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Teltow-Fläming Umtriebiger Schmied
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00:19 05.01.2018
Werner Mohrmann-Dressel Quelle: Andrea von Fournier
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Blankenfelde

Fast jeder in der Region kennt Werner Mohrmann-Dressel. Wenn nicht dessen Namen, so doch die schmiedeeisernen Zeugnisse der Arbeit des Blankenfelder Dorfschmieds. An vielen Orten in Blankenfelde-Mahlow sind sie zu sehen: die legendäre Dorfangerkuh Hannah neben der Schmiede in Blankenfelde, ein Hinweisschild auf die Städtepartnerschaften, das Mahnmal für Noel Martin in Glasow, der Globus vor der Verwaltung, den er, wie den Eiffelturm vor dem Senioren-Haus Christo, mit Schülern seiner AG gefertigt hat.

Technische Ausbildung

Der gebürtige Oldenburger, 53 Jahre alt, ist Kunstschmied. Er hat eine Ausbildung zum Technischen Assistenten für Metallographie durchlaufen und im Labor gearbeitet. So kennt er sich tiefgründig mit Metallen aus. Von 1992 bis 1994 absolvierte er eine zweite Berufsausbildung zum Metallbauer/Metallgestalter und bekam das praktische Rüstzeug für die künstlerische Arbeit am Material. Gesellenjahre und Lehrgänge an verschiedenen Orten folgten, bei denen er Erfahrung und Inspiration sammelte. Ab 1995 arbeitete er ehrenamtlich in der Museumsschmiede des deutschen Technikmuseums Berlin.

Gerettete Schmiede

Da hatte er längst Lust auf ein eigenes Atelier bekommen. 1997 fand er es in der verwaisten Schmiede auf dem Dorfanger Blankenfelde. Das romantische, denkmalgeschützte Gebäude, das zu DDR-Zeiten von engagierten Bürgern vor dem Abriss gerettet worden war, war im Jahr zuvor von der Gemeinde rekonstruiert und instand gesetzt worden. Einen Schmied als Betreiber gab es nicht. So nahm Werner Mohrmann-Dressel, in Berlin ansässig, das Haus unter seine Fittiche. Im Februar 1998 bekam er Strom und bereitete schon damals neben seiner Tätigkeit dort die Nutzung der Schmiede für Kinder- und Schülergruppen und interessierte Besucher vor. Als er die Schmiede öffnete, fand er sogleich Getreue, wie das Ehepaar Inge und Jürgen Otremba, die ihm bis heute zur Seite stehen.

Volle Funktionalität

Werner Mohrmann-Dressel hat die volle Funktionalität des Hauses wiederhergestellt und schafft dort wahre Wunderwerke mittels traditioneller und moderner Techniken. Da sind zum einen die Aufträge für Gebrauchsobjekte – der Zweck, für den die Schmiede vor Jahrhunderten entstand und die auch heute die wirtschaftliche Basis darstellen. Statt Hufbeschlag und Reparatur von Pferdegeschirren fertigt der Schmied nun Geländer, Leuchten, Möbel oder kunstvolle Rosenbögen und historische Zaunrekonstruktionen. Dabei muss man nicht mit fertigen Zeichnungen kommen. Der Schmied stellt seine Kreativität und Ideen gleich mit zur Verfügung.

Arbeit mit Schülern und Kita-Kindern

Ein festes Betätigungsfeld ist die Arbeit mit Schülern und Kita-Kindern. Sie besuchen ihn in der Schmiede oder er kommt mit einer mobilen Ausstattung zu ihnen. Regelmäßig betreut Werner Mohrmann-Dressel die Jugendlichen seiner AG von der Herbert-Tschäpe-Oberschule in Dahlewitz. Auch für Schulprojekte ist er stets offen. Für Interessierte jeden Alters, die schauen oder selbst Hand anlegen wollen, gibt es feste Öffnungszeiten und Workshops.

Viel Humor

Besonders gern geht Werner Mohrmann-Dressel seiner großen Leidenschaft nach. Er schmiedet Skulpturen, die meist mit hintersinnigem Humor behaftet sind. Wenn ihn eine Inspiration ergriffen hat und die Aufträge es zulassen, glüht das Schmiedefeuer für kleine und große Figuren wie Tiere, Menschen oder Fantasiegebilde. Man erkennt nicht nur die Kunstfertigkeit des Schmiedes, sondern manch politischen Seitenhieb. Der „Leistungsträger“ (2012) etwa kann nur trötend und erhöht auf dem Podest stehen, weil ihn eine Unzahl „kleiner Leute“ schultern.

Vögel und Vierbeiner

Doch Mohrmann-Dressels Vögel und Vierbeiner gelingen ebenso gut. Dass sie so richtig zur Geltung kommen, dafür sorgt seit 2004 Ehefrau Karin Dressel, eine außerordentlich gute Hobbyfotografin. Sie inszeniert die Skulpturen ihres Mannes vor treffenden Kulissen, erzeugt Illusion, Grotesken und Überraschungen und schafft damit selbst sehenswerte Kunstobjekte.

Von Andrea von Fournier

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