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Unterrichtsausfall: Jetzt reicht’s den Eltern

Bildungspolitik in Brandenburg Unterrichtsausfall: Jetzt reicht’s den Eltern

Unterrichtsausfall ist an der Grundschule Stülpe (Teltow-Fläming) wie an vielen Schulen Brandenburgs ein Dauer-Problem. Im ersten Schulhalbjahr wären 650 Stunden ausgefallen – wenn nicht die verbliebenen Lehrer eingesprungen wären. So blieb es bei 75 Stunden Ausfall. Den Eltern reicht es. Sie haben genug von den Vertröstungen des Ministeriums.

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Bei der außerordentlichen Elternversammlung ging es Mittwochabend in der Mensa der Stülper Grundschule hoch her.

Quelle: Margrit Hahn

Stülpe. Allein von netten Worten des Bildungsministers Günter Baaske (SPD) lassen sich die Eltern der Stülper Grundschüler nicht beeindrucken. Von den zusätzlich eingestellten Lehrern, die seit Monaten versprochen werden, sei in der Grundschule bisher keiner angekommen. Deshalb wurde jetzt zu einer außerordentlichen Elternversammlung eingeladen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Elternvertreter einen Brief an den Minister geschrieben und die Situation geschildert. Darin hatten sie zum Ausdruck gebracht, dass sie sich gegen den massiven Stundenausfall wehren. Auch das Gespräch im Dezember 2015 mit der zuständigen Schulrätin Ines Knopke brachte keine Veränderungen. Deshalb wurde jetzt eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Und dass soll nicht die einzige Aktion bleiben.

„Die Schwierigkeiten bestehen ja nicht erst seit diesem Schuljahr. Es gab bereits in den vergangenen drei Schuljahren Probleme mit der Umsetzung der Schulpflicht unserer Kinder an der Grundschule Stülpe“, sagt Elternvertreterin Diana Zabel. Die bisherigen Antworten des Ministers seien wenig hilfreich gewesen. Seiner Ansicht nach können die Stülper froh sein, dass es kleine Klassen gibt, die man zusammenlegen könne.

Den Eltern reicht es. Ausfallstunden, Vertretungen, Stillarbeit sowie die Zusammenlegung von Klassen seien an der Tagesordnung. Wobei die Lehrer alles tun, um Ausfallstunden zu vermeiden. Im letzten halben Jahr wären wegen Krankheit und Schwangerschaft 650 Stunden ausgefallen, wenn nicht die verbliebenen Lehrer die Ausfallstunden bis auf 75 Stunden übernommen hätten. „Das ist eine Wahnsinnsleistung, aber so geht es nicht weiter, zumal die Schüler ja größtenteils auch nicht in den Fächern unterrichtet werden, die ausgefallen sind“, sagt Diana Zabel. Für Sport, Musik und Englisch steht derzeit kein einziger Lehrer zur Verfügung. Im Halbjahreszeugnis Ende Januar bekommen die Schüler noch Noten. Wie es zum Jahresende aussieht, stehe in den Sternen.

Eine junge Frau, die ihr Referendariat im Januar beendet, würde gern an die Grundschule kommen, allerdings kann man ihr keine Festanstellung bieten, denn eigentlich sind ja alle Stellen besetzt und zusätzliche werden nicht genehmigt.

Aktuell sind an der Grundschule zwei Lehrerinnen im Hamburger Modell tätig, eine ist bis auf weiteres krankgeschrieben, eine Kollegin ist seit dieser Woche nicht mehr an der Schule tätig, da sie einen Integrationskurs übernimmt und eine weitere Lehrerin erwartet ein Baby. Den größten Anteil der Vertretungen übernimmt ein Quereinsteiger ohne pädagogischen Abschluss. „Es wäre schön, wenn er richtig hätte eingearbeitet und angeleitet werden können. Doch dafür haben die noch vorhandenen Lehrer keine Zeit“, beklagt Zabel. Diverse Lehrer und Sonderpädagogen werden zwar von unterschiedlichen Standorten nach Stülpe beordert, doch das sei nicht zufriedenstellend. „An einem Tag ist ein Biologielehrer da, am nächsten Tag die Kunstlehrerin. Effektive Planung ist da nicht drin“, fügt Zabel hinzu

„Mit diesem Zustand geben wir uns nicht zufrieden“, sagt Tino Antonius. Auch Dana Eberwein fordert, dass Schulamt und Ministerium endlich handeln, schließlich gehe es um die Zukunft der Mädchen und Jungen. Einigen sensiblen Kindern fehle die vertraute Bezugsperson, bei ihnen entwickeln sich ernsthafte Probleme bezüglich der Motivation, die Schule zu besuchen. „Wir als Elternvertreter können uns aber des Eindrucks nicht erwehren, dass unser Engagement weder beim Schulamt noch vom Ministerium erwünscht ist“, sagt Diana Zabel.

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Von Margrit Hahn

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