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Teltow-Fläming Unterricht gegen Sprachbarrieren
Lokales Teltow-Fläming Unterricht gegen Sprachbarrieren
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07:09 19.02.2016
In Luckenwalde bieten freiwillige Helfer Deutschkurse für Flüchtlinge an. Quelle: dpa
Luckenwalde

Am 29. Februar starten in Luckenwalde die ersten Deutschkurse, die von Laien-Lehrern für Flüchtlinge angeboten werden. Darüber informierte die neue Flüchtlingskoordinatorin der Stadt, Anke Habelmann, im Hauptausschuss. Sie hatte Ende des Jahres die Initiative angeschoben und Ehrenamtliche gesucht, die in ihrer Freizeit einigen Flüchtlingen Deutschkenntnisse vermitteln wollen.

Die Resonanz war groß. Zunächst meldeten sich 22 Interessierte aus Luckenwalde und Umgebung. Auf Fragebögen konnten sie angeben, in welchem Umfang und zu welchen Zeiten sie verfügbar sind. Einige seien abgesprungen, weil sie sich Unterricht in einer großen Gruppen nicht zutrauen und lieber eine individuelle Nachhilfe geben, andere meldeten sich neu. „Nach mehreren Treffen haben wir inzwischen 24 Laien-Lehrer im Projekt“, berichtete Anke Habelmann. Sie kommen aus unterschiedlichen Schichten, unter ihnen Rentner, ehemalige Lehrer, aber auch Berufstätige. An fünf Tagen in der Woche, zu verschiedenen Zeiten, werden sie ab Ende des Monats den Asylsuchenden deutsche Vokabeln beibringen. Auch der Sonnabend soll als Kurstag noch belegt werden. Zurzeit werden die Kurspläne für alle Gruppen geschrieben.

Hintergrund

Bei den Deutschkursen geht es um ein niedrigschwelliges Angebot. Flüchtlinge sollen lernen, sich zu verständigen und den Alltag zu meistern.

Laien-Lehrer müssen keine zertifizierten Pädagogen sein. Jeder kann mitmachen, der motiviert ist und regelmäßig Zeit für einen Kurs hat.

Weitere Interessenten können sich an Anke Habelmann wenden: 0 33 71/67 22 18, fluechtlingskoordination@luckenwalde.de.

„Wir haben die drei Übergangswohnheime in der Grabenstraße, in der Forststraße und im Schieferling besucht und unser Vorhaben vorgestellt“, sagte Anke Habelmann. Bisher liegen Anmeldungen von 100 interessierten Flüchtlingen vor, die Deutsch lernen wollen. Zunächst gelte es, ihre Sprachkenntnisse zu ermitteln. Manche kämen ohne jede Schulbildung aus ihrer Heimat, andere seien mit lateinischen Buchstaben oder deutschen Worten schon vertraut. Sie sollen in Alphabetisierungs-, Basis- und Fortgeschrittenenkurse eingeteilt werden.

Der Unterricht erfolgt nach der sogenannten Greg-Thomson-Methode. „Dabei geht es darum, den Flüchtlingen einfache Sprachkenntnisse durch Gestik, Mimik, Sprechen und Zeigen zu vermitteln“, erklärte Anke Habelmann auf Anfrage von Harald-Albert Swik (SPD), „sie sollen sich bei Behörden, im Supermarkt oder beim Arzt zurechtfinden können.“

Anke Habelmann, Flüchtlingskoordinatorin in Luckenwalde Quelle: Hartmut F. Reck

Bislang sei es möglich, jedem Teilnehmer einmal in der Woche einen Kurs anzubieten. „Unser Ziel ist es, dass jeder Flüchtling dreimal wöchentlich den Deutschunterricht besuchen kann“, sagte Habelmann. Dazu sollen weitere Laien-Lehrer und Räumlichkeiten gefunden werden. Zunächst finden die Kurse im Bürger- und Kieztreff auf der Burg, im Haus Sonnenschein in der Schützenstraße, im Übergangswohnheim in der Grabenstraße sowie beim Internationalen Bund in der Puschkinstraße statt. Weiteren interessierten Laien-Lehrern soll die Möglichkeit geboten werden, in einem der laufenden Kurse zu hospitieren. Außerdem ist ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter den Lehrern geplant.

Die Laien-Lehrer werden auf Kosten der Stadt mit Unterrichtsmaterial ausgestattet, die Flüchtlinge zunächst mit Kopiervorlagen. „Beim Landkreis werden wir einen Antrag auf 3000 Euro Fördergeld stellen“, sagte Anke Habelmann.

Von Elinor Wenke

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