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Update: Schule nach Brand zwei Tage gesperrt

Feuer in Jüterbog Update: Schule nach Brand zwei Tage gesperrt

Die Betreiber einer Jüterboger Gaststätte und eines Getränkeshops stehen vor den Ruinen ihrer Existenz. Ein Brand zerstörte in der Nacht zu Montag ihr Gebäude. Kurz zuvor brannte auch eine Baracke auf dem Hof der Scholl-Grundschule nieder. Die Schule ist bis Dienstag gesperrt. Die Kripo sucht die Ursache und mögliche Zusammenhänge.

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Die Gaststätte „Wasserpfeifchen“ machte am Morgen nach dem Brand einen verheerenden Eindruck.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Zwei Brände haben am Montagmorgen in Jüterbog gewütet. Dabei wurde das gemeinsam genutzte Gebäude der Gaststätte „Wasserpfeifchen“ und des Getränkeshops „Am Wasserturm“ sowie eine nahegelegene Baracke auf dem Schulhof der Geschwister-Scholl-Grundschule vollkommen zerstört. In der Baracke waren Spielgeräte, Schulmöbel sowie Gartengeräte und -maschinen untergebracht.

Die Schul-Baracke brennt

Die Schul-Baracke brennt.

Quelle: Feuerwehr Jüterbog
Die Polizei sicherte am Morgen Spuren

Die Polizei sicherte am Morgen Spuren.

Quelle: Peter Degener

Um 1.45 Uhr wurde Alarm an der Schule ausgelöst, drei Stunden später brannte es 200 Meter entfernt an der Gaststätte in den Fuchsbergen. Menschen kamen bei keinem der Feuer zu Schaden. Die Polizei geht aber von Schäden von 100 000 Euro an der Schulbaracke und 300 000 Euro an dem Gaststättengebäude aus. Wegen des Qualms in den Klassenräumen wurde das nahegelegene Schulgebäude für Montag und Dienstag gesperrt.

Die Gaststätte brannte am Montagmorgen noch

Die Gaststätte brannte am Montagmorgen noch.

Quelle: Feuerwehr Jüterbog

Ingrid Wieland-Otto ist die Eigentümerin des Hauses an der Straße Fuchsberge. Seit 2002 hat sie mit ihrem Ehemann den Getränkeshop geführt. Von Beginn an war Christine Kaufmann die Pächterin der Gaststätte „Wasserpfeifchen“ nebenan. Beide stehen nun vor den Ruinen ihrer Existenz. Obwohl die Feuerwehr bereits in der Nähe war, gestalteten sich die Löscharbeiten an dem Flachbau schwierig. „Bei der Blechdacheindeckung war kaum ein Durchkommen zu den Flammen“, sagte der Einsatzeinleiter Robert Preuß. So wurde bei der Stadt ein Bagger angefordert, der das Dach entfernte, um die Löscharbeiten zu ermöglichen.

Die Brandruine von Gaststätte und Getränkemarkt

Die Brandruine von Gaststätte und Getränkemarkt.

Quelle: Peter Degener

„Schade, dass wir noch 30 neue Stühle gekauft haben“, sagt Christine Kaufmann mit Galgenhumor. Nur ein paar Küchengeräte und Akten hinter einer Stahltür sind vom Feuer verschont worden. Das übrige Inventar – darunter auch die historische Dekoration des Gastraums – sind zerstört.

Ein Bagger half bei den Lösch- und Aufräumarbeiten

Ein Bagger half bei den Lösch- und Aufräumarbeiten.

Quelle: Peter Degener

Neben den Tagesgästen in der Gaststätte hatte ihr Unternehmen von der Versorgung des Seniorenzentrums „Fläminghaus“ und der Kita „Kinderland“ in Niedergörsdorf gelebt. „Die haben mir erst einmal eine Woche Ruhe gegeben“, sagt Kaufmann. Ihre Einzelkunden im Jüterboger Stadtgebiet hat sie am Vormittag bereits per Mail informiert. Auch Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) wurde sofort aktiv und hat ihr die ungenutzte Küche des früheren „Braukrugs“ am Markt im Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobau als Ausweichquartier angeboten. Sieben Menschen hatten bislang im Wasserpfeifchen in Teil- und Vollzeit gearbeitet.

Der Getränkemarkt von Ingrid Wieland-Otto wird nicht spontan zu ersetzen sein. Ihr Laden war der Nahversorger der Neuen Wohnstadt. „Wir hatten alles Wichtige im Angebot“, sagt sie. Über einen Neuanfang will sie sich noch keine Gedanken machen. „Jetzt bleiben wir erst mal zu Hause. Ich bin 58 und mein Mann 69 Jahre alt. Vielleicht sind wir für einen neuen Laden zu alt“, sagt Wieland-Otto.

Von Peter Degener

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