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Teltow-Fläming Unterrichtsfach: Frieren
Lokales Teltow-Fläming Unterrichtsfach: Frieren
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09:51 22.10.2013
Eingemummelt bei 17 Grad. Quelle: privat
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Ludwigsfelde

Eingemummelt in Anoraks sitzen in Ludwigsfelde Schüler im Unterricht. Jaqueline Titze weiß, dass es Probleme mit der Heizung im Oberstufenzentrum (OSZ) gibt. Seit Montag, dem Schulbeginn nach den Herbstferien, frieren Schüler und Lehrer im alten Gebäude an der Brandenburgischen Straße bei teilweise nur 16 Grad, am meisten im Deutschraum. Deshalb, so erzählt ihre 18-jährige Tochter, wurde Deutsch am Dienstag im Flur unterrichtet – dort war es wärmer als im Fachkabinett.

Die junge Frau wohnt in Luckenwalde und geht am OSZ in eine der 12. Klassen; sie ist auf dem Weg zum Fachabitur, Schwerpunkt Soziales. In der Klasse lernen 14 Mädchen und ein Junge, allein in ihrem Jahrgang gibt es noch drei weitere Klassen, insgesamt sind es zehn Klassen für das Fach abitur. Bei allen Schülern ist die Kälte natürlich ein Thema. Jaqueline Titze kann aber kaum glauben, dass ihre Tochter und die anderen von einer Lehrerin ernsthaft den Rat bekommen haben: „Am besten, ihr bringt euch ’ne Decke mit.“

Der MAZ sagt die Mutter: „Egal, in was für eine Schule Kinder gehen – sie sollen etwas lernen und nicht krank werden. Ich versteh’ gar nicht, dass die Lehrer nicht auf die Barrikaden gehen.“ Die Tochter ergänzt: „Die Lehrer sagen, sie können nichts machen, der Kreis muss sparen. Aber es ist wohl etwas kaputt an der Heizung. Die Schulleitung hat wohl schon vor den Ferien versucht, etwas zu erreichen.“ Offenbar ist aber nicht nur die Heizung defekt. Auch die Klingel soll nicht funktionieren, das Stundenende wird von Handys abgelesen.

Zuständig für den Betrieb des Oberstufenzentrums ist der Kreis. Sachgebietsleiter Matthias Fröhlich arbeitet im Kreishaus in Luckenwalde und gesteht, „nicht jeden Tag in jede Schule zu kommen“. Der MAZ sagte er am Donnerstag: „Der Kreis ist arm, aber nicht so arm, dass er Schulen nicht mehr heizen kann.“ Im OSZ Ludwigsfelde sei ein Temperaturfühler das Problem gewesen, doch der sei inzwischen ausgetauscht. „Offenbar hat er nach der Ferienabsenkung der Heizung nicht wieder korrekt funktioniert.“ Eines versteht Fröhlich aber nicht: „Warum ruft bei solchen Problemen niemand direkt bei mir an? Es muss niemand hinnehmen, drei oder vier Tage zu frieren.“

Im Schulgesetz steht, die mittlere Raumlufttemperatur sollte 20, aber dauerhaft nicht mehr als 22 Grad betragen. Es folgt der Satz, Unterricht finde nicht statt, wenn in den betreffenden Räumen „die Raumlufttemperatur unter 16 Grad gesunken und eine Erwärmung kurzfristig nicht zu erwarten ist“.

Von Jutta Abromeit

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