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Unterschriftensammlung für den Supermarkt

Jüterbog Unterschriftensammlung für den Supermarkt

Vor allem die Älteren im Jüterboger Norden ärgern sich über die fehlende Möglichkeit zum Lebensmitteleinkauf. Seit der Wende haben sie auf vergeblich auf Besserung gehofft. Nun wehren sie sich auf ihre Weise.

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Auch Erika Hoßbach ist für ein nahes Einkaufszentrum.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. „Das ist ja das, was man auch noch als alter Mensch tun kann“, sagt Magdalene Knechtel und schiebt zufrieden den Kugelschreiber wieder zurück in die Klemmmappe. Seit zwei Wochen ist die 85-jährige Jüterbogerin zusammen mit ihrer drei Jahre jüngeren Bekannten Helga Niendorf im Norden der Stadt unterwegs, um Unterschriften für den Bau eines Supermarktes zu sammeln.

Die nächste Einkaufsmöglichkeit in der Innenstadt

Seit Jahren ärgern sich nicht nur diese beiden Seniorinnen über die schlechte Versorgungslage rund um den Neuheimer Weg. Das kräftezehrende Schleppen von schweren Einkaufstaschen, die sie nur in der Innenstadt mit Lebensmitteln füllen können, haben sie schon lange satt.

Auf die Idee der Unterschriftensammlung kam Knechtels Nachbar Frank Bernhardt, der Filialleiter im Jüterboger „Möbel-mit“-Markt ist und dort die ersten Listen auslegte. „Dass alte Leute, die selber nicht mehr Auto oder Rad fahren können, alle paar Wochen mit dem Taxi fahren müssen, um ihren Grundeinkauf zu erledigen, ist doch kein Zustand“, empört sich Bernhardt.

Konzept sorgt für Unmut

Das bislang in Jüterbog geltende Einzelhandelsentwicklungskonzept verhindert bislang die Ansiedlung eines weiteren Supermarktes in der Stadt.

Seit Jahresbeginn steht das Konzept auf dem Prüfstand. Wenn Bürger und Politiker es wollen, ist eine Korrektur möglich.

Unterschriftenlisten liegen in vielen Geschäften und Arztpraxen aus.

Anders als beim Einkauf, können sich die überwiegend älteren, insgesamt sieben Unterschriftensammler ihre Kraft einteilen und jeden Tag so viele Häuser abklappern, wie sie sich zutrauen. „Trotzdem kommt man da ganz schön aus der Puste, besonders in der neuen Wohnstadt, wo wir fünf Stockwerke raufmüssen“, erzählen die beiden Mittachtzigerinnen.

Mehr als 700 Unterschriften gesammelt

Dass sich die Plackerei aber lohnt, wissen sie. Mehr als 700 Unterschriften haben sie inzwischen zusammengetragen. Die Erfolgsquote liegt bei nahezu 100 Prozent. „Nur zwei Mal gab es jemanden, der nicht unterschreiben wollte, wobei eine Dame dann später von alleine kam, um die Aktion doch noch zu unterstützen“, freut sich Magdalene Knechtel. Daran, dass sich die Einkaufssituation in ihrer Wohngegend schnell bessert, glauben weder sie, noch ihre Bekannte. „Zu DDR-Zeiten gab es hier wenigstens eine kleine HO. Seit der Wende haben wir darauf gehofft, dass sich was tut. Jetzt, wo der Getränkeshop abgebrannt ist, haben wir gar nichts mehr.“

Auf 1000 Unterschriften hoffen die Initiatoren. Am 18. August wollen sie die Liste dem Bürgermeister überbringen.

Von Uwe Klemens

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