörden vor mittelschwere Fragen: Geschützte Uferschwalben wohnen in einem Erdhaufen, der dort, wo er seit längerem liegt, gar nicht liegen dürfte und ohne die Tierchen umgehend abgetragen werden müsste.

„Geschützte Niststätten/Bitte nicht stören“ - ein kleines gelbes Schild mit diesen Worten und der Naturschutz-Eule verweist inzwischen auf die Schwalben-Kolonie. Es steht seit einigen Tagen an einer der größten Baustellen der Region: an der Landesstraße zwischen den Ludwigsfelder Ortsteilen Ahrensdorf und Siethen, dicht neben den Autobahnzufahrten vom und auf den Berliner Südring und direkt an der Baustellenzufahrt zum gerade entstehenden Stadtteil Ludwigsdorf. Insgesamt entstehen dort rund 2000 Ein- und Zweifamilienhäuser. Alle Nase lang donnern Baufahrzeuge vorbei. Dass Uferschwalben zu den neuen Ludwigsdorf-Bewohnern gehören, überraschte viele. Auch Stadtverordnete Silvana Gericke (Fraktion Vereinte) sah die geschützten Vögel und fragte öffentlich im Rathaussaal, ob sie dort bleiben können. „Das Baurecht sieht dort keine Hügel vor“, antwortete Bürgermeister Andreas Igel (SDP); der Artenschutz plane die Sicherung, deshalb sei das Abtragen der Bauaushub-Hügel erst nach der Saison möglich, so Igel.

Mit dem Schild sind die Schwalben-Wohnungen vorerst gesichert. Daniel Jonelat von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) erklärt: Alles, was die Vögel, ihre Brut oder ihre Niströhren schädigt und erheblich stört, sei nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Ein Bürger habe die Schwalben und ihre Gefährdung wegen Sandentnahme angezeigt. Diese Sandentnahme war der Anfang zum Abtragen der nicht genehmigten „Lärmschutzhügel“ aus Bauaushub. Weil tatsächlich nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Schwalbenjungen beeinträchtigt würden, so Jonelat, habe die UNB mit Zustimmung des Flächeneigentümers das Schild an der Erdmiete aufgestellt.

Der Mann vom Naturschutz erklärt, fürs Zerstören oder Schädigen besetzter Niststätten müsse es schwerwiegende Gründe geben, um Verbotsausnahmen oder -befreiungen zu rechtfertigen. Darüber hinaus müsse die Maßnahme alternativlos sein. Er sagt, nur wenn etwa bei Baumfällungen Gefahr in Verzug sei, könne gewartet werden, bis die Jungen das Nest verlassen haben. Doch bei der Uferschwalbe reiche der Niststättenschutz weiter. „Er erlischt erst nach der natürlichen Aufgabe der Höhlen“, so Jonelat. Das heißt: „Die Erdmiete darf erst entfernt werden, wenn die Schwalben ihre Niströhren nächstes Jahr nachweislich und natürlich“, wie er betont, nicht mehr nutzen; „oder es ist alternativ vor Beginn der nächsten Brutperiode im näheren Umfeld eine adäquate Ersatzstruktur anzubieten“.

Grundsätzlich habe Artenschutz hätten keinen Vorrang vor dem Beseitigen von illegalem Abfall, beides sei gleichberechtigt neben anderen Gesetzen. Ergäben sich wie hier bau- oder abfallrechtliche Zwickmühlen, müsse eine Lösung gefunden werden, „die alle betroffenen rechtlichen Aspekte berücksichtigt“, so Jonelat. Das könne hier eine Bauzeit-Beschränkung oder ein vorgezogener Ausgleich sein.

Von Jutta Abromeit

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