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Teltow-Fläming Umgehungsstraße für Mahlow-Dorf eröffnet
Lokales Teltow-Fläming Umgehungsstraße für Mahlow-Dorf eröffnet
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10:31 02.12.2014
Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier, Infrastrukturministerin Kathrin Schneider, Bauausschuss-Vorsitzende Sabine Plettner, Kreisbeigeordneter Holger Lademann und Großbeerens Bürgermeister Carl Ahlgrimm (v.l.) schnitten symbolisch das Bändchen durch und gaben die Straße frei. Quelle: Christian Zielke
Mahlow

Witze über den BER möchte eigentlich niemand mehr hören. Und so erntete Holger Lademann, der Beigeordnete des Landkreises Teltow-Fläming, für seinen Seitenhieb, dass die L76 früher fertig geworden ist als der Flughafen nur ein gequältes „Hö hö hö“ der Anwesenden.

Verzögerung der Fertigstellung
Schließlich lief auch beim am Montag geschlossenen letzten Teilstück der wichtigen Landesstraße, der Ortsumgehung von Mahlow-Dorf, im Vorfeld nicht alles glatt. Auf dem Baustellenschild wurde der Fertigstellungstermin vom letzten Quartal 2013 um ein Jahr nach hinten geschoben. Archäologische Untersuchungen und Probleme beim Grunderwerb hätten den Baubeginn verzögert, sagt Heiko Nevermann vom Landesbetrieb Straßenwesen. „Der Bau selbst verlief planmäßig“, sagt der Bauleiter. Auch den Kostenrahmen von zwölf Millionen Euro habe man eingehalten, sagt Nevermann nicht ohne Stolz. Seine oberste Chefin, Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos), schnitt das Bändchen für die rund zwei Kilometer lange Straße durch. Vor gut drei Jahren hatte ihr Amtsvorgänger Jörg Vogelsänger (SPD) an gleicher Stelle symbolisch den Spaten in die Erde gerammt. „Damit ist ein weiteres wichtiges Stück des Infrastrukturprojekts BER geschafft. Ich freue mich, dass dieses Nadelöhr weg ist“, sagte Kathrin Schneider. Bis zu 30000 Autos am Tag kann die vierspurige Straße aufnehmen.Nicht nur die Autofahrer zwischen Potsdam und Schönefeld profitierten von der neuen Verbindung, auch die Menschen in Mahlow-Dorf müssten künftig weniger Lärm und Abgase ertragen. Rund 300 Millionen Euro wurden bislang in die Straßen der Region investiert, fast die Hälfte, 130 Millionen, kommt aus EU-Töpfen.

Grünen-Politikerin machte sich für Lärmschutz stark
Für Sabine Plettner (Grüne) hat die L76 eine besondere Bedeutung. „Ohne die Straße würde ich hier nicht stehen. Die L 76 hat mich politisiert“, sagte die Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Als kurz nach der Jahrtausendwende die Planungen für den vierspurigen Ausbau der Straße begannen, gingen viele Waldblicker auf die Barrikaden. Die 56-Jährige war eine von denen, die für Lärmschutz und gegen die Abkopplung der Marienfelder Straße gekämpft haben. Heute führt eine Brücke die Marienfelder Straße über die L76, daneben ist ein grüner Lärmschutzwall entstanden – auch dank der vielen Einwände der Waldblicker. „Am Beispiel der L76 kann man sehen, dass man doch etwas verändern kann in diesem Land“, sagt Sabine Plettner.

In den kommenden zwei Wochen dürfen Autofahrer nur mit Tempo 80 auf der neuen Straße fahren. Erst wenn die Wildschutzzäune fertig sind, wird die Höchstgeschwindigkeit auf 120 Km/h heraufgesetzt. Nach dem Winter werden entlang des Straßendamms Bäume gepflanzt. Sie sollen die Eingriffe in die Natur durch den Straßenbau kompensieren.

Tunnel für Amphibien

  • Wenn durch einen Straßenbau Natur verändert oder beseitigt wird, muss dafür Ausgleich oder Ersatz geschaffen werden. 
  • Entlang des gestern freigegebenen rund 2,3 Kilometer langen Teilstücks der L76 gibt es Überflughilfen für Fledermäuse, die auf den ersten Blick wie Lärmschutzwände aussehen. 
  • Für Amphibien wurden unter dem Straßendamm zwei Tunnel geschaffen. Fünf kleine Tümpel wurden entschlammt und renaturiert. Sie sollen als Lebensraum und Laichgewässer für verschiedene Amphibien dienen. 
  • Der Lärmschutzwall zwischen Lichtenrader und Marienfelder Straße soll im kommenden Frühjahr bepflanzt werden. 
  • Als Ersatz für den gerodeten Wald werden entlang der Straße und bei Diedersdorf Flächen aufgeforstet. Um die Versiegelung zu kompensieren, wurde bei Mellensee eine ehemalige Flugplatzlandebahn abgerissen und in Ackerland umgewandelt.

Von Christian Zielke

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