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Teltow-Fläming Ulrike Paetz und die „Lautten Compagney“
Lokales Teltow-Fläming Ulrike Paetz und die „Lautten Compagney“
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00:25 26.12.2015
Ulrike Paetz mit ihrer Bratsche. Quelle: Karen Grunow
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Zernsdorf

Wenn morgen Abend alle zufrieden beschert sind, gesungen und gespeist haben, dann wird Ulrike Paetz in Zernsdorf ihre Viola einpacken und sich auf den Weg zur Kreuzkirche nach Königs Wusterhausen machen. Sie wird dort ab 22.30 Uhr eine musikalische Christnacht mitgestalten.

Seit vielen Jahren schon ist die Musikerin der berühmten Lautten Compagney immer wieder auch in der Region zu erleben, tritt häufiger gemeinsam mit Kantorin Christiane Scheetz auf. „Ich nutze das für mich, dass ich solistisch spielen kann“, sagt Ulrike Paetz über diese Auftritte, die ihr viel bedeuten.

Bei der Lautten Compagney ist sie Teil eines Ensembles, gleichwohl eines herausragenden: Das 1984 von Wolfgang Katschner und Hans-Werner Apel gegründete Ensemble gehört zu den gefragtesten Interpreten Alter Musik weltweit. Doch anders als in einem großen Orchester ist sie hier meist die einzige Bratsche. Das Zusammenspiel verlangt absolute Perfektion. Dass die Lautten Compagney darüberhinaus zu den besonders kreativen, auch mutigen Interpreten Alter Musik gehört, dafür unter anderem mit dem begehrten Echo Klassik ausgezeichnet wurde, liegt Ulrike Paetz sehr. „Im November haben wir gerade in Nürnberg Bach-Kantaten ohne Sänger aufgenommen“, erzählt sie. Die eigentlichen Gesangsparts werden von Instrumenten übernommen. „Die Lautten Compagney ist sehr experimentierfreudig und sehr ideenreich“, begeistert sie sich. „Da braucht man ein gutes Gespür und das hat Wolfgang“, lobt sie den Gründer, künstlerischen Leiter und Lautenisten Wolfgang Katschner.

1999 spielte Ulrike Paetz zum ersten Mal mit dem Ensemble, wirkte mit beim ersten großen Opernprojekt. Seit 2005 gehört sie selbst zum Management, kümmert sich um Besetzungen weiterer Instrumentalisten und Sänger für verschiedene Projekte des Ensembles.

Gleich nach dem Studium begann sie 1987 bei der Neubrandenburger Philharmonie. „Nach der Wende aber wollte ich nach Berlin“, sagt sie. Bis in die Mitte der 1990er-Jahre hatte sie immer wieder Zeitverträge beim Berliner Sinfonie Orchester, heute als Konzerthausorchester bekannt. „In der Zeit habe ich schon viel Alte Musik gemacht“, erinnert Ulrike Paetz sich, unter anderem mit der Akademie für Alte Musik Berlin. Ihr Interesse an Renaissance- und Barock-Musik wurde früh geweckt, schon während ihres Studiums in Dresden. Der Dirigent Nicolaus Harnoncourt, einer der großen Spezialisten für historische Aufführungspraxis, hatte mit seinem ersten Besuch in Dresden in den 1980er-Jahren auch Paetz’ Lehrer so nachhaltig beeindruckt, dass auch sie als Studentin dafür begeistert wurde.

Gleich nach der zehnten Klasse kam sie an die Musikhochschule; dem talentierten Mädchen war nahegelegt worden, nicht erst bis nach dem Abitur mit einer Bewerbung zu warten. „Meine Eltern waren keine Musiker, aber interessiert“, sagt sie. Ihr Bruder, im übrigen selbst ein sehr bekannter Musiker – der Akordeonist Tobias Morgenstern – und sie besuchten die Musikschule. Ab und an treten die beiden miteinander auf; erst am 4. Advent war Ulrike Paetz in dem von Morgenstern und dem Schauspieler Thomas Rühmann gegründeten „Theater am Rand“ im Oderbruch dabei.

Meist spielt sie auf einer französischen Bratsche von 1800, doch sie hat auch eine Viola d’Amore, die ein Berliner Geigenbauer für sie gefertigt hat. Eine ihrer Töchter spielt Geige, orientiert sich beruflich jedoch eher an ihrem Vater, der Mediziner ist. 14 Jahre lang hat die Familie direkt in Königs Wusterhausen gelebt, seit zwei Jahren nun wohnt sie in Zernsdorf. Ulrike Paetz fühlt sich hier wohl, schätzt das Engagement ihrer Musikerkollegen wie eben Christiane Scheetz, die bei der Christnacht natürlich auch dabei sein wird.

Rund 70 Konzerte bestreitet sie pro Jahr. Im Aufgust war sie zum ersten Mal mit der Lautten Compagney in der voll besetzten Jüterboger Nikolaikirche. Das Konzert mit Purcell-Liedern gesungen von Dorothee Mields war ein Ereignis. Ulrike Paetz freut sich über das Lob: „Das Wichtigste ist, dass man die Leute greift, dass die unsere Spielfreude spüren.“

Von Karen Grunow

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