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Verein ist auf dem Weg zur „Via Molina“

Saalow Verein ist auf dem Weg zur „Via Molina“

Einmalig aber trotzdem noch weitgehend unbekannt: Das ist die Schubertsche Scheunenwindmühle in Saalow. Viel Besucher-Werbung für das technische Denkmal kann sich der von Marianne Frey geleitete, neunköpfige Mühlenverein nicht leisten. Deshalb haben sich die Mitglieder dazu bereit erklärt, an dem europaweiten Projekt „Via Molina“ mitzuwirken.

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Marianne Frey vor der Schubertschen Scheunenwindmühle in Saalow, die vier bis fünf Mal pro Jahr als Standesamt genutzt wird.

Quelle: Frank pechhold

Saalow. Einzigartig und trotzdem immer noch kaum bekannt: Das ist die Schubertsche Scheunenwindmühle in Saalow. Um den Bekanntheitsgrad des technischen Denkmals über Deutschlands Grenzen hinaus zu erhöhen, beteiligt sich der von Marianne Frey geleitete Mühlenverein an dem Projekt „Via Molina“ (Europäische Kulturstraße der Mühlen).

„Bislang haben wir als einziger Brandenburger Verein unsere Bereitschaft bekundet, an der Schaffung einer europäischen Mühlenstraße mitzuwirken“, so die Architektin. Federführend ist die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung. Bedingung für eine Kulturstraße ist, dass anfangs mindestens drei Länder mit machen. Erst dann darf der Europarat die „Via Molina“ zertifizieren und offiziell anerkennen. Weiter muss ein Dachverein gegründet werden. „Das kriegen wir locker hin“, so Frey. Schließlich hätten bei Treffen und auf Tagungen Mühlenfreunde aus Polen, Dänemark und Holland ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet.

Bis es so weit ist, dürften noch zwei, drei Jahre ins Land ziehen, so Frey: „Aber dann kann es endlich los gehen.“

Wohl die bislang bekannteste, 1987 zugleich als erste vom Europarat eingerichtete Kulturstraße ist der Pilgerweg nach Santiago de Compostela. „Eigentlich ist es seltsam, dass man erst so viel später eine Mühlenstraße schafft. Die ist längst überfällig“, so Frey. Schließlich haben Mühlen wie kaum eine andere Entwicklung der Technik-Geschichte seit dem frühen Mittelalter die europäische Kultur geprägt. In diesen Bauwerken wurde gemahlen, geschmiedet, Öl gepresst, wurden Lumpen für die Papierherstellung zerstampft.

Manchmal waren Mühlen das Produkt eines pfiffigen Menschen. So wie im Fall der Saalower Scheunenwindmühle. „Die ist ja von der Bau- und Funktionsweise her einzigartig“, sagt Marianne Frey. Entstanden ist die Scheunenwindmühle zwischen 1864 und 1866 in der Nähe von Dresden. Damals wollte Johann Traugott Leberecht Schubert, Hobbytischler und Besitzer eines Dreiseithofes, den Mühlenzins umgehen. Also baute er sich in einem zweistöckigen Fachwerkhaus eine Mühle, die nicht als solche zu erkennen war. „Das Antriebsprinzip der Schubertschen Scheunenwindmühle ist eine hölzerne Windturbine“, sagt Frey.

Nach dem Prinzip des Windkanals drehten sich die Windräder mit einem Durchmesser 4,70 Meter und 3,85 Meter in der Scheune, wenn Zugluft oder Durchzug hergestellt wurde. 1993 wurde das zu dieser Zeit in seine Einzelteile zerlegte und in Saalow lagernde Mahlwerk unter Anleitung von Marianne Frey wieder aufgebaut. „Obwohl es so eine Mühle wirklich nur einmal gibt, hat sie noch nicht den Bekanntheitsgrad, der ihr eigentlich zusteht“, so Frey. Aber für noch mehr Werbung sei der auf Eintrittsgelder und Spenden angewiesene, neunköpfige Verein „Scheunenwindmühle Saalow“ zu klein.

Von Frank Pechhold

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