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Unkraut entlang der Gräben ärgert Anwohner

Jüterbog Unkraut entlang der Gräben ärgert Anwohner

Einige der Anlieger des Grabens an der Jüterboger Wasche sind empört, dass dort nach aufwändigen Pflegearbeiten ungehemt das Unkraut sprießt. Dass sie nicht enteignet, sondern weiter zuständig sind, erläutert die zuständige Behörde.

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Ingrid Lehmann und Heinz Seemann beim diskutieren.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Die Anwohner der Wasche, des kleinen Entwässerungsgrabens, der parallel zum Jüterboger Oberhag verläuft, bevor er am Neumarkt in die Nuthe mündet, sind sauer. „Erst wurden die Eigentümer enteignet und mussten vom Ufer aus fünf Meter ihrer Grundstücke abgeben, jetzt kümmert sich niemand und das Unkraut wuchert zum Teil bis 1,70 Meter Höhe“, klagt Ingrid Lehmann, die seit 61 Jahren dort lebt.

„Das Schlimmste ist, dass es dort, wo es unordentlich aussieht, nicht lange dauert, bis jemand Schutt oder Müll abschmeißt“, empört sich auch Lehmanns Nachbar Heinz Seemann. Erst vor wenigen Tagen war seine Befürchtung wahr geworden, als ein Unbekannter am helllichten Tage von der kleinen Fußgängerbrücke einen Eimer voller Baustoffreste und zersplittertem Glas kippte.

Hoch wuchert das Unkraut am Graben

Hoch wuchert das Unkraut am Graben.

Quelle: Uwe Klemens

Dass der Uferbereich von den Anliegern beräumt werden musste, damit der als Vorfluter dienende Graben vom Gewässerunterhaltungsverband in Ordnung gebracht wird, sieht der Jüterboger zwar ein, aber nicht, dass sich nun niemand über den wieder zuwuchernden Randstreifen kümmert.

Gefühlte Enteignung

Dass die Enteignung nur eine gefühlte ist und nicht den Tatsachen entspricht, weiß Frank Vogel, der bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises für den Zustand der Gräben zuständig ist. Laut Brandenburgischem Gewässergesetz müssen Anlieger gewährleisten, dass die Uferbereiche frei bleiben, damit Pflege- und Baumaßnahmen, teils mit schwerem Gerät, durchgeführt werden können. Auch der Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern, sowie der Rückbau von Zäunen, Schuppen oder Ställen gehört dazu.

Je nach Lage des Grundstücks rücken die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes ein bis zwei Mal im Jahr an, um Uferbereiche zu befestigen und Engpässe, die den Lauf des Wassers beeinträchtigen, zu beseitigen. Im genannten Bereich an der Wasche musste in diesem Frühjahr mehr getan werden, da Einläufe teilweise wegen Versandung nicht mehr funktionierten und Uferbereiche abgesagt waren.

Wasserbehörde: Anlieger sollen mähen

Was zwischen den Pflegemaßnahmen auf dem Uferstreifen passiert, bleibt nach wie vor den Eigentümern überlassen. „Wer möchte, lässt das Unkraut sprießen. Wer das nicht will, darf natürlich auch mähen“, sagt Vogel. Um den Uferstreifen vor dem Betreten durch Fremde zu schützen, ist auch das Aufsteller mobiler Zäune erlaubt, die dann bei Pflegemaßnahmen zeitweilig zurückgebaut werden müssen.

„Insgesamt hat die Zusammenarbeit mit den Anliegern in Jüterbog sehr gut funktioniert“, berichtet Frank Vogel, „die Gespräche bei den Vor-Ort-Terminen waren immer konstruktiv – auch weil die Leute wissen, dass es auch ihnen nützt, wenn die Vorfluter in Ordnung sind.“

Von Uwe Klemens

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