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Teltow-Fläming Ungewisse Zukunft für Bahnhofseiche
Lokales Teltow-Fläming Ungewisse Zukunft für Bahnhofseiche
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04:51 24.06.2016
Seit mehr als zwei Jahren liegt die Eiche auf einer Wiese hinter dem Bürgerhaus. Was mit ihr passiert, ist ungewiss. Quelle: Zielke
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Dahlewitz

Große Enttäuschung bei vielen Dahlewitzern: Der Ausschuss für Soziales und Kultur hat sich am Mittwoch mehrheitlich dagegen ausgesprochen, die vor mehr als zwei Jahren gefällte Bahnhofseiche in der künftigen Buswendeschleife aufzustellen. Stattdessen soll dort ein neuer Baum gepflanzt werden.

Verein Historisches Dorf Dahlewitz kämpfte um Kunstobjekt

Anke Treffkorn vom Verein Historisches Dorf Dahlewitz hatte jahrelang dafür gekämpft, den markanten Baum als Kunstobjekt im neu gestalteten Bahnhofsumfeld „wiederauferstehen“ zu lassen. „Die ganze Mühe war umsonst. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte sie. Denen, die das Projekt ablehnten fehle es an der nötigen Sensibilität. „Die Ideen kommen nicht aus Dahlewitz sondern von Leuten, die kein Verständnis haben, warum uns so viel an dem Baum liegt“, sagte Anke Treffkorn und wies darauf hin, dass das Aufstellen nur 29 000 Euro gekostet hätte. SPD-Ortsbeiratsmitglied Elsbeth Frankenstein sieht in der Entscheidung eine fehlende Lobby für Dahlewitz. „Wir dürfen an die Gemeinde bezahlen, aber wehe, wir haben auch mal Wünsche“, sagte sie mit Blick auf das Gewerbegebiet, das einen großen Teil der Steuern für Blankenfelde-Mahlow bringe.

850 Unterschriften für Erhalt der Bahnhofseiche

850 Dahlewitzer hatten für den Erhalt des Baums unterschrieben, auch der Ortsbeirat hatte sich für die Eiche als Kunstobjekt ausgesprochen. Zuvor hatten die Dahlewitzer lange mit der Deutschen Bahn und der Naturschutzbehörde verhandelt. So lange, dass die Kunst-Eiche sogar Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses für den Tunnel ist. Statiker und Planer haben berechnet, wie man den Baum aufrichten kann und welches Fundament nötig ist. Er vor wenigen Wochen hatte die Baubehörde die Genehmigung erteilt. Dass daraus nun nichts wird, lag vor allem an der Diskussion über die Kosten. Von ursprünglich 15 000 Euro hatten sich diese im Laufe der Zeit auf 40 000 Euro fast verdreifacht, woraufhin der Finanzausschuss die Notbremse gezogen hatte und die Gemeindevertretung beschloss, das Geld im Nachtragsaushalt unter Sperre zu stellen.

Was mit der Eiche passiert, ist unklar

Unklar ist nun, was mit der abgesägten Eiche passiert. Dass die Beschlussvorlage dazu keine Auskunft gab, sorgte für Kritik. „Ich vermisse die Perspektive“, sagte Gerrit Schrader (BVBB-WG) und sprach sich dafür aus, den Baum als Ganzes zu erhalten und nicht Bänke daraus zu machen, wie dies Daniel Freiherr von Lützow (AfD) angeregt hatte. Dietlind Biesterfeld (SPD) mahnte, dass die Kosten für eine alternative Aufstellung der Eiche keinesfalls höher als 40 000 Euro liegen dürften. „Ansonsten haben wir gar nichts gewonnen“, so Biesterfeld. Sie verwies auf Ideen des Blankenfelder Kunstschmiedes Werner Mohrmann-Dressel, der den Baum auf den Armen kleiner Menschen aus Metall legen wollte. „In jedem Fall muss der Baum gesichert werden“, sagte Anke Treffkorn, egal, ob dieser liegt oder steht, ob er Kunstobjekt, Spielgerät oder der Natur überlassen wird. Der Ausschuss für Soziales und Kultur einigte sich mehrheitlich darauf, dass die Zukunft der Eiche gemeinsam mit den Dahlewitzer Bürgern entschieden werden soll und dass dafür 15 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden sollen.

Hintergrund

Mehr als 150 Jahre lang prägte die Eiche, die neben dem mittlerweile abgerissenen Bahnhofsgebäude stand, das Dahlewitzer Ortsbild.

Am 26. Februar 2014 wurde der Baum gefällt. Er stand dem Tunnel unter der Bahn im Wege. Der zehn Tonnen schwere und etwa zehn Meter hohe Torso mit einem Stammdurchmesser von mehr als einem Meter liegt seitdem hinter dem Bürgerhaus.

Im Mai 2014 entschied die Gemeindevertretung , den Baum zu konservieren und in der späteren Buswendeschleife aufzustellen. Bauherr sollte der Verein Historisches Dorf Dahlewitz sein.

Von Christian Zielke

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