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Teltow-Fläming Unbefristeter Streik bei Klenk in Baruth
Lokales Teltow-Fläming Unbefristeter Streik bei Klenk in Baruth
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04:25 10.06.2016
Gewerkschafter der IG Metall versperrten die Zufahrt zum Klenk-Gelände. Quelle: Zielke
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Baruth

Der Tarifstreit bei Klenk Holz in Baruth hat eine neue Stufe erreicht. Seit gestern streiken die Beschäftigten des Werks unbefristet. Zu diesem Schritt habe man sich entschlossen, weil die Arbeitgeberseite bislang keinen Schritt auf die Forderungen der Gewerkschaft zugegangen seien, sagte Anton Gorisek, der Sekretär der IG Metall Ludwigsfelde.

Für die Gewerkschaft sind die Ziele nach wie vor klar: „Wir fordern einen Tarifvertrag für alle Beschäftigten“, sagte Gorisek. Bis jetzt habe die Arbeitgeberseite kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Der seit 18 Monaten schwelende Konflikt war in den vergangenen Tagen eskaliert. Ein für vorigen Freitag vereinbartes Gespräch mit der Gewerkschaft hatte das Unternehmen einen Tag zuvor abgesagt, woraufhin am Freitag Beschäftigte durch Baruth demonstrierten. Seit Mittwoch ist die Stimmung noch gereizter. Da hatten Polizeikräfte die blockierte Zufahrt zum Werksgelände geräumt – für die Streikenden eine Verletzung der staatlichen Neutralitätspflicht. „Das war absolut unverhältnismäßig“, sagt Gorisek. Die Schuld an dem Einsatz gibt er jedoch den Unternehmen. Dieses hätte per einstweiliger Verfügung beim Arbeitsgericht durchsetzen lassen können, dass die Blockierer eine Gasse bilden.

Die Fronten sind verhärtet

Nun sind die Fronten verhärtet, auch wegen der vielen Streikbrecher. Einer der Streikposten schätzt, dass rund ein Drittel der Belegschaft nicht am Arbeitskampf teilnimmt. Gelockt werden die Streikbrecher vom Unternehmen mit 50 Euro, die das Unternehmen als Belastungsprämie zahlt, und höherem Lohn. „Leider vergessen diese Leute, dass sie für einen Hedgefonds arbeiten. Hier wird gearbeitet und woanders der Profi gemacht. Die Leute sollten sich lieber für einen Tarifvertrag einsetzen“, sagt Gorisek. Einen solchen gibt es bereits beim benachbarten Unternehmen Pfleiderer, das ebenfalls Holz verarbeitet. Dort bekommen die Beschäftigten bis zu vier Euro mehr Lohn in der Stunde und haben mehr Urlaubstage.
Unterdessen hatte der Polizeieinsatz auch ein politisches Nachspiel. Katrin Lange, Staatssekretärin im Innenministerium, bezeichnete einige der Einsatzmaßnahmen als „inakzeptabel“. Die Polizei „wäre vermutlich besser beraten gewesen, das Vorliegen entsprechender gerichtlicher Entscheidungen abzuwarten, bevor bestimmte Einsatzmaßnahmen umgesetzt worden sind“, heißt es in einer Presseerklärung, des Innenministeriums. Man wolle dem Eindruck entgegentreten, die Polizei verletze das Gebot der Neutralität. Zuvor hatten Ministerpräsident Dietmar Woidke und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (beide SPD) Vertreter der Streikenden eingeladen.

Klenk wirft nach wie vor den Streikenden eine Schuld an der Eskalation vor und scheint zu keinen Zugeständnissen bereit. „Wir haben mit der IG Metall 18 Monate verhandelt und standen am Ende Lohnforderungen von etwa 17 Prozent für drei Jahre gegenüber. Unser Angebot von 2,5 Prozent im ersten Jahr im Rahmen eines Haustarifvertrages wurde abgelehnt“, sagt Sprecherin Maria Greitzke. Deshalb habe man die Löhne 2016 einseitig um 2,5 Prozent erhöht und für eine Erhöhung deutlich über den Tarifabschlüssen zugesagt, wenn das Ergebnis von 2015 wiederholt werde.

Von Christian Zielke

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