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Verdi verlängert Poststreik

Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaft und Großkonzern Verdi verlängert Poststreik

Konzern forderte Freiwillige dazu auf, ihren freien Tag für die Zustellung verspäteter Sendungen zu opfern. Verdi kündigt Verlängerung des Streiks an.

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Das Briefzentrum in Schönefeld wird aktuell bestreikt. Teilweise übernehmen Mitarbeiter aus der Verwaltung die Aufgaben.

Quelle: Foto: dpa

Dahmeland-Fläming. Die Postlager und Briefzentren in der Region platzen aus allen Nähten. Am 8. Juni begann der Dauerstreik infolge des Tarifstreits zwischen der Deutschen Post AG und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Verdi kündigte gestern an, den unbefristeten Streik fortzusetzen, weil es bisher zu keiner Einigung kam. Für kommenden Mittwoch ist eine regionale Streikveranstaltung am Briefzentrum in Schönefeld geplant.

Benita Unger, Fachbereichsleiterin für Postdienste bei Verdi Brandenburg, berichtet von aktuell 130 streikenden Zustellern im Briefbearbeitungszentrum Schönefeld. An den Stützpunkten in Zossen und Mahlow streikten ungefähr 100 Mitglieder der Gewerkschaft. Abgesehen von studentischen Hilfskräften, die einzelne Briefe austragen, stünde die Arbeit still und Sendungen würden sich schon im Lager stapeln.

Konzern-Sprecherin Tina Birke, die für die Region Brandenburg zuständig ist, versichert, dass die Briefe auf keinen Fall verloren gehen. „80 Prozent der Sendungen kommen rechtzeitig an“, sagt sie. Mehr als 3,5 Millionen Briefe durchlaufen die Briefzentren rund um die Uhr pro Tag.

Um den Stau zu beseitigen, hatte die Deutsche Post am vergangenen Sonntag zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen. Gefragt waren freiwillige Helfer, die am Sonntag liegen gebliebene Pakete und Briefe abholen und zustellen sollten. Daraufhin kündigte Verdi an, juristische Schritte einzuleiten. „Sonntagsarbeit ist nicht erlaubt“, sagt Benita Unger. Auch im Land Brandenburg habe es vorgestern zwar freiwillige Zusteller gegeben, nicht aber im Briefzentrum Schönefeld, so Unger. Die Post wies indes die Vorwürfe zurück und betonte, dass man sich an die gesetzlichen Vorschriften gehalten habe.

Um die Streik-Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, hat die Post zusätzliche Kräfte eingestellt. Auch eigene Mitarbeiter aus der Verwaltung ersetzen die streikenden Kollegen. Im Paketzen-trum Rüdersdorf bei Berlin, das unter anderem Königs Wusterhausen beliefert, hat der Konzern zusätzliche Stellen besetzt, um der Lage Herr zu werden.„Der Großteil der Mitarbeiter streikt nicht“, sagt Tina Birke. 24 000 sind es laut Verdi bundesweit, rund 2300 in Berlin und Brandenburg.

Die Fronten zwischen der Deutschen Post und der Gewerkschaft sind verhärtet. In der sechsten Verhandlungsrunde Anfang Juni hatte Verdi nach Angaben der Post ein einseitiges Ultimatum vorgelegt, das der Konzern prüfen wollte. Verdi schreibt in einer Pressemitteilung, dass die Deutsche Post die Frist zur Ablehnung oder Annahme des Angebots verstreichen ließ. Von der Post hingegen heißt es, Verdi habe die Verhandlung vorzeitig abgebrochen. Seitdem habe man die Gewerkschaft mehrmals vergeblich gebeten, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen.

Verdi plant für Mittwoch eine Großveranstaltung vor dem Briefzentrum in Schönefeld. Alle von der Arbeitsniederlegung betroffenen Mitarbeiter sind dazu eingeladen, so auch Streikende aus Zossen, Mahlow, Cottbus oder Stahnsdorf. Verdi rechnet insgesamt mit rund 500 Teilnehmern.

Private Postzusteller aus der Region, wie „Die Briefboten“, die allein fünf Filialen in Teltow-Fläming haben, spüren noch keine Auswirkungen des Streiks. Aktuell gebe es keine zusätzlichen Aufträge, trotzdem sei man darauf vorbereitet, berichtet ein Mitarbeiter aus der Hauptniederlassung in Potsdam.

Von Luise Fröhlich

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