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Umzug in Thermohalle aufgeschoben

Flüchtlinge im Alten Kreishaus Umzug in Thermohalle aufgeschoben

Verständnis zeigen der Kreis Teltow-Fläming und die Stadt Luckenwalde dafür, dass die Bewohner der Notunterkunft im Haus 1 des Flüchtlingsheims Grabenstraße nicht in das Tragluftzelt im Biotechnologiepark umziehen wollen. Deshalb hat der Kreis nun eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung beim Land beantragt. Die Traglufthalle soll Neuankömmlingen vorbehalten bleiben.

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Das Haus 1 des Flüchtlingsheims in der Grabenstraße soll bis zur Jahresmitte in Betrieb bleiben.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Luckenwalder Grabenstraße soll für drei weitere Monate vorgehalten werden. Das erfuhr die MAZ auf Nachfrage beim Sozialamt der Kreisverwaltung. „Der Landkreis Teltow-Fläming bemüht sich intensiv beim zuständigen Landessozialamt um die Verlängerung der Anerkennung bis zum 30. Juni 2016“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Chancen dafür stehen offensichtlich gut, eine Genehmigung sei bereits in Aussicht gestellt worden, heißt es: „Die schriftliche Entscheidung erwarten wir bis Ende der kommenden Woche.“

Bisher galt die Betriebserlaubnis des Landesamtes für Soziales nur bis zum 31. März. Bis dahin sollte das Haus 1 leergezogen werden. Für die Bewohner war ein Umzug in die Thermohalle auf dem Gelände des Biotechnologieparks geplant. Diese Nachricht hatte für Aufregung unter den Bewohnern gesorgt. Zwar gilt ihre jetzige Unterbringung als Notunterkunft, weil es in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude viele Schlafräume aber kaum Sanitäreinrichtungen und schon gar keine Küchen gibt.

Dennoch haben sich die meisten Bewohner hier eingelebt, auch wenn sie über den Hof gehen müssen, um zu duschen oder zu kochen. Zudem ist die Aussicht, von einem festen Gebäude in zentraler Stadtlage in eine Leichtbauhalle am Stadtrand zu ziehen, für sie nicht reizvoll. Zudem haben sie in der Grabenstraße eine funktionierende Gemeinschaft aufgebaut.

Auf diese Einwände reagieren nun der Kreis Teltow-Fläming und die Stadt Luckenwalde. Der eine will seine Notunterkünfte möglichst räumen, die andere hofft auf eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge auf den gesamten Landkreis. Zudem scheint die Annahme nicht ganz unbegründet zu sein, dass es derzeit mehr Flüchtlingsunterkünfte als Flüchtlinge gibt, aber: „Von einem Überangebot an Plätzen kann mit Blick auf die Erfahrungen der letzten zwei Jahre nicht ausgegangen werden“, so Kreis-Sozialdezernentin Kirsten Gurske (Linke). Da habe man in den Wintermonaten wie jetzt auch zunächst „einen moderaten Zugang“ an Flüchtlingen registriert, der aber „im Laufe des Frühjahrs sprunghaft angestiegen ist“, so Gurske weiter. Hinzu komme, dass die Erteilung von Aufenthaltstiteln immer noch lange daure, sodass die Belegung der Heime nur verzögert zurückgehe und weiterhin Plätze erforderlich seien. Klar sei aber auch, dass vorläufig keine neuen Flüchtlinge im Haus 1 untergebracht würden und man versuche, die jetzigen Bewohner davon zu überzeugen, in andere Orte des Kreises zu ziehen.

Auch Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) hält es für unglücklich, Flüchtlingen, die endlich im Haus 1 in eigenen Zimmern etwas Privatsphäre gewinnen konnten, „nun wieder in ein Massenquartier zu schicken“. Die Traglufthalle sollte Neuankömmlingen vorbehalten sein. Auch sei ihr daran gelegen, dass die Begegnungsstätte im Haus 1 offen bleibt.

Von Hartmut F. Reck

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