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Teltow-Fläming Vanille, Schoko, Bodenfrost
Lokales Teltow-Fläming Vanille, Schoko, Bodenfrost
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18:52 10.05.2016
Rike, Laura und Lena (v.l.) geben nicht viel auf Bauernregeln. Quelle: Irmscher
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Dahmeland-Fläming

Wenn Manuela Hoffmann das Wort „Eisheilige“ hört, dann denkt sie derzeit vor allem an Vanille und Schoko. Die beiden Sorten gehen in ihrem Luckenwalder „Jannys“-Eisladen am besten, und die Kunden können dieser Tage von Eis gar nicht genug bekommen. Bis zum Feierabend gehen um die 600 Kugeln über den Tresen. Nicht einmal die Baustelle vor dem Laden hält die Kunden vom Eis-Schlecken ab. Bei 25 Grad Celsius kein Wunder.

Die Eisheiligen, die heute beginnen, verkünden aber üblicherweise nicht den ersten Höhepunkt der Speiseeis-Saison. Es sind eigentlich die Tage, vor denen die Landwirte schon vor hunderten von Jahren gewarnt haben – wegen der tiefen Temperaturen. Das Wort „Eisheilige“ ist auf einige Heilige zurückzuführen, denen zwischen dem 11. und dem 15. Mai gedacht wird, unter anderem Pankratius (12.), Bonifatius (14.) und Sophia (15.). Bis zu diesen Tagen könne nachts durchaus noch der Boden gefrieren, heißt es in den Bauernregeln. Blumig formuliert ließt sich das so: „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi“ oder „Pflanze nie vor der kalten Sophie.“

Und diese Regeln haben bei Hobbygärtnern noch immer Bestand, ganz egal, was das Thermometer aktuell zeigt. Wer sich in diesen Woche etwa bei der Königs Wusterhausener Gärtnerei Genz mit Jungpflanzen eindecken will, bekommt von den Verkäufern den Rat, lieber noch ein bis zwei Wochen mit dem Pflanzen warten.

In der vergangenen Jahren wäre das aus meteorologischer Sicht nicht nötig gewesen, in diesem Jahr könnte es aber tatsächlich schlau sein. Andreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), geht davon aus, dass pünktlich zum letzten Tag der Eisheiligen, also zum Pfingstwochenende, ein Temperatursturz einsetzt, der es in sich hat. „Am Sonnabend erwarten wir nur noch 12 bis 16 Grad. Die kältesten Tage werden Sonntag und Montag mit Temperaturen von maximal 14 Grad“, sagt er. Selbst Nachtfrost sei nicht auszuschließen. „Wir gehen derzeit für den 17. und 18. Mai von Tiefsttemperaturen zwischen 5 und 8 Grad aus. Mit viel Pech kann es da auch Bodenfrost geben.“

Was heißt das für die Bauern? Offenbar nicht viel. „Für uns hat das eigentlich keine Bedeutung mehr“, sagt Holger Jonas, Öko-Bauer aus Gräbendorf und stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbandes Südbrandenburg. Früher, sagt er, da hätten die Bauern unter Obstbäumen wohl noch Feuer angezündet, damit in kalten Nächten die Blüten gewärmt werden. Das habe er zumindest irgendwo gelesen. Und ja, beim Mais sei man vielleicht auch heute noch etwas vorsichtig. „Einige legen ihn erst Anfang Mai, damit er nach den Eisheiligen keimt.“ Aber im Großen und Ganzen hat der Respekt vor den Wetterregeln offenbar abgenommen.

Das ergebe auch Sinn, sagt DWD-Sprecher Friedrich. Mit der Klimaerwärmung habe sich die Eintrittswahrscheinlichkeit für den letzten Nachtfrost um zwei Wochen nach vorn verschoben. Statistisch gesehen liegen die Eisheiligen jetzt eher Anfang Mai. „Dadurch hat das Ganze etwas an Bedeutung verloren.“ Auf lange Sicht lautet die große Frage bei den Eisheiligen also wohl doch eher: Schoko oder Vanille?

Von Oliver Fischer

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