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Unansehnlicher Ehrenhain

Luckenwalde Unansehnlicher Ehrenhain

Vertrockneter Rasen, unebene Gehwegplatte, Papierkörbe voller Schnapsflaschen: Der Ehrenhain in Luckenwalde bietet keinen schönen Anblick. Hinzu kommt Vandalismus, der einige gute Ideen zunichte gemacht hat. Eine Arbeitsgruppe will nun die Umgestaltung anstoßen Jetzt ist die Stadt gefragt.

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Ungepflegt sieht der Platz rund um das Ehrenmal aus.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Der Ehrenhain am Luckenwalder Stadtpark macht seinem Name keine Ehre. Die Fläche ist ungepflegt, die alten Gehwegplatten grau und uneben, der Rasen vertrocknet und der Abfallbehälter randvoll mit Schnapsflaschen. „Und das zur 800-Jahr-Feier der Stadt“, ärgert sich Musiker und Entertainer Gisbert Schulze. Seiner Ansicht nach wird es höchste Zeit, das sich endlich etwas tut.

Das Quartiersmanagement „Am Röthegraben“ setzt sich für die Verschönerung des Ehrenhains ein und hat bei der Frühlingsaktion im April dieses Jahres selbst Hand angelegt. Im November 2014 wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen und im vergangenen Jahr ein rosaroter Ring aus Beton aufgestellt. Daran wurde ein Ideenkasten angebracht, der als Sammelstelle für Vorschläge zur Verschönerung des Quartiers dienen sollte. Doch: Es dauerte keine 24 Stunden, da war der Kasten abgerissen.

Statt Hinweise und Fotos wurde Centstücke in den Betonring geworfen

So schnell wollten sich die Vertreter der Arbeitsgruppe nicht geschlagen geben. Nachdem sich der Briefkasten im Graben des Tierparks wieder angefunden hatte, wurde ein zweiter Versuch gestartet. Doch jetzt wurde entschieden, den rosaroten Betonring zu entfernen. „Wir hatten gehofft, dass uns Bürger ihre Ideen mitteilen oder auch alte Fotos zur Verfügung stellen würden“, sagt Koordinatorin Susanne Zengeler.

Diese Hoffnung hat sich allerdings nicht erfüllt. Die einzigen Reaktionen auf den Betonring waren Centstücke. Einige dachten wohl, es würde sich um einen Brunnen handeln, in den man Münzen wirft. Trotzdem gibt die Arbeitsgruppe noch nicht auf. Denn eins steht fest: Der Ehrenhain braucht eine Schönheitskur.

Geschichtlicher Hintergrund

Am 28. November 1944 wurde der alte Teil des Stadtparks von einer 36 Zentner schweren Luftmine zerstört worden. Sie fiel ins moorige Gelände neben der Friedrich-Schule.

1956 wurde ein Teil des Stadtparks zum Tierpark umgestaltet, aber ohne den vom Krieg zerstörten Bereich.

1977 wurde beschlossen, die Fläche zwischen Gymnasium und Carl-Drinkwitz-Straße zu einem Ehrenhain für gefallene Sowjet-Soldaten und die Kriegsgefangenen des Stalag IIIA umzugestalten, weil die Sowjet-Armee ein Gedenken auf dem Stalag nicht genehmigte.

Der Potsdamer Künstler Herrmann Kühn erhielt den Auftrag ein Denkmal für diesen Ehrehain zu schaffen.

1978 war die Neugestaltung der Fläche abgeschlosse und das Denkmal wurde errichtet. Seitdem finden dort die Kranzniederlegungen zum Tag der Befreiung statt.

Inzwischen hat auch der Tierparkverein seine Unterstützung zugesagt. „Wir hätten auch gern das Deutsche Rote Kreuz und das Friedrich-Gymnasium als unmittelbare Nachbarn mit im Boot“, fügt Susanne Zengeler hinzu. Vor fünf Jahren gab es eine Vereinbarung zwischen der Abiturklasse des Gymnasiums und dem städtischen Bauhof. Die Schüler brachten den Ehrenhain auf Vordermann, was ihnen Geld in die Abikasse spülte. „Dass wäre natürlich eine tolle Aktion, zumal die Schüler das Gelände so viel mehr achten würden“, sagt Susanne Zengeler.

Arbeitsgemeinschaft will sich an den Planungen beteiligen

Inzwischen gibt es Absprachen mit der Stadtverwaltung. So hat das Stadtplanungsamt der Arbeitsgruppe angeboten, bei der Planung einer eventuellen Neugestaltung mitwirken zu können. „Dann sehen wir zumindest schon als Erfolg“, freut sich Zengeler.

Für Michaela Hoffmann vom Grünflächenamt der Stadt steht fest, dass am Ehrenhain etwas gemacht werden muss. „Wir sind an der Planung dran. Ob es einen Ideenwettbewerb geben wird oder wir gleich in die Planung gehen, müssen wir sehen“, sagt sie. Bei einer Runde mir der Bürgermeisterin werde in dieser Woche über das weitere Vorgehen diskutiert, kündigte Hoffmann an.

Von Margrit Hahn

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