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Unterwegs auf jüdischen Spuren

Pogromgedenken in Luckenwalde Unterwegs auf jüdischen Spuren

Zum Pogromgedenken am 9. November führte der ehemalige Pfarrer Detlev Riemer zu verschiedenen Stätten jüdischen Lebens in Luckenwalde. Start war am Jüdischen Friedhof, der vor 200 Jahren geschaffen wurde.

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Pfarrer Detlev Riemer (r.) berichtet in der Luckenwalder Poststraße über das Leben von Hans Sommerfeld.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Zum Pogromgedenken trafen sich am Montagabend Vertreter von Kirchen, Vereinen und Kommunalpolitikern auf dem jüdischen Friedhof. Wie Pfarrer Detlev Riemer sagte, besteht der jüdischen Friedhof in diesem Jahr 200 Jahre. Grund für ihn, einen geschichtlichen Abriss zu geben.

So erwarben 14 Luckenwalder Juden 1815 das Grundstück mit einer Fläche von 623 Quadratmeter. Isaac Loevinstein wurde drei Jahre später als erster Verstorbener dort beigesetzt. „Bis 1938 lassen sich 72 Beisetzungen mit Sicherheit und weitere 22 mit Wahrscheinlichkeit namentlich nachweisen“, berichtete Riemer.

1869 wurde die Luckenwalder Synagogengemeinde gegründet. Der Friedhof wurde erweitert und es entsteht eine Trauerhalle. Der Lehrer Eugen Rosenthal wird 1938 als Letzter auf dem Friedhof beigesetzt. „Vermutlich im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom wurde der Friedhof 1938 erheblich beschädigt. 1945 wurde er dem Erdboden gleich gemacht“, so Riemer. Dabei sei ohne Rücksicht auf gesetzliche Bestimmungen und religiöse Vorschriften der Juden verfahren worden. „Möge eine solche Zeit nie wieder kommen. Möge uns die Erinnerung an die Opfer Kraft geben“, sagte Pfarrerin Stephanie Hennings in ihrem Gebet.

Die Gedenkstätte, die 1949 auf dem Friedhof eingeweiht wurde, verwahrloste. Erst 1988 wurde der Friedhof als Gedenkstätte neu gestaltet. Vor neun Jahren erfolgte eine Umgestaltung und der Friedhof wurde eingezäunt.

Vom jüdischen Friedhof aus führte Detlev Riemer die Gruppe zur Erinnerung und Mahnung auf den Spuren jüdischen Lebens durch Luckenwalde. Es wurde an verschiedenen Wohnhäusern und Stolpersteinen Halt gemacht. Als erste Station wurde die Poststraße 37 angesteuert. Das Wohnhaus existiert zwar nicht mehr. Doch dort wurde 1884 Hans Sommerfeld geboren, der in Luckenwalde als Arzt praktizierte und vor 50 Jahren in Hamburg starb. Des Weiteren machte Detlev Riemer auf Ernst Pariser aufmerksam. Er wurde 1883 in Luckenwalde geboren. Er war der Sohn des Fabrikbesitzers Kommerzienrat Georg Pariser und fiel 1915 in Russland.

Insgesamt sieben Stationen wurden besichtigt. Am Ende gab es im Gemeinderaum der evangelischen Kirche am Markt Tee und Kuchen für die Teilnehmer.

Von Margrit Hahn

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