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Teltow-Fläming Verein Flüchtlingshilfe gegründet
Lokales Teltow-Fläming Verein Flüchtlingshilfe gegründet
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02:16 04.09.2015
Nadine Patzer, Markus Paepke (2. v. l.) und Michael Kraft (r.) am Übergangswohnheim Großbeeren mit Thierry K. aus Kamerun. Quelle: Jutta Abromeit
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Großbeeren

Zwei Wochen lang jeden Morgen vor der Arbeit eine Stunde lang telefonieren – die Großbeerenerin Sandra Bebersdorf musste alle 200 Vermieter im Kreis Teltow-Fläming „abklappern“. Um sicher zu sein, dass es wirklich keine kleinere Wohnung als die anderthalb Zimmer in Großbeeren für den syrischen Flüchtling Hamsa Altinawi gibt. Da ist das Jobcenter bei Flüchtlingen so unerbittlich wie bei ALG-II-Empfängern. Doch es ist geschafft, der 29-Jährige kann umziehen aus dem Übergangswohnheim an die Genshagener Straße.

Wegen solcher Aktionen gründeten sieben Großbeerener, die Flüchtlingen das Ankommen im fremden Land irgendwie erleichtern wollen, einen Verein. Seine 1.Vorsitzende ist Nadine Patzer. Mit dem Verein „Flüchtlingshilfe“ gibt es einen Träger für Projekte. Und der 2.Vorsitzende Michael Kraft sagt: „Als Verein dürfen wir Spenden sammeln und haben ein anderes Gewicht im Ort.“ Dabei denken die Vereinsmitglieder an Markus Paepkes Auftritt jüngst im Gemeinderat, um den Verein vorzustellen; „das hat kaum jemanden interessiert“, so der 48-jährige Nachrichtentechniker. „Dabei könnten wir das Potenzial der Region hier viel besser zu nutzen. Flüchtlinge könnten mit Billigjobs für die Gemeinde arbeiten.“ Der Verein will zum Beispiel ein Café für Flüchtlinge auf die Beine stellen. „Damit sich die 90 Menschen, die jetzt schon hier leben, auch mal aus dem Weg gehen können“, sagt Patzer. Da ist Hamsa Altinawi wichtig, „mit seiner Sprachkenntnis in Englisch, Arabisch und auch schon für Deutsch ist er unser Mittelsmann. “

Der Syrer Altinawi wird seine Heimat so schnell nicht wiedersehen. Mit der Wohnung hofft er, seine Frau bald in die Arme schließen und eine Familie gründen zu können. Jetzt prüft die Ausländerbehörde alle Papiere, leitet sie ans Auswärtige Amt, das gibt sie zur Botschaft in Beirut. Die lädt die Frau des Syrers ein, damit sie mit ihren Urkunden dort erscheint. „Wir hoffen jetzt alle, dass es klappt“, sagt Nadine Patzer. Und sie denkt auch an die anderen, die oft traumatisiert nach Großbeeren kommen. Menschen, die wochenlang durch die Sahara liefen und andere rechts und links sterben sahen. Menschen, die der IS verhörte und die miterlebten, wie Familienmitglieder an die Wand gestellt wurden, wie die Vereinsmitglieder erzählen. „Niemand kommt nur mit Träumen. In manchem kreist das Erlebte jeden Abend wieder, ohne Chance auf Therapie“, sagt die Vereinsvorsitzende. Vergewaltigungen von Frauen auf der Flucht seien „fast normal“ und oft einzige Währung für Mütter ohne Geld. „Das alles erzählt niemand von sich aus. Das bekommt man nur so nach und nach mit.“

Für die Großbeerener ist der Verein ein Anfang; „damit wir nicht mehr alle so unkoordiniert und durcheinander rumhelfen und bei den Menschen was ankommt“, sagt Markus Paepke. Die Facebook-Information zwischen den 15 bis 20 Stamm-Helfern funktioniere ebenso wie „eine Arzt-Telefonkette, wenn nachts was ist, aber die Flüchtlinge keinen Notdienst rufen aus Angst vor hohen Rechnungen, die sie nicht bezahlen können“, sagt Patzer.

Von Jutta Abromeit

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