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Unverzichtbarer Rat des Experten

Jüterbog Unverzichtbarer Rat des Experten

60 Jahre ist es her, dass der damals in Neuheim lebende Steinmetz und Bildhauer Karl-Heinz Schamal die Sandstein-Statue des Heiligen Mauritius am Jüterboger Rathausgiebel schuf. Nun, da die Skulptur saniert werden muss, ist erneut sein Rat gefragt.

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Karl-Heinz Schamal (2.v.r.) war beim gestrigen Vor-Ort-Termin zu Füßen des Heiligen der Experte in der Runde.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Die Figur des Heiligen Mauritius am Giebel des Jüterboger Rathauses ist in die Jahre gekommen und bedarf dringend helfender Hände. Die Idee, dem Heiligen unter seinem ebenfalls aus Sandstein gefertigten Baldachin zu helfen, stammt vom Heimatverein Jüterboger Land. Froh ist man dort über des Angebot des M

Nach einer ersten Begutachtung zu Wochenbeginn traf man sich am Freitagnachmittag erneut zur Beratung, um das weitere Vorgehen zu besprechen, da man gerade beim Material Sandstein viel falsch machen kann. Mit dabei waren deshalb nicht nur Bauamtsleiterin Kira Wenngatz, sondern auch der Werbiger Bildhauer und Steinmetz Karl-Heinz Schamal, der Mitte der 50er Jahre den Auftrag bekam, eine Kopie der Mauritius-Figur anzufertigen, da die Vorgängerskulptur, die sich heute im Heimatmuseum befindet, zu sehr verwittert war.

Eiskristalle sorgen für Sauberkeit

Die Technologie zum Säubern des Steins ist so verblüffend einfach, wie effektiv. Ähnlich dem Sandstrahlverfahren werden Eiskristalle mit hohem Druck auf das Material geblasen, das hinterher wie neu aussieht. „Der Vorteil ist, dass das Material selbst nicht angegriffen wird, wie das beim Sandstrahlen oder auch beim Kärchern der Fall ist“, sagt Thomas Gerstel, dessen Firma Eisstrahler seit langem mit der Methode arbeitet.

Problematischer hingegen ist die im Anschluss notwendige Versiegelung, die keinesfalls luftdicht sein darf, da sonst chemische Prozesse in Gang kommen, die den Stein von innen her zerfressen.

Vergessene Rezeptur

Das Problem ist für Schamal kein unbekanntes. Die Freude, dass Jüngere sich für die Bewahrung der Historie engagieren, stand dem 87-Jährigen ins Gesicht geschrieben. „Der Sandstein muss atmen können“, sagt Schamal, der versprach, seine alten Unterlagen durchzuarbeiten und die bei jüngeren Vertretern seiner Zunft in Vergessenheit geratene Rezeptur für eine geeignete Versiegelung herauszusuchen, die Lackierer Holger Kniesche dann aufbringen kann.

Von Uwe Klemens

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