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Umbau von Frankenfelder Dorfhaus abgelehnt

Dorfleben Umbau von Frankenfelder Dorfhaus abgelehnt

Die Frankenfelder hatten sich schon auf ihr barrierefreies Gemeindehaus gefreut. Der Stadtentwicklungsausschuss hatte sich für einen 250 000 Euro teuren Umbau ausgesprochen. Doch die Stadtverordneten lehnten die Beschlussvorlage am Dienstagabend ab. Damit ist aber nicht das letzte Wort gesprochen.

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Das Gemeindehaus in Frankenfelde ist alles andere als barrierefrei.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Für alle Frankenfelder, die gehofft hatten, ab 2017 die Etagen ihres Gemeindehauses per Lift zu erreichen, dürfte es eine Klatsche sein: Mit knapper Mehrheit haben die Luckenwalder Stadtverordneten am Dienstag den barrierefreien Umbau des Gebäudes für 250 000 Euro abgelehnt. Die meisten Gegenstimmen kamen von der CDU und den Linken.

Die Stadt hatte bereits 25 000 Euro an Planungskosten bereitgestellt und erhofft sich für den Umbau eine 70-prozentige Förderung aus dem europäischen Leader-Programm. Um einen Förderantrag stellen zu können, braucht sie aber eine Baugenehmigung und vorher den Segen der Stadtverordneten.

Die Außentreppe am Frankenfelder Gemeindehaus ist marode und eine Unfallgefahr und müsste dringend saniert werden

Die Außentreppe am Frankenfelder Gemeindehaus ist marode und eine Unfallgefahr und müsste dringend saniert werden.

Quelle: Elinor Wenke

Das Vorhaben war von Beginn an umstritten und wegen des sechsstelligen Kostenvolumens mehrfach beraten worden – auch bei einer Vor-Ort-Besichtigung. Aus vier möglichen Bau-Varianten hatte sich der Stadtentwicklungsausschuss dann doch für die teure Umbauvariante entschieden. Die sieht einen Fahrstuhl mit drei Haltestellen bis ins Dachgeschoss vor, außerdem eine neue Außentreppe, Behindertentoiletten und einen zweiten Rettungsweg.

Christdemokraten und Linke haben Bedenken

Carsten Nehues (CDU) forderte weitere Varianten, um das Haus kostengünstiger barrierefrei umzubauen. „Was ist, wenn die Fördermittel nicht kommen? Ich wünsche mir einen Umbau step by step“, sagte er. Als „nicht zu Ende gedacht“ charakterisierte seine Fraktionskollegin Nadine Walbrach die Vorlage. „Für mich passen Barrierefreiheit und Rettungswege nicht zusammen“, sagte sie.

Hintergrund

Das Gemeindehaus in Frankenfelde wurde um 1900 erbaut und war über lange Zeit die Dorfschule. Heute beherbergt es ein reges Vereinsleben und Besucher vom Jugendlichen bis zum Senior.

Das Gebäude ist nicht barrierefrei, hat eine marode Außentreppe, unterschiedliche Fußbodenniveaus und keinen eigenen Rettungsweg für den Jugendclub im Obergeschoss.

Zum barrierefreien Umbau hatte die Stadt zuvor vier Varianten zur Auswahl gestellt: zwei Umbauvarianten für Kosten von 170 000 beziehungsweise 250 000 Euro, einen Neubau und einen Umbau von anderen bestehenden Immobilien.

Erik Scheidler (Linke) plädierte dafür, die Beschlussvorlage zurückzustellen und noch einmal „gründlich im Ausschuss zu diskutieren“. Jens Bärmann (CDU) stimmte ihm zu. „Im Ausschuss waren alle unzufrieden, wir sollten über eine abgespeckte Variante beraten.“

Beschlussvorlage soll erneut in die Ausschüsse

Jochen Neumann (Linke) brachte eine neue Variante ins Spiel: einen Anbau zwischen Gemeindehaus und Feuerwehr. „Ein Neubau wäre nicht förderfähig“, gab die Bürgermeisterin zu bedenken. Sie hatte es abgelehnt, die Vorlage zurückzuziehen, will sie nun aber erneut in die Ausschüsse bringen.

Frankenfeldes Ortsvorsteherin Susanne Schöpke reagierte „enttäuscht“. „Die Notwendigkeit des Umbaus ist allseits bekannt und auch befürwortet worden, unsere Wünsche sind auch nicht überzogen“, sagte sie am Mittwoch der MAZ. Sie hofft, dass bei einer erneuten Debatte „wieder klare Linie“ gefahren wird. „Wir sollten keine halben Sachen machen, sonst wird es später noch teurer“, sagte Schöpke.

Die Idee eines Anbaus zwischen Gemeindehaus und Feuerwehr hält sie für nicht sinnvoll. Es müsse alles neu erschlossen und mit Medien versorgt werden. „Das hatten wir alles schon mal besprochen und eigentlich abgehakt“, sagte sie.

Von Elinor Wenke

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