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Teltow-Fläming Stipendiaten flüchten vor Baulärm
Lokales Teltow-Fläming Stipendiaten flüchten vor Baulärm
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14:01 29.07.2018
Ruhe zum Arbeiten fehlt: Stipendiaten wurden vom Gerüstbau überrascht. Quelle: privat
Wiepersdorf

Was für ein unwürdiger Abschluss: Gleich am Tag nach dem entspannten Sommerfest des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf am 22. Juli rückten im Auftrag in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Gerüstbauer an, um die Sanierung des Schlosses vorzubereiten. Die Literaten, Künstler und Komponisten, deren Stipendien vor Ort noch bis Dienstag gelten, wurden frühmorgens von den Bauarbeiten überrascht. Das Schloss, fester Arbeitsort für viele der Stipendiaten wurde ab sofort kaum noch nutzbar. „Es sind alle sehr angespannt und frustriert“, sagte die Künstlerin Frenzy Höhne, bevor sie heute dann – wie andere auch – verfrüht abreiste.

Kein Ansprechpartner der Verwaltung vor Ort

Denn eigentlich soll das Künstlerhaus noch bis einschließlich Dienstag als Arbeits- und Wohnstätte zur Verfügung stehen – in der Trägerschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Diese wäre eigentlich sogar bis 2019 in der Pflicht gewesen. So wie die Mitarbeiter des Künstlerhauses und alle diesjährigen Stipendiaten im Frühjahr vom vorzeitigen Aus unvermittelt in Kenntnis gesetzt worden waren und teilweise spontan ihre Aufenthalte umdisponieren mussten, so unangekündigt wurden sie nun von den Bauarbeiten überrannt. Von der Verwaltung des Hauses ist jetzt kein Ansprechpartner mehr vor Ort.

Stipendiaten schreiben ans Ministerium

Die Stipendiaten haben deshalb nun gemeinsam einen Brief verfasst an Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) und Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil. Letztere hatte beim Sommerfest bekräftigt, dass das Land den Weiterbetrieb des Hauses nach der Sanierung ab 2020 unbedingt will. Auf den Brief gibt es noch keine Antwort, wohl aber zu einem Facebook-Post, den Frenzy Höhne abgesetzt hat. „Der Lärm der täglichen Baumaßnahmen erschwert das konzentrierte Arbeiten für viele von uns sehr, womit zehn Tage geförderter künstlerischer Arbeit – bei Residenzpflicht – leider weder produktiv noch entspannend sind“, schrieb sie Mitte vergangener Woche. Vom Ministerium kam als kurze Reaktion, dass Stipendiatentrakt und Atelierhäuser vom Gerüstbau nicht betroffen seien. „Die eigentlichen Bauarbeiten zur Dachsanierung beginnen – wie geplant und bekannt – erst am 1.8.2018“, heißt es weiter in der Facebook-Nachricht des Ministeriums. Dass diesen Arbeiten jedoch schon vor dem angesetzten Termin umfangreiche und geräuschintensive viertägige Gerüstbauarbeiten vorausgehen würden, war den Stipendiaten zuvor nicht bekannt gegeben worden.

„Ich finde den Umgang mit den Künstlern so schockierend“, sagt auch Ulrike Seyboth, die im Frühjahr Stipendiatin war. Gemeinsam mit den anderen hatte sie Protestaktionen wegen der ungewissen Zukunft des Hauses organisiert. Entstanden ist dadurch ein breites Netzwerk früherer und diesjähriger Stipendiaten. Es gibt, deutet Frenzy Höhne an, schon Ideen für weitere Aktivitäten. Sie alle kämpfen weiterhin für das Haus, auf dass es künftig wieder ein friedlicher Ort zum ruhigen Arbeiten und kreativen Miteinanders werden kann.

Von Karen Grunow

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