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Unterricht unter rauschenden Blättern

Jüterbog Unterricht unter rauschenden Blättern

Lernen soll Spaß machen. An der Evangelischen Grundschule Jüterbog hat man dafür jetzt beinahe paradiesische Zustände geschaffen, um an der frischen Luft lernen zu können. Gemeinsam haben Eltern und Schüler dafür gewerkelt.

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Marcel Barz sägt die letzten Schindeln für das Tafeldach.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Ein lange gehegter Traum geht für die Schüler, Lehrer und Eltern der Evangelischen Grundschule Jüterbog am Freitag in Erfüllung. Zum ersten Mal dürfen sie auf den Bänken ihres „Grünen Klassenzimmers“ Platz nehmen. Rund zehn Jahre ist es her, dass Eltern und Förderverein auf die Idee kamen, in der wärmeren Jahreszeit den Unterricht für ihre Kinder in der Natur stattfinden zu lassen. In den zurückliegenden Sommerferien wurde nun endlich fleißig gezimmert, gerückt und gepinselt. Unterricht im Naturparadies wird es hier künftig geben, auch wenn der Apfelbaum dazu noch fehlt.

Grauer Betoncharme von früher ist verschwunden

Wer die 2005 gegründete und im ehemaligen Landratsamt untergebrachte Schule heute besucht, wird das Gelände kaum wiedererkennen. Stück für Stück ist der graue Betoncharme fantasievollen Spielarealen gewichen. Erst im vergangenen Jahr konnte Dank Förderung durch die Aktion Mensch ein neuer Bolzplatz eröffnet werden. Dort wie auch auf dem Abenteuerspielplatz daneben haben Eltern und Kinder gemeinsam Hand angelegt. Der verwilderte Garten zwischen Schulhaus und ehemaliger Polizeiwache ist nun der Standort für das Grüne Klassenzimmer.

Fünf teils mehrtägige Arbeitseinsätze waren nötig, um Platz für Tische, Bänke und eine Art Zuschauertribüne zu schaffen, denn auch Aufführungen der Theater-AG sollen künftig dort stattfinden. Froh ist man im Förderverein, dass man mit Marcel Barz nicht nur einen engagierten Vater, sondern auch einen Fachmann für kreative Holzgestaltungen mit an Bord für das Projekt hat. Er besorgte das benötigte Robinienholz und das nötige Handwerkszeug und stellte sein Fachwissen zur Verfügung.

Vater mit Fachkenntnissen

„Bevor wir loslegen konnten, haben wir uns lange gemeinsam überlegt, wie das Klassenzimmer aussehen könnte und was machbar ist“, sagt Barz, dessen Sohn Kimo gerade die Schule in Richtung Gymnasium verlassen hat und von seinem Bruder Junus abgelöst wurde, der nun die erste Klasse besucht. „Mindestens zwölf Jahre wird das noch unsere Schule sein“, blickt Barz voraus. Denn in wenigen Wochen werden der Oehnaer und seine Frau Franziska zum dritten Mal Eltern.

Nach dem Roden wurden die Baumstämme per Hand geschnitten und die Schulmöbel selbst gezimmert und von den Kindern anschließend gestrichen. Eine Schultafel an der Wand zum Nachbargrundstück verrät auf den ersten Blick, dass es sich hier tatsächlich um ein Klassenzimmer handelt.

„Unser nächster großer Traum ist ein großes Spielgerüst mit Seilen“ blickt Fördervereins-Vorsitzende Jaqueline Neumann schon mal voraus. Beim kommenden Schulfest soll dafür gesammelt werden.

Gelegenheit, das „Grüne Klassenzimmer“ zu besichtigen gibt es am 8. Oktober. Ab 10 Uhr lädt die Schule zum Tag der offenen Tür.

Von Uwe Klemens

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