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Teltow-Fläming Umweltministerium lädt zum „Pappelgipfel“
Lokales Teltow-Fläming Umweltministerium lädt zum „Pappelgipfel“
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00:20 01.10.2017
Nicht nur die Wehre, sondern auch viele Wanderwege entlang der Nuthe sind wegen der überalterten Pappeln am Ufer seit dem Sommer gesperrt. Quelle: Peter Degener
Trebbin

Mehr als 4500 morsche Pappeln beeinträchtigen seit vier Monaten die Gewässerunterhaltung an Nuthe und Nieplitz. Seit einem Betretungsverbot für Landesbedienstete hat der Wasser- und Bodenverband aus keine Arbeiter mehr in die betroffenen Abschnitte geschickt.

Auch beliebte Wanderwege bleiben ungenutzt und ungepflegt. Die beiden Landesgewässer 1. Ordnung werden nicht entkrautet und bei Stürmen herabgefallenes Holz wird nicht entfernt. Die Abflussleistung der Gewässer ist bereits deutlich gesunken. Für die Landwirte ergeben sich gerade bei den Starkregenereignissen Probleme.

Beim Gipfel am Freitag kommen alle relevanten Behörden zusammen

Jetzt wurden alle betroffenen Behörden in das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft eingeladen. Am Freitag sollen dort unter anderem Bürgermeister, Untere Naturschutz- und Wasserbehörde, sowie das Landesumweltamt zusammenkommen, „um das Problem der Pappeln an Nuthe und Nieplitz zu lösen“, wie Kurt Augustin sagt. Er ist Leiter der Abteilung für Wasser- und Bodenschutz im Ministerium und schon lange mit den Pappeln beschäftigt.

Viele morsche Bäume stehen an den Ufern der brandenburgischen Flüsse. Quelle: Rudi Hommel

Das Problem ist nicht neu und auch nicht auf Nuthe und Nieplitz beschränkt. „Wir haben das an allen Gewässern im Land“, sagt Augustin. An der Schwarzen Elster mussten 5000 Bäume auf den Deichen entfernt werden, weil sie den Hochwasser-Schutz beeinträchtigten. „Wir haben nur einen gewissen Mittelansatz und können das nur etappenweise machen“, erläutert Augustin.

Das Problem ist lange bekannt, wurde aber in diesem Sommer akut

Schon 2013 wurde wegen der Situation an Nuthe und Nieplitz gewarnt. Jetzt wurde das Problem durch die Sperrung allerdings akut, seitdem die Gewässerunterhaltung beeinträchtigt ist.

4541 Pappeln, die vor 30 bis 40 Jahren zur Beschattung von Gewässern und als schnellwachsende Holzlieferanten an den Ufern gepflanzt wurden, gelten dort als morsch und gefährlich. 1592 davon stehen auf Landesflächen. „Für 375 Bäume auf Landesflächen in Potsdam-Mittelmark haben wir bereits eine Fällgenehmigung erhalten und werden im Oktober mit den Fällungen beginnen“, kündigt Augustin an.

In Potsdam gebe es keinen Handlungsbedarf. Für die Bäume in Teltow-Fläming bereite man den Antrag vor. Augustin denkt, dass dort ab Ende Februar mit den Fällungen begonnen werden kann.

Finanzielle Unterstützung von Privateigentümern wird diskutiert

Doch die Probleme werden damit nicht gelöst: „Auf privaten Flächen ist das Land nicht zuständig, es muss aber die ordnungsgemäße Gewässer-Unterhaltung sicherstellen“, sagt Augustin. Mehrere hundert Privateigentümer seien betroffen. Die Eigentumsverhältnisse mussten zuvor geklärt und „Problembäume“ identifiziert werden. „Wie dort vorgegangen wird, soll auf dem ,Pappelgipfel’ besprochen werden“, sagt Augustin.

Auch die Frage von Ersatzpflanzungen und eine mögliche finanzielle Unterstützung von Privateigentümern soll erörtert werden. Augustin rechnet mit Kosten von 400 bis 500 Euro pro Baum, was allein für landeseigene Bäume einen Millionenbetrag ergibt. Durch ein Gutachten sollen daher auch rein verkehrssichernde Maßnahmen untersucht werden, da diese günstiger als eine Fällung sind.

Betroffene Gewässerabschnitte und Wanderwege

Die Nuthe ist auf 36 Kilometern Länge zwischen Woltersdorf (Nuthe Urstromtal) und der Potsdamer Stadtgrenze gesperrt.

Die Nieplitz ist bis zum Wehr Zauchwitz (Beelitz) betroffen. Auf dem rund 3,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Stangenhagen (Trebbin) und Zauchwitz ist die Situation nach Auskunft des verantwortlichen Wasser- und Bodenverbands prekär.

Betroffen von den Wegsperrungen sind eine Vielzahl von Wanderwegen, etwa die regionalen Fontane-Wanderwege F 4 und F 5, der Nuthe-Rundweg und Teile des FlämingWalks.

Von Peter Degener

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