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Teltow-Fläming Uhrmacher-Geschäft vor 100 Jahren gegründet
Lokales Teltow-Fläming Uhrmacher-Geschäft vor 100 Jahren gegründet
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00:24 18.03.2018
Uhrmachermeister Wolfgang Zühl und seine Ehefrau Helga in dem vor 100 Jahren gegründeten Zossener Familiengeschäft. Quelle: Foto: Frank Pechhold
Zossen

Mit der Zeit nimmt es Wolfgang Zühl ganz genau. Bereits in dritter Generation führt der Zossener Uhrmachermeister und Juwelier das vor 100 Jahren in der Baruther Straße 2 gegründete Familiengeschäft.

„Schon als Kind habe ich im Laden Uhren auseinander gebaut“, so Zühl. Großvater Emil und Vater Herbert Zühl gaben ihm gute Ratschläge. Emil Zühl eröffnete 1918 die Uhrmacher- und Optikerwerkstatt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Herbert Zühl 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück. Ein Jahr später wurde sein Sohn Wolfgang geboren. Er wuchs quasi in der Werkstatt auf, wo Vater Herbert Großvater Emil nach dessen Tod 1956 ablöste. „Vater starb 1980“, sagt Wofgang Zühl. Seitdem nimmt er allein im Kundenauftrag reparaturbedürftige Uhren unter die Lupe. Die Uhrmacherlupe klemmt er mit Muskelkraft in der Höhlung seines rechten Auges ein, um die Hände frei zu haben. Auch heute noch kommen die alten Werkzeuge, die schon sein Opa benutzte, zum Einsatz. Wobei sich der Meister nach der Wende auch moderne Maschinen anschaffte.

Nachfolger aus der eigenen Familie ist nicht in Sicht

Batterien oder Armbänder werden in der Werkstatt gewechselt, während die Kunden im Laden warten. Reparaturaufträge für Wecker, Regulatoren, Stand-, Tisch-, Armband, Quarz-, Funk-, Taschen- und Kuckucksuhren arbeitet Wolfgang Zühl nacheinander ab. Manchmal müssen Kunden bis zu einem halben Jahr auf einen Termin für die Reparatur einer großen Uhr warten. Uhrmacher sind eben rar. „Es lernt ja kaum noch jemand diesen Beruf“, weiß Zühl. Auch er gehört einer aussterbenden Zunft an. Sein Sohn Steffen Zühl vertreibt Kunstgewerbe und Schmuck auf Messen, Märkten und im Internet. Ein Nachfolger aus der eigenen Familie ist also nicht in Sicht. Eigentlich müsste der 70-Jährige nicht mehr arbeiten, sondern könnte seinen Ruhestand genießen. „Wenn es nach mir gehen würde, wäre schon Schluss gewesen“, so Ehefrau Helga Zühl. „Aber mein Mann liebt seine Arbeit.“ Also bleibt der kleine Laden weiter von Montag bis Donnerstag geöffnet. „Freitag arbeite ich alles auf, was in der Woche liegen geblieben ist“, sagt Zühl.

Einmal habe sich eine Kundin über die vermeintliche Vier-Tage-Woche mit den Worten aufgeregt: „Der hat wohl zu viel Geld und es deshalb nicht nötig, mehr zu arbeiten.“ „Würden Sie mit 70 auch noch arbeiten?“, ließ Uhrmachermeister Zühl die Frau verstummen. Ein paar Tage später kam der Mann der Kundin zu ihm, um sich für die Äußerungen seiner Frau zu entschuldigen.

Von Frank Pechhold

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