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Unterricht im digitalen Einmaleins

Sechstklässler üben sicheren Umgang mit dem Internet Unterricht im digitalen Einmaleins

Fast alle Schüler der Klasse 6b in der Luckenwalder Ebert-Grundschule nutzen das Internet. Wie man sicher damit umgeht, lernten sie am Donnerstag im Rahmen eines Medienprojekts.

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Juliane Jammer (l.) zu Gast in der Klasse 6b.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Für die meisten Schüler der 6b in der Luckenwalder Ebert-Grundschule war es am Donnerstag eine willkommene Abwechslung, dass sie auf Initiative der Klassenlehrerin Christin Stachowiak ihren obligatorischen Unterricht gegen ein Medienprojekt tauschen konnten. Statt Deutsch, Mathe, Englisch und Kunst standen der Umgang mit dem Internet und das Thema Cybermobbing auf dem Programm.

Die Medienwissenschaftlerin Juliane Jammer brachte den Sechstklässlern das digitale Einmaleins näher. „Unser Ziel ist es, dass Kinder lernen, verantwortungsvoll mit der Verbreitung, den Möglichkeiten und Risiken von Informationen im Internet umzugehen“, sagte sie der MAZ, „die Schule kann das zurzeit leider nicht leisten.“ Auch Eltern seien manchmal damit überfordert, das nötige Rüstzeug zu vermitteln. „Sie geben ihren Kindern Hochleistungsprozessoren an die Hand, ohne auf den Umgang zu achten“, sagt die Medienexpertin.

In der 6b haben fast alle Schüler ein Handy oder Smartphone, viele von ihnen nutzen zwischen zehn und 50 Apps, haben also schon Erfahrung auf der weltweiten Datenautobahn. „Diese Apps könnt ihr kostenlos nutzen, aber wisst ihr auch, womit ihr sie tatsächlich bezahlt?“, wollte Juliane Jammer wissen. Nur wenige Schüler haben sich darüber bislang Gedanken gemacht. „Ihr bezahlt mit euren Daten“, sagte die Expertin. So würden App-Anbieter auf Informationen, Fotos, Kontakte und Standorte der Nutzer zugreifen und sie für ihre Werbezwecke nutzen. „Eine Milliarde Menschen nutzt WhatsApp, das ist jeder Siebte der Weltbevölkerung“, machte Jammer die Ausmaße deutlich.

„Das Internet vergisst nichts“, sagte Juliane Jammer und warb dafür, sparsam persönliche Daten preiszugeben. „Stellt euch vor, ihr stellt komische Fotos von euch ins Netz, die nach zehn Jahren euer künftiger Arbeitgeber zu Gesicht bekommt“, sagte sie und verwies auf das Recht am eigenen Bild. „Ihr entscheidet selbst, wann und von wem euer Bild in die Öffentlichkeit gebracht wird.“

Die Expertin stellte auch alternative Suchmaschinen vor, die nicht das Suchverhalten der Nutzer verfolgen. Doch es liegt ihr fern, nur Gefahren und Risiken zu benennen. „Das Internet eröffnet so viele positive Möglichkeiten“, sagte sie, „wir können Gitarre spielen lernen, Mathe üben oder uns eine Fremdsprache erschließen. Man muss es nur vernünftig nutzen.“

Alexandra, Isabel und Nils zeigten sich in der Pause zufrieden mit dem Gelernten. „Vieles haben wir nicht gewusst“, sagte Alexandra. Nils fühlt sich bestätigt, sehr vorsichtig mit den Daten umzugehen. „Ich hab’ noch kein Bild von mir ins Netz gestellt“, sagte er.

Von Elinor Wenke

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