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Und „plötzlich“ sind die Flieger da

Lärmhauptstadt Ludwigsfelde wacht endgültig auf Und „plötzlich“ sind die Flieger da

Nun, wo alle Behörden-Verfahren und Einspruchsmöglichkeiten rund um den BER nicht mehr möglich sind, die Flieger mit Südbahn-Starts und -Landungen zu hören sind, da kommt Protest aus Ludwigsfelde Ost. Der vom Autobahn-Südring geteilte Ort liegt in der Einflug-Schneise, er gilt mit zwei Fernbahn- Strecken, Bundesstraße und Landstraßen als Lärmhauptstadt der Region.

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Ludwigsfelde .  Ganz unterschiedliche Wege gehen Menschen in Ludwigsfelde, um das Leben in der „Lärmhauptstadt“ der Region erträglicher zu machen. Rentnerin Ute Goltz will nun auch ihre Freundinnen mobilisieren, um in der Stadt Unterschriften gegen Fluglärm zu sammeln. Die SPD-Fraktion fand Zustimmung bei anderen Parteien im Stadtrat, für 20 000Euro eine Studie in Auftrag zu geben, mit der die Schallbelastung von der Autobahn ermittelt werden soll.

Ruhe ist ein Fremdwort in Ludwigsfelde

Kaum irgendwo in Ludwigsfelde ist es leise, Flugzeuge lärmen von oben, Autos, Güter-, Fern- und Regionalbahnen rundherum und mittendrin auf den Autobahnbrücken des Berliner Südrings. Der hat die prognostizierten Fahrzeugzahlen – Hauptgrund für seinen sechsstreifigen Ausbau zur Jahrtausendwende – noch nicht erreicht; die Flieger in Schönefeld starten und landen zurzeit nur auf der Südbahn, und der Flughafen Berlin-Tegel ist noch nicht geschlossen. Ute Goltz wohnt direkt hinter der Lärmschutzwand der Bahn.

Seit kurzem erlebt sie die Flugzeuge, die bisher über die Stadtteile Nord und West flogen, direkt über ihrer Terrasse. „Einen Antrag auf Lärmschutz hatten wir gestellt, aber der Genuss im Grünen, in der Natur ist uns wichtig“, erklärt sie. Und schrieb ihren Protest auch dem Bürgermeister, an den Landtag und die Flughafen-Betreiber. Sie stellt sich die Frage, ob es nicht denkbar sei, dass die Flieger zur Landung über den Gewerbegebieten ansetzen. Für Wilfried Thielicke, den stellvertretenden Bürgermeister und Vertreter der Stadt in der Fluglärmkommission, kommt dieser Protest zu spät.

Er erinnert sich nicht nur an die vielen Jahre behördlicher Verfahren, als aus Ludwigsfelde meist weniger Protest als aus anderen zum Teil weniger betroffenen Orten kam. „Als ich am Tag der Entscheidung im Bundesverwaltungsgericht vor drei Jahren saß, da ist mir abends hochgradig klar geworden, was dieses Urteil bedeuten wird“, so Tielicke. „Das können wir uns wohl alle in der Praxis noch gar nicht vorstellen.“ Das Verkehrsministerium war von Bürgerinitiativen und Anrainerkommunen – auch Ludwigsfelde – verklagt worden, maßgebliche Informationen über die Flugrouten verschwiegen zu haben,das Gericht hielt das für unbegründet.

Andreas Igel (SPD), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, setzt das Ludwigsfelder Bemühen gegen Autobahnlärm derweil fort. Er schlug jetzt vor, neue Technik an Hochschulen zu nutzen und neue Wege in der Schallermittlung zu gehen. Seine Idee: Die Stadt lobt einen Wettbewerb an Universitäten und Fachhochschulen aus, für eine Studie zur Lärmbelastung von der A10. Diese führt auf dem Ludwigsfelder Damm mitten durch die Stadt. Die Studie soll mit anerkannten Messmethoden exakt den Lärm ermitteln, dokumentieren und Lösungsvarianten zur Schallreduzierung vorschlagen. Die Stadtverordneten sollen über die Vergabe des Auftrags entscheiden.

Von Jutta Abromeit

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